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Krankheiten referenzindex «Reizdarm - Daten und Fakten»

Reizdarm - Daten und Fakten

Hirn im Bauch

Das Reizdarm-Syndrom hat viele Namen: RDS, Irritable Bowel Syndrome = IBS, Colon irritabile, irritables Kolon, spastisches Kolon. Was sich dahinter verbirgt, ist eine gestörte Funktion des Verdauungstrakts. Der Darm besitzt ein autonomes Nervensystem (das sogenannte "Bauchhirn"), das sich mit mehr als 100 Millionen Nervenzellen von der Speiseröhre bis zum Darmausgang erstreckt. Mediziner gehen heute davon aus, dass Reizdarm-Patienten empfindlicher auf die Signale des Darms reagieren. Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung sind die typischen Reizdarm-Symptome.

Krank, aber nicht krank

Einige Reizdarm-Patienten leiden ständig unter Beschwerden, bei den meisten treten sie nur gelegentlich und in besonderen Situationen auf. Nachts verschwinden die Symptome in der Regel. Krankhafte Veränderungen wie Tumore oder Entzündungen sind nicht festzustellen - deshalb sprechen Mediziner auch von einer "funktionellen Störung". Ein Reizdarm ist nicht bösartig oder ansteckend und führt auch nicht zu einer Krebserkrankung. Obwohl die Erkrankung oft Monate oder Jahre dauert und das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigt, ist die Lebenserwartung von Reizdarm-Patienten nicht eingeschränkt.

Mehr Frauen betroffen

Das Reizdarm-Syndrom ist eine der häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Bei der Hälfte aller Patienten, die aufgrund von Bauchschmerzen und Stuhlunregelmäßigkeiten einen Arzt aufsuchen, kann keine körperliche Ursache für die Beschwerden gefunden werden. Ärzte gehen dann davon aus, dass es sich um funktionelle Störungen im Sinne eines Reizdarm-Syndroms handelt.

Man schätzt, dass weltweit fünf bis zwölf Prozent aller Menschen an einem Reizdarm-Syndrom leiden. Ein Reizdarm wird bei Frauen doppelt so häufig diagnostiziert wie bei Männern. Warum das so ist, ist bislang unklar. Diskutiert wird der Einfluss von Geschlechtshormonen auf die Darmsymptomatik, außerdem gehen Frauen deutlich häufiger zum Arzt als Männer. Ein Reizdarm-Syndrom tritt am häufigsten zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr erstmals in Erscheinung.


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