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Krankheiten referenzindex «Reizdarm - Diagnose»

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Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Reizdarm-Symptome gestaltet sich die Diagnose für den Arzt nicht immer einfach. Das Reizdarm-Syndrom (RDS) gehört zu den funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen - nur die Funktion des Darms ist beeinträchtigt, organische Defekte sind nicht nachweisbar. Menschen mit Reizdarm-Syndrom sind körperlich gesund, aber trotzdem krank. Die Diagnose Reizdarm stellt der Arzt anhand der typischen Beschwerden und möglichen Begleiterkrankungen. Charakteristisch ist, dass die Beschwerden meist schon sehr lange bestehen.

Die Diagnose Reizdarm lässt sich nur nach Ausschluss anderer Krankheiten stellen, die sich mit ähnlichen Symptomen äußern (Ausschluss-Diagnostik). Beispiele für andere Darmerkrankungen sind: Morbus Crohn, chronische Dickdarmentzündung, Laktose-Intoleranz, Magen-Darm-Infektionen oder Darmkrebs.

Arztbesuch

Rund die Hälfte der Reizdarm-Patienten fühlt sich durch die Beschwerden wenig eingeschränkt und suchen keinen oder erst sehr spät einen Arzt auf. Die andere Hälfte der Betroffenen behandelt sich selbst oder geht mit ihren Beschwerden zum Arzt. Mögliche Gründe für den Arztbesuch sind schwere Symptome, Einschränkung der Lebensqualität oder die Angst vor einer Krebserkrankung. Manche Menschen mit Reizdarmsyndrom fühlen sich extrem in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt, sodass sie dauerhaft durch einen Magen-Darm-Spezialisten behandelt werden müssen.

Der Körper-Check

Die Diagnosestellung des Reizdarm-Syndroms erfolgt auf der Basis der Symptome (Rom-III-Kriterien) und durch gezielten Ausschluss anderer Krankheiten.

Es ist sinnvoll, als Reizdarm-Betroffener ein Tagebuch zu führen, in dem man beispielsweise Zeitpunkt, Dauer und Intensität der Beschwerden festhält und anschließend mit dem Arzt diskutiert.

Folgende Untersuchungen können bei Verdacht auf einen Reizdarm sinnvoll sein:

  • Gründliche körperliche Untersuchung durch den Arzt
  • Laboruntersuchungen: Blutbild, Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit oder C-reaktives Protein (CRP) als Entzündungsparameter
  • Untersuchung des Stuhls auf Blut, Bakterien oder Parasiten
  • Ggf. Ultraschall-Untersuchung, zum Beispiel zum Ausschluss von Gallensteinen als Ursache der Beschwerden
  • (Einmalige) Endoskopische Untersuchung des Mastdarms (Rektoskopie) und/oder des Dickdarms (Koloskopie) zum Ausschluss anderer Erkrankungen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder Darmtumoren, ggf. mit Gewebeproben-Entnahme (Biopsie)
  • Wasserstoff-Atemtest zum Ausschluss einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktose-Intoleranz)
  • In einigen Fällen: Röntgen-Untersuchung des Dünndarms
  • Ggf. eine Computertomografie zum Ausschluss anderer Erkrankungen wie eine Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung
  • Psychosomatische Untersuchung: Vorliegen von Angsterkrankungen, Depressionen, krankheitsbezogenen Ängsten

Kommentar «Reizdarm - Diagnose»