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«Parocetan 20 mg - Filmtabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Parocetan 20 mg ist zur Behandlung von Erwachsenen mit Depressionen und/oder Angststörungen vorgesehen. Zu den Angststörungen, welche mit Parocetan behandelt werden, gehören: Zwangsstörungen (sich wiederholende, zwanghafte Gedanken mit nicht kontrollierbaren Verhaltensweisen), Panikstörungen (Panikattacken, einschließlich sol-cher, welche durch Agoraphobie, die Angst vor öffentlichen Plätzen, ausgelöst werden), soziale Angststörungen (Furcht vor oder Vermeidung von sozialen Situationen), posttrau-matisches Stress-Syndrom (durch ein traumatisches Erlebnis ausgelöstes Angstgefühl), generalisierte Angststörung (allgemeines Gefühl großer Angst oder Nervosität).

Parocetan gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als SSRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) bezeichnet werden. Jeder Mensch verfügt über eine Substanz im Gehirn, welche Serotonin genannt wird. Menschen mit Depressionen oder Angsstö-rungen, weisen einen geringeren Serotoninspiegel auf als andere. Der genaue Mecha-nismus, wie Parocetan und andere SSRIs wirken ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch helfen sie den Serotoninspiegel im Gehirn zu erhöhen. Depressionen oder Angststörun-gen müssen in geeigneter Weise behandelt werden, um zu einer Besserung Ihrer Be-schwerden beizutragen.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Parocetan 20 mg Filmtabletten dürfen NICHT eingenommen werden

  • wenn Sie so genannte Monooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer, einschließlich Moc-lobemid und Linezolid) einnehmen, oder diese innerhalb der letzten beiden Wochen

eingenommen haben. Ihr Arzt wird Ihnen Anweisungen geben, wie Sie mit der Ein-nahme von Parocetan beginnen dürfen, wenn Sie zuvor die Einnahme von MAO-Hemmer abgesetzt haben.

  • wenn Sie ein antipsychotisch wirkendes Mittel mit dem Wirkstoff Thioridazin oder Pimozid einnehmen.
  • wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Paroxetin, Erdnüsse oder Soja, oder gegen einen der sonstigen Bestandteile von Parocetan 20 mg sind (siehe unten). Wenn eine dieser Angaben auf Sie zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt und nehmen Sie Parocetan nicht ein.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Parocetan 20 mg Filmtabletten ist erfor-derlich
Besprechen Sie folgende Fragen zuerst mit Ihrem Arzt:

  • Nehmen Sie noch andere Arzneimittel ein? (siehe Bei Einnahme von Parocetan mit anderen Arzneimitteln, in dieser Gebrauchsinformation)
  • Haben Sie Probleme mit Nieren, Leber oder Herz?
  • Haben Sie Epilepsie oder sind bei Ihnen in der Vergangenheit Krampfanfälle auf-getreten?
  • Hatten Sie jemals eine manische Phase (übersteigerte Verhaltensweisen oder Gedanken)?
  • Wird bei Ihnen eine Elektrokrampf-Therapie (EKT) durchgeführt?
  • Hatten Sie in der Vergangenheit Blutungsstörungen, oder nehmen Sie andere Arzneimittel ein, welche das Blutungsrisiko erhöhen können (hierzu gehören Arz-neimittel, welche zur Blutverdünnung verwendet werden, wie Warfarin, Antipsy-chotika wie z.B. Perphenazin oder Clozapin, trizyklische Antidepressiva, Arzneimit-tel gegen Schmerzen und Entzündungen, die als nicht-steroidale Antirheumatika oder NSAR bezeichnet werden, z.B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Celecoxib, Eto-dolac, Diclofenac, Meloxicam?
  • Haben Sie Diabetes?
  • Müssen Sie eine natriumarme Diät einhalten?
  • Leiden Sie an einem Glaukom (erhöhter Augeninnendruck)?
  • Sind Sie schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft (siehe Schwanger-schaft, Stillen und Parocetan in dieser Gebrauchsinformation)?
  • Sind Sie noch nicht 18 Jahre alt (siehe Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, in dieser Gebrauchsinformation)?

Wenn Sie eine dieser Fragen mit JA beantworten, und Sie diese noch nicht mit Ihrem Arzt besprochen haben, suchen Sie erneut Ihren Arzt auf und fragen Sie ihn, wie Sie sich wegen der Einnahme von Parocetan verhalten müssen.

Gedanken, sich das Leben zu nehmen (Suizidgedanken) und Verschlechterung der Depression oder Angststörung

Wenn Sie an Depressionen und/oder an Angststörungen leiden, kann es manchmal zu Gedanken, sich das Leben zu nehmen oder sich selbst zu verletzen, kommen. Dies kann verstärkt auftreten, wenn Sie mit einer Antidepressiva-Therapie beginnen, da diese Medikamente erst nach einer gewissen Zeit wirken. Normalerweise wird die Wirkung der Therapie erst nach zwei Wochen bemerkbar, manchmal dauert dies jedoch länger. Möglicherweise können Sie verstärkt diese Gedanken entwickeln,

  • wenn Sie schon einmal daran gedacht haben, sich das Leben zu nehmen oder sich selbst zu verletzen.
  • wenn Sie ein junger Erwachsener sind. Informationen von klinischen Studien haben ein erhöhtes Risiko von suizidalem Verhalten bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen, die jünger als 25 Jahre alt sind und eine Therapie mit Antidepressiva erhalten, gezeigt.

Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt an Selbstverletzung oder Suizid denken, kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder suchen Sie das nächste Krankenhaus auf.

Es könnte für Sie hilfreich sein, einem Angehörigen oder engen Freund zu erzählen, dass Sie depressiv sind oder eine Angststörung haben. Bitten Sie diese
Vertrauensperson, diese Gebrauchsinformation zu lesen. Sie könnten diese Person auch ersuchen, Ihnen mittzuteilen, ob sie denkt, dass sich Ihre Depression oder Angststörung verschlechtert hat, oder ob sie über Änderungen in Ihrem Verhalten besorgt ist.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
Parocetan darf nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verwendet wer-den.
Patienten unter 18 Jahren weisen ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Selbstmordversuche, Selbstmordgedanken und Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten und Wut) auf, wenn sie Parocetan einnehmen. Wenn Ihr Arzt Ihnen (oder Ihrem Kind) Paroctean verschrieben hat und Sie diesen Umstand besprechen wollen, wenden Sie sich bitte noch einmal an Ihren Arzt. Wenn bei Ihnen (oder Ihrem Kind) während der Einnahme von Paroctean eines der oben genannten Symptome auftritt oder sich verschlechtert, sollten Sie Ihren Arzt darüber informieren. Zudem konnten keine Langzeitwirkungen bezüglich Wachstum, Reifung und kognitive Verhaltensentwicklung von Parocetan in dieser Altersgruppe gezeigt werden.

In Studien zur Anwendung von Parocetan bei unter 18-Jährigen traten folgende Neben-wirkungen, von denen weniger als 1 von 10 Kindern/Jugendlichen betroffen waren, auf: eine Zunahme von Selbstmordgedanken und Selbstmordversuchen, vorsätzliches selbst-schädigendes Verhalten, Feindseligkeit, Aggressivität oder Unfreundlichkeit, Appetitlosig-keit, Zittern, vermehrtes Schwitzen, Hyperaktivität (überschießende Energie), Erregtheit, Gefühlsschwankungen (einschließlich Weinen und Stimmungswechsel). In diesen Studien zeigte sich auch, dass die Kinder und Jugendlichen auch dann von diesen Symptomen betroffen waren, wenn sie Zuckertabletten (Placebo) an Stelle von Parocetan einnahmen, allerdings traten diese dann seltener auf.

Bei einigen Patienten in diesen Studien an unter 18-Jährigen kam es nach dem Absetzen von Parocetan zu Entzugserscheinungen. Diese Erscheinungen ähnelten überwiegend denen, die auch bei Erwachsenen nach dem Absetzen von Parocetan beobachtet wurden (siehe Abschnitt 3. Wie sind Parocetan 20 mg Filmtabletten einzunehmen?, in dieser Gebrauchsinformation). Zusätzlich kam es bei Patienten unter 18 Jahren häufig (bei we-niger als 1 von 10 Behandelten) zu Magenschmerzen, Nervosität und Gefühlsschwan-kungen (einschließlich Weinen, Stimmungswechsel, selbstschädigendes Verhalten, Selbstmordgedanken und Selbstmordversuchen).

Wichtige Nebenwirkungen, welche mit Parocetan aufgetreten sind
Einige Patienten, welche Parocetan einnehmen, entwickeln manchmal ein Beschwerde-bild, welches als Akathisie bezeichnet wird, wobei sie sich unruhig fühlen und den Ein-druck haben, nicht still sitzen oder stehen zu können. Andere Patienten entwickeln ein so genanntes Serotonin-Syndrom, bei welchem eines oder mehrere der folgenden

Symptome auftreten können: Verwirrtheitsgefühl, Ruhelosigkeit, Schwitzen, Zittern, Schüt-telfrost, Halluzinationen (Wahrnehmung ungewöhnlicher Traumbilder oder Geräusche), unvermittelte Muskelzuckungen oder beschleunigter Herzschlag. Wenn Sie derartige An-zeichen bemerken, setzen Sie sich mit Ihrem Arzt in Verbindung. Für nähere Informa-tionen zu diesen oder anderen Nebenwirkungen von Parocetan siehe Abschnitt 4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?, in dieser Gebrauchsinformation.

Bei Einnahme von Parocetan mit anderen Arzneimitteln
Einige Arzneimittel können die Wirkungsweise von Parocetan beeinflussen, oder dazu führen, dass eher Nebenwirkungen auftreten. Parocetan kann auch die Wirkungsweise einiger anderer Arzneimittel beeinflussen. Zu diesen gehören:

  • So genannte Monoaminoxidase Hemmer(MAO-Hemmer, einschließlich Moclo-bemid) – siehe Parocetan 20 mg Filmtabletten dürfen NICHT eingenommen wer-den in dieser Gebrauchsinformation.
  • Antipsychotika wie Thioridazin oder Pimozid, - siehe Parocetan 20 mg Filmtab-letten dürfen NICHT eingenommen werden in dieser Gebrauchsinformation.
  • Linezolid, ein Antibiotikum – siehe Parocetan 20 mg Filmtabletten dürfen NICHT eingenommen werden.
  • Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder ein anderes NSAR (Nicht-steroidale Antirheu-matika), wie Celecoxib, Etodolac, Diclofenac und Meloxicam, die zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden.
  • Tramadol, ein Schmerzmittel.
  • Fentanyl (ein Betäubungsmittel)
  • Arzneimittel aus der Gruppe der so genannten Triptane, z.B. Sumatriptan, welches zur Behandlung von Migräne verwendet wird.
  • Andere Antidepressiva einschließlich SSRIs und trizyklischer Antidepressiva wie Clomipramin, Nortriptylin und Desipramin.
  • Ein Nahrungsergänzungsmittel namens Tryptophan.
  • Arzneimittel wie Lithium, Risperidon, Perphenazin, Clozapin (Antipsychotika), die zur Behandlung bestimmter psychiatrischer Störungen verwendet werden.
  • Eine Kombination von Fosamprenavir und Ritonavir, die zur Behandlung von HIV-Infektion verwendet wird.
  • Johanniskraut, ein pflanzliches Arzneimittel gegen Depressionen.
  • Phenobarbital, Phenytoin, Natriumvalproat oder Carbamazepin, welche zur Be-handlung von Krampfanfällen oder Epilepsie verwendet werden.
  • Atomoxetin, welches zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) verwendet wird.
  • Procyclidin, wird verwendet um Tremor, speziell bei Parkinsonschen Krankheit zu lindern.
  • Warfarin oder andere Arzneimittel (so genannte Antikoagulantien), welche zur Blutverdünnung verwendet werden.
  • Propafenon, Flecainid und Arzneimittel zur Behandlung eines unregelmäßigen Herzschlages.
  • Metoprolol, ein Betablocker, welcher zur Behandlung von hohem Blutdruck und Herzproblemen verwendet wird.
  • Rifampicin, welches zur Behandlung von Tuberkulose (TBC) und Lepra verwen-det wird.
  • Tamoxifen, ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Krebs verwendet wird.

Wenn Sie eines der Arzneimittel aus dieser Liste einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, und Sie dies noch nicht mit Ihrem Arzt abgeklärt haben, wenden Sie sich erneut an Ihren Arzt und fragen Sie ihn was zu tun ist. Die Dosierung muss möglicherweise geändert werden oder es wird Ihnen ein anderes Arzneimittel verschrieben.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/ anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Bei Einnahme von Parocetan zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Trinken Sie keinen Alkohol, während Sie Parocetan einnehmen. Alkohol kann Ihre Be-schwerden oder die Nebenwirkungen verstärken. Die morgendliche Einnahme von Paro-cetan zusammen mit dem Frühstück vermindert das Auftreten von Übelkeit.

Schwangerschaft und Stillzeit, und Parocetan
Wenn Sie bereits Parocetan einnehmen und erfahren, dass Sie schwanger sind,
müssen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Ebenso sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie eine Schwangerschaft planen. Einige Studien wiesen darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko für Herzfehler bei Babys, deren Mütter in den ersten Mona-ten der Schwangerschaft Parocetan erhielten, besteht. In diesen Studien wurde herausge-funden, dass weniger als 2 von 100 Babys (2%) deren Mütter in der frühen Schwanger-schaft Paroxetin erhielten einen Herzfehler aufwiesen, im Vergleich zu der normalen Rate von 1 pro 100 Babys (1%) die in der Normalbevölkerung beobachtet wird. Unter Berück-sichtigung aller Arten von Geburtsschäden besteht kein Unterschied zwischen der Anzahl an Babys, die mit Geburtsschäden auf die Welt kamen, nachdem ihre Mütter in der Schwangerschaft Paroxetin eingenommen hatten, und der Gesamtzahl an Geburtsschä-den in der Allgemeinbevölkerung. Sie und Ihr Arzt werden möglicherweise entscheiden, dass es besser für Sie ist auf ein anderes Arzneimittel zu wechseln oder Parocetan schrittweise abzusetzen während Sie schwanger sind. Abhängig von Ihren Beschwerden kann Ihr Arzt jedoch auch entscheiden, dass es besser für Sie ist, die Einnahme von Pa-rocetan fortzusetzen.

Stellen Sie sicher, dass Ihre Hebamme und/oder Ihre Ärztin/Ihr Arzt wissen, dass Sie Pa-rocetan einnehmen. Während der Schwangerschaft, besonders während der letzten drei Monate der Schwangerschaft, kann die Einnahme von Parocetan das Risiko einer schwerwiegenden Komplikation, der persistierenden pulmonalen Hypertonie des Neuge-borenen, bei Säuglingen erhöhen. Diese Komplikation führt zu einer beschleunigten At-mung und das Kind kann bläulich aussehen. Diese Symptome beginnen normalerweise während der ersten 24 Stunden nach der Geburt. Wenn Sie bei Ihrem Kind derartiges be-obachten, sollten Sie sofort Ihre Hebamme oder Ihren Arzt/Ihre Ärztin kontaktieren.

Wenn Sie Parocetan in den letzten 3 Monaten Ihrer Schwangerschaft einnehmen, informieren Sie Ihre Hebamme, da Ihr Baby bei der Geburt einige Symptome aufweisen kann. Diese Symptome beginnen meist während der ersten 24 Stunden nach der Geburt. Dazu gehören Schlafprobleme und ungenügende Trinkmenge, Atemstörungen, eine bläu-liche Verfärbung der Haut, zu hohe oder zu niedrige Temperatur, Erbrechen, vermehrtes Weinen, steife oder schlaffe Muskeln, Lethargie, Zittern, Schüttelfrost oder Krämpfe. Wenn Ihr Baby nach der Geburt eines dieser Symptome aufweist und Sie sich Sorgen machen, informieren Sie Ihren Arzt oder die Hebamme, die Ihnen entsprechende Anweisungen geben können.

Parocetan kann in kleinen Mengen in die Muttermilch übergehen. Wenn Sie Paroce-tan einnehmen, gehen Sie zu Ihrem Arzt und sprechen Sie mit ihm, bevor Sie zu stillen beginnen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

!

Achtung: dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Mögliche Nebenwirkungen von Parocetan umfassen Schwindel, Verwirrtheit, Müdigkeit oder verschwommenes Sehen. Wenn diese Nebenwirkungen bei Ihnen auftreten, dürfen Sie kein Fahrzeug lenken oder Maschinen bedienen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Parocetan Parocetan enthält Sojalecithin. Wenn Sie allergisch auf Erdnüsse oder Soja sind, dürfen Sie dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Wie wird es angewendet?

Die üblichen Dosierungen bei verschiedenen Erkrankungen sind in nachfolgender Tabelle angegeben.

Ihr Arzt wird Sie über das für Sie richtige Dosierungsschema informieren, wenn Sie die Einnahme mit Parocetan beginnen. Die meisten Menschen beginnen sich nach ei-nigen Wochen besser zu fühlen. Wenn nach dieser Zeit keine Besserung eintritt, informie-ren Sie Ihren Arzt darüber, der Ihnen entsprechende Anweisungen geben kann. Er/Sie wird dann gegebenenfalls die Dosis schrittweise um jeweils 10 mg bis zum Erreichen der Tageshöchstdosis erhöhen.

Nehmen Sie die Tabletten morgens zum Frühstück ein.

Die Filmtabletten sollten unzerkaut mit einem Glas Wasser geschluckt werden.

Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, wie lange Sie die Tabletten einnehmen müssen. Die Behandlung kann sich über mehrere Monate oder länger erstrecken.

Ältere Menschen
Die Maximaldosierung für Personen über 65 beträgt 40 mg pro Tag.

Patienten mit Leber- oder Nierenerkrankung

Wenn Sie Probleme mit Ihrer Leber haben oder an einer schweren Nierenerkrankung lei-den, wird Ihr Arzt Ihnen unter Umständen eine niedrigere Dosis Parocetan verordnen als üblich.

Wenn Sie eine größere Menge von Parocetan eingenommen haben, als Sie sollten Nehmen Sie niemals mehr Tabletten als von Ihrem Arzt verordnet ein. Wenn Sie (oder ei-ne andere Person) zu viele Tabletten von Parocetan eingenommen haben, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder suchen Sie das nächste Krankenhaus auf. Zeigen Sie dort eine Packung der Tabletten.

Bei Menschen mit einer Überdosierung von Parocetan kann jede der Nebenwirkungen, welche in Abschnitt 4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?aufgelistet sind auftreten, oder eines der folgenden Symptome: Krankheitsgefühl, erweiterte Pupillen, Fieber, Kopf-schmerzen, unkontrollierbare Muskelanspannung.

Wenn Sie die Einnahme von Parocetan vergessen haben
Nehmen Sie Parocetan immer zur selben Tageszeit ein.
Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, und Sie es noch vor dem zu Bett gehen be-merken, nehmen Sie die Dosis sofort ein und fahren Sie am nächsten Tag wie gewohnt mit der Einnahme fort.
Wenn Sie es erst nachts bemerken, oder am nächsten Tag, lassen Sie die vergessene Dosis ausfallen. Sie werden möglicherweise Entzugssymptome bemerken, welche aber wieder abklingen, sobald Sie die nächste Dosis zur gewohnten Zeit einnehmen.

Wenn Sie keine Besserung Ihrer Beschwerden verspüren
Parocetan 20 mg wird Ihre Beschwerden nicht sofort bessern
– alle Antidepressiva benötigen einige Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Manche Menschen fühlen sich inner-halb weniger Wochen besser, für andere dauert es etwas länger. Manche Menschen, die Antidepressiva einnehmen, fühlen sich zunächst schlechter, bevor dann eine Besserung eintritt. Wenn bei Ihnen nach einigen Wochen noch immer keine Besserung eingetreten ist, sprechen Sie erneut mit Ihrem Arzt, der Ihnen dann entsprechende Anweisungen ge-ben wird. Ihr Arzt wird Sie auffordern, ihn einige Wochen nach dem Beginn der Behand-lung erneut aufzusuchen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie sich nicht besser fühlen.

Wenn Sie die Einnahme von Parocetan 20 mg-Filmtabletten abbrechen Beenden Sie die Einnahme von Parocetan nicht ohne ärztliche Anweisung.

Wenn Sie die Einnahme von Parocetan 20 mg-Filmtabletten abbrechen, wird Ihr Arzt Ihnen dabei helfen, die Dosis langsam über Wochen oder Monate - zur Vermeidung von Entzugserscheinungen - abzusetzen. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist, die Dosis von Pa-rocetan um 10 mg-Schritte pro Woche zu reduzieren. Die meisten Menschen empfinden die Entzugserscheinungen beim Absetzen von Parocetan als leicht und stellen fest, dass sie innerhalb von zwei Wochen von selbst wieder verschwinden. Bei einigen Menschen können diese Symptome stärker ausgeprägt sein oder für längere Zeit anhalten.

Wenn Sie Entzugserscheinungen haben, während Sie die Tabletten absetzen, kann Ihr Arzt entscheiden, das Arzneimittel in kleineren Schritten abzusetzen. Wenn Sie beim Ab-setzen von Parocetan starke Entzugserscheinungen bekommen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Er/Sie wird Ihnen möglicherweise raten, die Tabletten wieder einzunehmen und dann noch langsamer wieder abzusetzen.

Wenn bei Ihnen Entzugserscheinungen auftreten, können Sie Parocetan trotzdem absetzen.

Mögliche Entzugserscheinungen nach dem Absetzen der Behandlung Studien haben gezeigt, dass 3 von 10 Patienten ein oder mehrere Symptome beim Ab-setzen von Paroxetin bemerken. Bestimmte Entzugserscheinungen treten häufiger auf als andere.

Häufige Nebenwirkungen, bei weniger als 1 von 10 Personen

  • Gefühl von Schwindel, Unruhe oder Unausgeglichenheit
  • Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen und (seltener) Stromschlaggefühl, auch im Kopf sowie Summen, Zischen, Pfeifen, Klingeln oder andere anhaltende Ohrge-räusche (Tinnitus)
  • Schlafstörungen (lebhafte Träume, Albträume, Schlaflosigkeit)
  • Angstgefühl
  • Kopfschmerzen.

Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie über Entzugserscheinungen nach dem Abset-zen von Parocetan beunruhigt sind.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Parocetan Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Nebenwirkungen treten vorwiegend in den ersten zwei Wochen der Einnahme von Parocetan auf.

Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen während der Behandlung auftritt.

Unter Umständen müssen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt in Verbindung setzen oder das nächste Krankenhaus aufsuchen.

Gelegentlich(weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten):

  • Wenn bei Ihnen ungewöhnliche Blutergüsse oder Blutungen auftreten, ein-schließlich Bluterbrechen oder Blut im Stuhl, setzen Sie sich unverzüglich mit Ih-rem Arzt in Verbindung oder suchen Sie das nächste Krankenhaus auf.
  • Wenn Sie feststellen, dass Sie kein Wasser lassen können, setzen Sie sich un-verzüglich mit Ihrem Arzt in Verbindung oder suchen Sie das nächste Kranken-haus auf.

Selten(weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten):

  • Wenn bei Ihnen Krampfanfälle auftreten, setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt in Verbindung oder suchen Sie das nächste Krankenhaus auf.
  • Wenn Sie sich ruhelos fühlen oder das Gefühl haben, nicht still sitzen oder ste-hen zu können, haben Sie möglicherweise eine so genannte Akathisie. Eine Erhö-hung der Parocetan-Dosis kann diese Empfindungen verstärken. Wenn Sie solche Empfindungen haben, setzen Sie sich mit Ihrem Arzt in Verbindung.
  • Wenn Sie sich müde, schwach oder verwirrt fühlen und Ihre Muskeln schmer-zen, steif sind oder sich unkoordiniert bewegen, kann das an einem erniedrigten Natriumgehalt in Ihrem Blut liegen. Wenn Sie derartige Zeichen bemerken, setzen Sie sich mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Sehr selten(weniger als 1 von 10 000 Behandelten):

  • Allergische Reaktionen auf Parocetan. Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag mit Rötung und Knötchenbildung auftritt, oder wenn es zu Schwellungen der Augenlider, des Gesichts, der Lippen, des Mundes oder der Zunge kommt, ein Juckreiz einsetzt oder Sie Atemnot oder Schluckstörun-gen bemerken, setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt in Verbindung oder suchen Sie das nächste Krankenhaus auf.
  • Wenn bei Ihnen einige oder alle der nachfolgend genannten Symptome auftre-ten, haben Sie möglicherweise ein so genanntes Serotonin-Syndrom, u. a. mit fol-genden Symptomen: Verwirrtheit, Ruhelosigkeit, Schwitzen, Zittern, Schüttelfrost, Hal-luzinationen (Wahrnehmung ungewöhnlicher Bilder oder Geräusche), unvermittelten Muskelzuckungen oder einem beschleunigten Herzschlag. Wenn Sie derartige Anzei-chen bemerken, setzen Sie sich mit Ihrem Arzt in Verbindung.
  • Akuter Glaukomanfall. Wenn Ihre Augen schmerzen und Sie plötzlich verschwommen sehen, setzen Sie sich mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit (unbekannt: die Häufigkeit kann aus den vorliegenden Daten nicht abgeschätzt werden)

  • Wenn Sie Gedanken an Suizid oder daran sich selbst zu schaden haben (siehe Ab-schnitt 2 Was müssen Sie vor der Einnahme von Parocetan 20 mg Filmtabletten be-achten?)

Weitere mögliche Nebenwirkungen während der Behandlung

Sehr häufig(mehr als 1 von 10 Behandelten):
− Übelkeit. Die morgendliche Einnahme des Arzneimittels zusammen mit dem Frühs-tück kann diese Beschwerden vermindern.

  • Veränderung des sexuellen Verlangens und der sexuellen Funktionen. z.B. ausblei-bender Orgasmus, bei Männern Erektions- und Ejakulationsstörungen.

Häufig (weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten):

  • Appetitlosigkeit
  • Schlaflosigkeit (Insomnie) oder Müdigkeitsgefühl
  • Abnormale Träume (einschließlich Albträume)
  • Schwindelgefühl oder Zittern (Tremor)
  • Kopfschmerzen
  • Gefühl der Erregtheit
  • Ungewöhnliches Schwächegefühl
  • Verschwommenes Sehen
  • Gähnen, Mundtrockenheit
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Gewichtszunahme
  • Schwitzen
  • Anstieg des Cholesterinspiegels

Gelegentlich (weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten):

  • Kurzzeitiger Anstieg oder Abfall des Blutdrucks, beschleunigter Herzschlag
  • Bewegungshemmung, Muskelsteife, Zittern oder abnorme Bewegungen von Mund und Zunge
  • Hautausschlag
  • Verwirrtheit
  • Blutdruckabfall beim Aufstehen, was zu Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht führen kann
  • Auftreten von Halluzinationen (Wahrnehmung ungewöhnlicher Bilder oder Geräusche)
  • Sehr große Pupillen (Mydriasis)
  • Unkontrollierbarer, unwillkürlicher Urinabgang (Harninkontinenz).

Selten(weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten):

  • Abnorme Milchabsonderung aus der Brust bei Männern und Frauen
  • Verlangsamter Herzschlag
  • Beeinflussung der Leber, die sich in einer Veränderung der Leberwerte im Blut zeigt
  • Panikattacken − Übersteigerte Verhaltensweisen und Gedankeninhalte (Manie)
  • Gefühl der Selbstentfremdung (Depersonalisation)
  • Angstgefühl
  • Schmerzen in den Gelenken oder Muskeln
  • Drang, die Beine oder andere Körperteile zu bewegen, um störende Empfindungen zu beenden (Restless legs syndrom).

Sehr selten(weniger als 1 von 10 000 Behandelten):

  • Leberstörungen, die zu einer Gelbfärbung der Haut oder der Bindehaut führen können
  • Flüssigkeits- oder Wassereinlagerung, die zu Schwellungen der Arme oder der Beine führen kann
  • Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht
  • Schmerzhafte Dauererektion des Penis
  • Erniedrigte Anzahl der Blutplättchen.

Weitere mögliche Nebenwirkungen: Ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche wurde bei Patienten beobachtet, die Medikamente aus diesen Gruppen (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder trizyklische Antidepressi-va) einnahmen.

Bei einigen Patienten traten während der Einnahme von Parocetan Summen, Zischen, Pfeifen, Klingeln oder andere anhaltende Ohrgeräusche (Tinnitus) auf.

Wenn Sie während der Einnahme von Parocetan irgendwelche Bedenken haben, spre-chen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, die Sie beraten können.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwir-kungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in die-ser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen Parocetan nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Wenn Sie halbe Tabletten einnehmen, achten Sie darauf, dass diese sicher in der Pa-ckung verwahrt werden.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benö-tigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.


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