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«Juliette»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Was ist Juliette und wofür wird es angewendet?
Juliette enthält eine Gestagen-Estrogen-Kombination mit antiandrogener Wirkung.
Juliette wird nur bei Frauen angewendet zur Behandlung von
• schwerer androgenabhängiger Akne, die auf eine Langzeittherapie mit Antibiotika nicht anspricht,
• leichten Formen des männlichen Behaarungstyps (idiopathischer Hirsutismus).
Bei der Behandlung dieser Krankheitsbilder kann Juliette gleichzeitig als Verhütungsmittel (orales Kontrazeptivum) genutzt werden (siehe auch unter 2. “Was müssen Sie vor der Einnahme von Juliette beachten?).

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Juliette beachten?
Vor Beginn oder Wiederaufnahme der Behandlung sollte eine gründliche allgemeine Untersuchung durchgeführt und eine Familienanamnese (Krankheitsfälle in der Familie) erhoben werden. Eine Schwangerschaft muss ausgeschlossen werden. In jedem Fall sollte der Blutdruck gemessen werden. Weitere körperliche Untersuchungen richten sich nach der Vorgeschichte der Patientin und den Gegenanzeigen sowie den Warnhinweisen.
Juliette darf nicht eingenommen werden bei
- Schwangerschaft und Stillzeit (siehe unter “Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Juliette ist erforderlich:);
- schweren Leberfunktionsstörungen, Auftreten von Gelbsucht oder anhaltendem Juckreiz während einer früheren Schwangerschaft, Ausscheidungsstörungen wie Dubin-Johnson- und Rotor-Syndrom, vorausgegangenen oder bestehenden Lebertumoren;
- eigener oder familiärer Vorgeschichte eines bekannten Verschlusses der Venen, der durch einen Blutpfropf unbekannter Herkunft verursacht wurde (bekannte, idiopathische venöse Thromboembolie (VTE)) (wobei sich die familiäre Vorgeschichte auf eine VTE bereits im relativ jungen Alter bei einem Geschwister oder Elternteil bezieht);
- aktueller bestehender Blutpfropfbildung (thrombotische und embolische Ereignisse) in den Venen;
- bestehender oder früherer Blutpfropfbildung (thrombotische oder embolische Ereignisse) in den Arterien;
- Vorliegen eines schweren Risikofaktors oder mehrerer Risikofaktoren für eine Blutpfropfbildung in Venen oder Arterien (venöse oder arterielle Thrombosen), was ebenfalls eine Gegenanzeige darstellen kann (siehe “Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Juliette ist erforderlich:);
- einer bestimmten Blutkrankheit (Sichelzellenanämie);
- Krebs der Brust oder der Schleimhaut des Gebärmutterkörpers auch in der Vorgeschichte;
- schwerem Diabetes (mellitus) mit Gefäßveränderungen;
- ungeklärten Blutungen aus der Scheide;
- Fettstoffwechselstörungen;
- Bläschenausschlag (Herpes gestationes) während einer früheren Schwangerschaft;
- Verschlechterung des Hörvermögens bei Mittelohrschwerhörigkeit (Otosklerose) während einer früheren Schwangerschaft;
- Überempfindlichkeit gegen Cyproteronacetat, Ethinylestradiol oder einen der sonstigen Bestandteile;
- Migräne, die mit Empfindungs-, Wahrnehmungs- und/oder Bewegungsstörungen einhergeht (migraine accompagnėe).
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Juliette ist erforderlich
Juliette besteht aus dem Gestagen Cyproteronacetat und dem Estrogen Ethinylestradiol und wird über 21 aufeinanderfolgende Tage des monatlichen Zyklus angewandt. Es ähnelt deshalb in der Zusammensetzung den kombinierten Anti-Baby-Pillen.
Die Anwendung kombinierter Anti-Baby-Pillen oder von Juliette birgt ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Verschlüssen der Venen, die durch einen Blutpfropf verursacht werden (sog. venöse Thromboembolie oder VTE), einschließlich tiefer venöser Thrombosen und Lungenembolien, im Vergleich zur Nichtanwendung von kombinierten Anti-Baby-Pillen. Das zusätzliche Thrombose-Risiko ist während des ersten Jahres einer erstmaligen Anwendung am höchsten. Dieses erhöhte Risiko ist niedriger als das Thrombose-Risiko bei einer Schwangerschaft, das auf 60 älle pro 100.000 Schwangerschaften geschätzt wird.
Die vollständige Genesung von einer solchen Erkrankung ist nicht immer möglich, in % der älle führen solche Gefäßverschlüsse zum Tode.
Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass die Häufigkeit von Verschlüssen der Venen bei Anwenderinnen vonAnti-Baby-Pillen mit niedrigem Gehalt des weiblichen Hormons Estrogen (< 50 µg Ethinylestradiol) bei bis zu 40 ällen pro 100.000 Frauenjahre liegt. Im Vergleich dazu beträgt die Häufigkeit unter den Nichtanwenderinnen 5 bis 10 Fälle pro 100.000 Frauenjahre.
Bestimmte Faktoren können das Risiko eines Venenverschlusses (venöser Thrombosen) erhöhen, z.B. erhebliches Übergewicht (Bodymass-Index über 30 kg/m2), zunehmendes Alter, eine genetische Veranlagung für Gerinnungsstörungen oder eine eigene oder familiäre Vorgeschichte eines bekannten Verschlusses der Venen, der durch einen Blutpfropf unbekannter Herkunft verursacht wurde (bekannte, idiopathische VTE) (bei der sich die familiäre Vorgeschichte auf eine VTE bereits in jüngerem Alter bei einem Geschwister oder Elternteil bezieht, siehe “Juliette darf nicht eingenommen werden bei). Zusätzlich kann das Risiko einer VTE vorübergehend erhöht sein durch längere Bettruhe, eine große Operation, jegliche chirurgische Eingriffe an den Beinen oder schwere Traumata (siehe auch Abschnitt „Was sind die Gründe für den Abbruch der Behandlung mit Juliette?“).
In epidemiologischen Studien haben sich Anzeichen dafür ergeben, dass die Häufigkeit von Verschlüssen der Venen bei der Anwendung von Juliette höher ist als bei der Anwendung von kombinierten Anti-Baby-Pillen mit geringem Estrogengehalt (< 50µg Ethinylestradiol).
Bei den Frauen, die Juliette zur Behandlung von schwerer Akne, oder leichteren Formen von unnatürlicher vermehrter Gesichts- und Körperbehaarung (Hirsutismus) anwenden, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich darunter Frauen befinden, die von Natur aus ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko aufweisen wie zum Beispiel in Verbindung mit polyzystischem Ovarsyndrom (u.a. das Auftreten von Zysten in den Eierstöcken).
Epidemiologische Studien haben auch die Anwendung von kombinierten “Anti-Baby-Pillen“ mit einem erhöhten Risiko für arterielle Thromboembolien (Myokardinfarkt, transiente ischämische Attacken ) in Verbindung gebracht. Bestimmte Faktoren wie Rauchen, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Migräne können das Risiko für arterielle Thromboembolien erhöhen. Das Risiko von Verschlüssen in den Arterien in Verbindung mit Anti-Baby-Pillen steigt mit dem Alter und wird zusätzlich erhöht durch Zigarettenrauchen.
Das Ergebnis einiger Studien zeigte ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs bei Patientinnen, die lange Zeit kombinierte orale Kontrazeptiva einnahmen. Es ist jedoch strittig, inwieweit dies den Auswirkungen unterschiedlichen Sexualverhaltens und anderen Faktoren zuzuschreiben ist.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich gelegentlich bestimmte chronische Erkrankungen während der Einnahme von Juliette verschlechtern.
Möglicherweise ist das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, geringfügig erhöht.
Bei der Behandlung von Frauen mit Brustkrebs in der Familienvorgeschichte ist Vorsicht geboten. Behandelte Frauen sollten regelmäßige Brustuntersuchungen einschließlich Mammographie vornehmen lassen, besonders bei gutartiger Veränderung des Brustdrüsengewebes (fibrozystische Mastopathie) oder Brustkrebs in der Familienvorgeschichte (Verwandte ersten Grades).
Es sollte bedacht werden, dass der Einsatz von UV-Lampen zur Aknebehandlung und lange Sonnenlichteinwirkung das Risiko einer Verschlimmerung von Pigmentstörungen (Chloasma) erhöhen.
Auf Grund des Risikos verminderter Plasmakonzentrationen und reduzierter klinischer Wirkung der Juliette-Tabletten sollten pflanzliche Präparate, die Johanniskraut enthalten, nicht während einer Behandlung mit Juliette-Tabletten angewendet werden (siehe Bei Einnahme von Juliette mit anderen Arzneimitteln:).
Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Möglicherweise bewirkt eine Einnahme des Arzneimittels nach dem 45. Tag einer Schwangerschaft eine Verweiblichung des männlichen Foetus. Juliette darf deshalb während einer Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Eine Schwangerschaft muss vor Therapiebeginn ausgeschlossen werden.
Juliette darf während der Stillzeit nicht eingenommen werden. Die Wirkstoffe von Juliette werden in kleinen Mengen mit der Muttermilch ausgeschieden.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
Eine Auswirkung auf das Reaktionsvermögen ist nicht zu erwarten.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Juliette:
Dieses Arzneimittel enthält Lactose und Sucrose. Bitte nehmen Sie Juliette daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.
Stillende Mütter: siehe unter Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit:“
Die Tabletteneinnahme sollte 21 bis 28 Tage nach der Entbindung oder dem Abort begonnen werden. Falls die Tabletteneinnahme später beginnt, sollte während der ersten sieben Einnahmetage eine zusätzliche nicht-hormonelle Empfängnisverhütung angewendet werden. Falls aber bereits Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, sollten Sie entweder feststellen lassen, ob Sie schwanger sind, oder mit dem Beginn der Einnahme bis zur ersten Menstruation warten.

Wie wird es angewendet?

Wie ist Juliette einzunehmen?
Nehmen Sie Juliette immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Juliette unterdrückt die Ovulation und ist damit kontrazeptiv wirksam. Patientinnen, die Juliette anwenden, sollten deshalb nicht zusätzlich ein hormonelles Empfängnisverhütungsmittel anwenden, da dies zu einer Überdosierung mit Hormonen führt und für einen effektiven Konzeptionsschutz nicht erforderlich ist.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
Der erste Einnahmezyklus wird am ersten Tag des menstruellen Zyklus begonnen. Es wird 1 Tablette pro Tag über 21 Tage eingenommen. Jeder weitere Einnahmezyklus wird nach einem therapiefreien Intervall von 7 Tagen begonnen.
Normalerweise kommt es 2 – 4 Tage nach der letzten Tabletteneinnahme zur Menstruation. Falls sie ausbleibt, sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
Therapiebeginn:
Ohne vorherige hormonelle Empfängnisverhütung (während des vorhergehenden Monats):
Die Einnahme sollte am ersten Tag des Menstruationszyklus (erster Tag der Blutung) begonnen werden. Die Einnahme kann auch während der Blutungstage 2 – 5 begonnen werden. In diesem Fall wird jedoch für die ersten sieben Tage des ersten Zyklus eine zusätzliche, nicht-hormonelle Empfängnisverhütung empfohlen.
Wechsel von einem anderen Kombinationspräparat zur Empfängnisverhütung:
Die Einnahme sollte vorzugsweise am Tag nach der Einnahme der letzten wirkstoffhaltigen Tablette des alten kombinierten Präparates begonnen werden, spätestens aber nach der üblichen Einnahmepause bzw. nach einer Placebophase.
Wechsel von einem Gestagen-Präparat (Minipille, Injektionen oder Implantate):
Der Wechsel von der Minipille ist jederzeit möglich. Der Wechsel von Implantaten erfolgt am Tag der Entfernung und der Wechsel von Injektionen am nächsten vorgesehenen Injektionstermin. ür die ersten sieben Tage der Tabletteneinnahme wird jedoch die Anwendung einer zusätzlichen nicht-hormonellen Empfängnisverhütung empfohlen.
Nach Abort in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten:
Die Tabletteneinnahme kann sofort begonnen werden. In diesem Fall ist keine andere Kontrazeptionsmethode erforderlich.
Nach Entbindung oder Abort zwischen dem 4. und 6. Schwangerschaftsmonat:
Art der Anwendung
Nehmen Sie die Tabletten bitte unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein (vorzugsweise ein Glas Trinkwasser).
Dauer der Anwendung
In fast allen ällen kann, oftmals innerhalb einiger Monate, mit einem vollständigen Abklingen der Akne gerechnet werden. In besonders schweren Fällen kann eine längere Behandlungsdauer erforderlich sein, bevor die volle Wirksamkeit sichtbar wird. Es wird empfohlen, die Behandlung 3 bis 4 Zyklen nach dem vollständigen Abklingen der Symptome zu beenden und Juliette nicht ausschließlich zur Empfängnisverhütung weiter anzuwenden. Falls die androgen-abhängigen Krankheitsbilder wieder auftreten, kann erneut mit Juliette behandelt werden.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Juliette zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge Juliette eingenommen haben als Sie sollten
Obwohl toxische Wirkungen nach beabsichtigter oder versehentlicher Überdosierung nicht zu erwarten sind, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Es gibt keine spezifischen Gegenmittel. Die Behandlung sollte daher symptomatisch erfolgen.
Wenn Sie die Einnahme von Juliette vergessen haben
Wird eine Einnahme vergessen, sollte diese innerhalb von 12 Stunden nach dem richtigen Einnahmezeitpunkt nachgeholt werden, damit die empfängnisverhütende Wirkung gewährleistet ist. Bei größeren Einnahmefehlern ist eine zusätzliche Empfängnisverhütung erforderlich. Wurden mehrere Einnahmen vergessen, sollte nur die letzte Tabletteneinnahme nachgeholt werden, die anderen nicht. Zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen (Barriere-Methoden und Spermizide) sind für die nächsten 7 Tage erforderlich, parallel zur weiteren Einnahme von Juliette. Wurde die Einnahme während der letzten 7 Tage des 21tägigen Einnahmezyklus vergessen, sollte die Therapie mit den nächsten 21 Tabletten ohne therapiefreies Intervall sofort fortgesetzt werden.
Im Fall von Erbrechen: Die Tabletten sollten nach dem üblichen Schema weiter eingenommen werden. Zusätzlich sollten für die nächsten 7 Tage alternative, nicht-hormonelle kontrazeptive Maßnahmen benutzt werden.
Wenn Sie die Einnahme von Juliette abbrechen:
Bitte suchen Sie Ihren Arzt auf.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Einnahme von Juliette mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Die Wirkung von Juliette und nachfolgend genannter Arzneistoffe bzw. Präparategruppen kann bei gleichzeitiger Behandlung mit Juliette beeinflusst werden:
Verstärkung der Wirkung von Juliette bis hin zu erhöhtem Nebenwirkungsrisiko:
Monoaminooxidase-Hemmer (Arzneistoffe gegen Depressionen) hemmen den Abbau von Estrogenen und können daher durch Estrogene hervorgerufene Nebenwirkungen bewirken.
Abschwächung der Wirkung von Juliette:
- Frauen, die Rifampicin (ein Arzneistoff gegen Tuberkulose, Lepra) einnehmen, sollten während der Behandlung und in den 4 Wochen nach Beendigung der Behandlung zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen ergreifen, selbst dann, wenn die Behandlung nur kurz war.
- Johanniskraut sollte nicht zusammen mit Juliette eingenommen werden, da dies zu einem Verlust der empfängnisverhütenden Wirkung führen könnte. Johanniskraut kann die Bildung von Enzymen fördern und dadurch Durchbruchblutungen und Schwangerschaften verursachen. Die Enzyme können noch über mindestens 2 Wochen nach der Behandlung mit Johanniskraut hinaus wirksam sein.
- Einige Arzneimittel wie Barbiturate, Antiepileptika, z. B. Primidon, Phenobarbital, Phenytoin oder Carbamazepin, und Phenylbutazon, Rifampicin, Ampicillin, Griseofulvin und andere Antibiotika können bei gleichzeitiger Einnahme den Abbau von Hormonen beschleunigen und dadurch den kontrazeptiven Schutz beeinträchtigen.
- Die orale Anwendung von Tetrazyklinen (eine Art von Antibiotika) kann in Verbindung mit der Einnahme von Juliette ebenfalls den Abbau von Hormonen beschleunigen, obwohl keine Daten dazu vorliegen.
Bei gleichzeitiger Einnahme dieser Art von Arzneimitteln sollten zusätzliche Verhütungsmethoden (ausgenommen orale Kontrazeptiva und andere hormonelle Verhütungsmethoden) angewendet werden, da eine Schwangerschaft während der Therapie mit Juliette auf jeden Fall verhindert werden sollte.
Sonstige mögliche Wechselwirkungen:
- Eine Dosisanpassung oraler Antidiabetika-Tabletten oder von Insulin kann erforderlich sein.
Bei Einnahme von Juliette zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken:
Keine Wechselwirkungen bekannt
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann Juliette Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Die Aufzählung umfasst alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Juliette, auch solche unter höherer Dosierung.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000, oder unbekannt
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen:
ür alle Frauen, die Juliette anwenden, besteht ein erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien. Für weitere Informationen siehe auch unter Abschnitt 2. „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Juliette ist erforderlich:“.
Nebenwirkungen, die in Verbindung mit der Einnahme von kombinierten "Anti-Baby-Pillen beobachtet wurden, traten auch bei der Einnahme von Juliette-Tabletten auf. Bei ca. 10 – 30 % der Frauen sind während der ersten Einnahmezyklen irgendwelche Nebenwirkungen zu erwarten. Zu diesen Nebenwirkungen zählen Spannungsgefühl in den Brüsten, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerz, Veränderungen des Körpergewichts und der Libido sowie depressive Stimmung. Diese anfänglichen Nebenwirkungen sind häufig von leichter Natur und verschwinden normalerweise innerhalb von 2 - 4 Monaten Behandlung.
Eine reduzierte Menstruationsblutung ist nicht ungewöhnlich und kann bei einigen Patientinnen auftreten.
Wenn die Entzugsblutung nicht eintritt, muss nach einem ausreichenden Zeitraum mittels Schwangerschaftstest eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden, bevor ein neuer Einnahmezyklus begonnen wird.
Sehr leichte Schmier- oder stärkere Zwischenblutungen können besonders während der ersten Zyklen auftreten. Diese sind gewöhnlich nicht von Bedeutung, außer wenn sie auf Einnahmefehlern oder einer möglichen Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln beruhen. Wenn unregelmäßige Blutungen fortbestehen, muss eine organische Ursache vermutet werden.
Die Einnahme von kombinierten Anti-Baby-Pillen ist mit einem erhöhten Risiko von Gefäßverschlüssen verbunden (siehe unter Abschnitt„Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Juliette ist erforderlich:“).
Vorübergehende Leberfunktionsstörungen können auftreten. Bei vorbelasteten Frauen können gelegentlich Blutdruckerhöhungen auftreten. Bei einigen Patientinnen war die Verträglichkeit von Kontaktlinsen reduziert.
Nach der Anwendung von ähnlichen hormonellen Substanzen, wie sie auch in Juliette enthalten sind, hat man in seltenen ällen benigne und in noch selteneren Fällen maligne Lebertumoren beobachtet, die in Einzelfällen zu lebensbedrohlichen intraabdominalen Blutungen führten. Bei einem Auftreten von starken Beschwerden im Oberbauch, einer Lebervergrößerung oder von Anzeichen für intraabdominale Blutungen sollte ein Lebertumor in die Differentialdiagnose einbezogen werden.
Der Radiojod-Test zeigt, dass die Schilddrüsenfunktion unverändert bleibt. Ähnlich wie während einer Schwangerschaft und Estrogeneinnahme ist das an Bluteiweiße gebundene Schilddrüsenhormon Thyroxin erhöht. Während der Therapie mit Juliette sollte daher die an Bluteiweiße gebundene Thyroxinmenge nicht als Maß für die Bestimmung der Schilddrüsenfunktion herangezogen werden.
Die Blutsenkung kann ohne Vorliegen einer Erkrankung erhöht sein. Dies beruht auf einer Veränderung der Bluteiweißmengen. Erhöhte Blutspiegel von Kupfer, Eisen und alkalischer Phosphatase wurden ebenfalls gefunden.

SystemorganklasseHäufigkeit von unerwünschten Wirkungen
Häufig
Gelegentlich
<, ≥.000
Selten
<.000
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerz, Migräne
Augenerkrankungenverminderter Tränenfluss, reduzierte Kontaktlinsenverträglichkeit
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsÜbelkeit, ErbrechenEntzündung der Bauchspeicheldrüse
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesChloasma, Juckreiz, Haarausfall
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenVeränderung des Körper-gewichtsFlüssigkeitsre-tentioneingeschränkte Glukosetoleranz, erhöhter Blutzucker, erhöhter Insulinbedarf
Gefäßerkrankungenerhöhter Blutdruckvenöse Thrombo-embolie (tiefe Venen-thrombose, Lungenembolie). Arterielle Thromboembolie (Herzinfarkt, pectanginöse Attacke).
Leber- und Gallenerkrankungenreversible Erhöhung der Transaminasen, Hepatitis, intrahepatische Cholestase, Gallensteine, gutartiges Leberadenom, fokal noduläre Hyperplasie
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseSpannungsge-fühl in den Brüsten, Blutungen, Dysmenorrhoereduzierte Menstruationsblutung
Psychiatrische Erkrankungendepressive Stimmung, Veränderun-gen der Libido

Befolgen Sie die oben bei bestimmten Nebenwirkungen aufgeführten Verhaltensmaßregeln.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf jedem Blisterstreifen und der Faltschachtel angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Aufbewahrungsbedingungen:
Tabletten vor Licht schützen (Blister im Umkarton aufbewahren).
Nicht über 25 °C lagern.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.

Zusätzliche Informationen

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben
Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
Juliette überzogene Tabletten
2 mg Cyproteronacetat, 0,035 mg Ethinylestradiol.
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme / Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.
• Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
• Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
• Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.
• Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Diese Packungsbeilage beinhaltet:
Was sind die Gründe für den Abbruch der Behandlung mit Juliette?
- migräneartige Kopfschmerzen, die erstmalig oder verstärkt auftreten oder ungewöhnlich häufig oder ungewohnt stark auftretende Kopfschmerzen;
- akute Seh- oder Hörstörungen oder andere Wahrnehmungsstörungen;
- erste Anzeichen von Venenentzündungen mit Blutpfropfbildung (Thrombophlebitiden) oder thromboembolischen Erscheinungen (zum Beispiel ungewohnte Schmerzen oder Schwellungen in einem oder beiden Beinen, stechende Schmerzen beim Atmen oder Husten unklarer Ursache, Schmerz- und Engegefühl im Brustraum);
- 6 Wochen vor einer geplanten Operation (z. B. im Bauchraum, orthopädisch), jegliche chirurgische Eingriffe an den Beinen, ärztliche Behandlung von Krampfadern oder längere Bettruhe z. B. nach Unfällen oder einer Operation. Mit der Einnahme darf nicht früher als zwei Wochen nach vollständiger Beweglichkeit wieder begonnen werden; bei Notoperationen ist üblicherweise eine Vorbeugung gegen Blutpfropfbildung z.B. durch die Gabe von Heparin üblich;
- Auftreten von Gelbsucht, Leberentzündung oder Juckreiz am ganzen Körper;
- Zunahme epileptischer Anfälle;
- stärkerer Blutdruckanstieg;
- Einsetzen von schweren Depressionen;
- starke Oberbauchschmerzen oder Lebervergrößerung;
- deutliche Verschlechterung von Erkrankungen, die sich bekanntermaßen während der Anwendung von hormonalen Empfängnisverhütungsmitteln oder Schwangerschaft verschlimmern;
- Schwangerschaft ist ein Grund für das sofortige Absetzen, weil einige Untersuchungen darauf schließen lassen, dass Anti-Baby-Pillen, die in der frühen Schwangerschaft eingenommen werden, möglicherweise das Risiko von Fehlbildungen des ötus leicht erhöhen könnten. Andere Untersuchungen bestätigten dies wiederum nicht. Die Möglichkeit kann jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Falls ein solches Risiko überhaupt bestehen sollte, ist aber sicher, dass es gering ist. Über einen Schwangerschaftsverdacht ist mit dem Arzt zu sprechen.


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