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Krankheiten referenzindex «Ziegengrippe (Q-Fieber)»

Photocase.de/blauregenSteckbrief des Erregers

Die Ziegengrippe (Q-Fieber, Query fever) ist eine Tierkrankheit, die auf den Menschen übertragbar ist (Zoonose). Der Name Ziegengrippe ist eigentlich irreführend, denn ihr Erreger ist kein Virus, sondern das Bakterium Coxiella burnetii. Es gehört zur Familie der Rickettsien und ist eng mit den Legionellen verwandt (Erreger der Legionärskrankheit). Die Verursacher der saisonalen Grippe, Schweinegrippe oder Vogelgrippe sind dagegen spezielle Influenzaviren (H1N1, H5N1).

Kurz erklärt

Die Ziegengrippe heißt richtig Queensland-Fieber, Balkan-Grippe, Siebentage-Fieber, Krim-Fieber oder kurz Q-Fieber.

Die Ziegengrippe wurde erstmals 1937 im australischen Bundesstaat Queensland bei Arbeitern in Schlachtbetrieben diagnostiziert.

Der Name kommt vermutlich daher, dass die Bakterien beim Menschen grippeähnliche Symptome auslösen.

Die Ziegengrippe ist weltweit verbreitet - mit Ausnahme von Neuseeland und der Antarktis. Die Infektion erfolgt am häufigsten bei der Geburt. Die Bakterien werden von infizierten Müttern (Rinder, Schafe, Ziegen) übertragen. Während der Tierschwangerschaft wird die Infektion reaktiviert, die Erreger finden sich vor allem in der Gebärmutter und im Gesäuge. Für Menschen sind die Neugeborenen potenziell hoch infektiös. Auch Hunde, Kaninchen und Wildtiere (Rehe, Füchse etc.) sowie Vögel können Reservoir-Wirte sein. Daneben spielen Zecken bei der Übertragung zwischen Haus- und Wildtieren eine wichtige Rolle. Der Erreger der Ziegengrippe wird im Zeckenkot ausgeschieden.

Seit 2001 werden Q-Fieber-Fälle in Deutschland erfasst. Die Zahl der diagnostizierten und gemeldeten Fälle ist seitdem gestiegen. In den Jahren 2003 und 2005 traten sehr große Ziegengrippe-Ausbrüche auf, bei denen jeweils mehrere hundert Personen erkrankten. Jährlich stecken sich hierzulande 100 bis 400 Menschen mit Ziegengrippe an, im Jahr 2010 waren es rund 240. Eine akute Ziegengrippe-Infektion bei einem Menschen ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

In den Niederlanden erkrankten 2009 rund 2300 Menschen an Ziegengrippe, es gab sechs Todesfälle. Die Patienten hatten allerdings schon andere Krankheiten, bevor sie sich infizierten. Die Regierung ordnete im Dezember 2009 die Tötung von 20.000 erkrankten Ziegen an. Nachdem sich die Ziegengrippe weiter ausbreitete, wurden mehr als 34.000 gesunde, aber trächtige Ziegen der betroffenen Bauernhöfe gekeult.

 


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