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«Stocrin®»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Stocrin gehört zu einer Klasse der anti-retroviralen Arzneimittel (virushemmende Substanzen), den nicht nukleo­sidalen Hemmstoffen der Reversen-Transkriptase (NNRTIs). Als anti-retrovirales Medikament bekämpft es die HIV-Infektion und reduziert dabei die Virusmenge im Blut.

Stocrin wird in Kombination mit anderen Anti-HIV-Arzneimitteln zur Behandlung von HIV-Infektionen verwendet.

Stocrin darf nur auf Verschreibung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin eingenommen werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin hat Ihnen Stocrin gegen Ihre HIV-Infektion verschrieben. Stocrin reduziert in Kombination mit anderen anti-retroviralen Arzneimitteln die Anzahl der Viren im Blut.

Die Behandlung mit Stocrin reduziert in keinem Fall das Risiko, das HI-Virus durch sexuellen Kontakt oder über infiziertes Blut auf andere zu übertragen.

Stocrin muss in Kombination mit anderen Anti-HIV-Arzneimitteln eingenommen werden.

Es ist wichtig zu wissen, dass Stocrin eine HIV-Infektion nicht heilen kann. Es können weiterhin Infektionen oder andere Krankheiten auftreten, die im Zusammenhang mit der HIV-Infektion stehen. Bleiben Sie deshalb während der Behandlung mit Stocrin in Kontakt mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Bei einigen Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion (Aids) und einer Vorgeschichte von opportunistischen Infektionen, können zu Beginn der Behandlung Anzeichen und Symptome einer Entzündung wie bei einer vorherge­henden Infektion auftreten.

Nehmen Sie Stocrin nicht ein, wenn Sie allergisch auf einen Bestandteil des Arzneimittels reagieren, der in Stocrin Filmtabletten oder Lösung enthalten ist.

Mit folgenden Arzneimitteln zusammen sollte Stocrin nicht eingenommen werden: Astemizole (Hismanal®), Cisapride (Prepulsid®), Terfenadine (Teldane®), Midazolam (Dormicum®), Triazolam (Halcion®), Pimozid, Bepridil und Ergotaminderivate. Mit Stocrin zusammen könnten diese Arzneimittel schwere oder sogar lebensgefährliche Nebenwirkungen auslösen.

Die allgemein verwendete Dosis von Stocrin sollte nicht zusammen mit der allgemein verwendeten Dosis von Vo­riconazol (Vfend®), einem Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen, eingenommen werden. Stocrin könnte die Wirksamkeit von Voriconazol verringern. Voriconazol könnte die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen von Stocrin erhöhen. Eine erhöhte Dosis von Voriconazol kann zusammen mit einer niedrigeren Dosis von Stocrin eingenommen werden, aber besprechen Sie das vorher mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Während der Behandlung mit Stocrin wird von der Einnahme von Johanniskraut-Extrakten (Hypericum perforatum), pflanzlichen Produkten, die bei gedrückter Stimmung und depressiven Symptomen eingesetzt werden, abgeraten. Durch die gleichzeitige Einnahme von Johanniskraut-Extrakten und Stocrin kann es zu einem Verlust der antiviralen Wirkung von Stocrin kommen und es könnte sich eine Resistenz entwickeln.

Stocrin sollte nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, welche Efavirenz enthalten, eingenommen werden.


Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über aktuelle oder frühere medizinische Probleme, besonders wenn Sie an Leberkrankheiten (z.B. chronische Hepatitis B oder C), Allergien, an Krampfanfällen oder psychischen Störungen leiden, sowie wenn Sie drogen- oder alkoholabhängig sind. Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, welche anderen Arzneimittel, Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel Sie momentan einnehmen oder einzunehmen beabsichtigen. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie ein Kind stillen, schwanger sind oder schwanger werden möchten. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie ein Arzneimittel einnehmen, welches Efavirenz enthält. Stocrin sollte nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln, welche Efavirenz enthalten, eingenommen werden.

Unter antiretroviraler Kombinationstherapie können einige Patienten eine Knochenerkrankung, genannt Osteonekrose (Zugrundegehen von Knochengewebe durch verringerte Blutzufuhr im Knochen), entwickeln. Risikofaktoren für die Entwicklung dieser Erkrankung sind unter anderem die Dauer der antiretroviralen Kombinationstherapie, eine Kortisontherapie, Alkoholkonsum, eine schwere Immunsupression und ein hoher Body Mass Index. Anzeichen für eine Osteonekrose sind Gelenksteifigkeit, Schmerzen (besonders im Hüft-, Knie- und Schultergelenk) und Bewegungsschwierigkeiten. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie diese Symptome beobachten.

Stocrin kann in Kombination mit verschiedenen anti-retroviralen Arzneimitteln eingenommen werden. Dazu gehören Protease-Hemmer, sowie andere Hemmer der reversen Transkriptase. Die optimale Dosis von Indinavir bei Kombination mit Efavirenz ist nicht bekannt. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Stocrin und Ritonavir muss die Dosis von Atazanavir angepasst werden. Die Kombination von Stocrin mit Saquinavir (Invirase®) und/oder Ritonavir (Norvir®) wird nicht empfohlen.

Wenn Sie das Antibiotikum Clarithromycin (Klacid®) einnehmen, wird Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin ein anderes Antibiotikum vorschlagen.

Wenn Sie Methadon einnehmen, könnte Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Methadondosis nach Einnahme von Stocrin anpassen.

Wenn Sie mit Sertralin behandelt werden, könnte Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Sertralindosis nach Einnahme von Stocrin anpassen.

Stocrin kann die Wirkung von Itraconazol (Sporanox®) (wird zur Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt) abschwächen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Itraconazol einnehmen.

Wenn Sie gleichzeitig zur Behandlung mit Stocrin Lipidsenker, sogenannte Statine, wie Atorvastatin (Sortis®), Pravastatin (Selipran®) oder Simvastatin (Zocor®) einnehmen, könnte Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Statindosis anpassen.

Stocrin kann die Wirkung von Carbamazepin (zur Vorbeugung von Krampfanfällen) abschwächen. Auch kann Carbamazepin die Wirkung von Stocrin abschwächen. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenn Sie Carbamazepin einnehmen.

Wenn Sie bei Behandlungsbeginn mit Stocrin Diltiazem oder ähnliche Arzneimittel (sogenannte Kalziumkanalblocker) einnehmen, muss Ihr Arzt möglicherweise die Dosis des Kalziumkanalblockers anpassen. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie ein solches Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen! Als unerwünschte Wirkung von Stocrin können Schwindelgefühle, Konzentrationsstörungen und Schläfrigkeit auftreten. Falls Sie eines dieser Symptome an sich feststellen, sollten Sie auf Tätigkeiten verzichten, bei denen Unfälle entstehen können, speziell auf das Autofahren und das Arbeiten an Maschinen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!, Phytopharmaka [= pflanzliche Heilmittel] oder Nahrungsergänzungsmittel) einnehmen.


Frauen sollten nicht schwanger werden während der Behandlung mit Stocrin und 12 Wochen danach. Falls eine Frau während der Stocrintherapie dennoch schwanger wird, sollte sie ihren Arzt informieren.

Wenn Sie während der Therapie mit Stocrin schwanger werden könnten, sollten Sie eine zuverlässige Verhütungsmethode inklusive Pille oder andere hormonale Verhütungsmittel (z.B. Implantate, Injektionen) benutzen. Efavirenz kann auch nach Beendigung der Therapie für einige Zeit im Blut bleiben. Deshalb sollten Sie das Verhütungsmittel bis 12 Wochen nach Beendigung der Stocrintherapie benutzen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin sofort, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten. Wenn Sie bereits schwanger sind, sollten Sie Stocrin nur einnehmen, wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet, dass es unbedingt notwendig ist.

Bei Tieren und bei Neugeborenen von Frauen, die während der Schwangerschaft mit Stocrin behandelt wurden, wurden Missbildungen der Föten beobachtet. Deshalb sollte bei Frauen, die Stocrin erhalten, eine Schwangerschaft vermieden werden. Wenn Sie als Frau Stocrin erhalten, sollten Sie zur Empfängnisverhütung gleichzeitig eine zuverlässige mechanische Schutzmethode (Kondom o.ä.) und eine orale (Pille) oder eine andere hormonelle Form der Verhütung (z.B. Hormonspritzen) anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn Sie Ihr Kind stillen oder stillen möchten. HIV-infizierte Mütter sollten nicht stillen, um die Übertragung des Virus auf das Kind zu vermeiden.

Wie wird es angewendet?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen Anleitung zur richtigen Dosierung.

Die Dosis für Erwachsene und Kinder von 40 kg Körpergewicht oder mehr beträgt einmal täglich 600 mg für die Filmtabletten und 24 ml für die Lösung zum Einnehmen.

Bei Kindern unter 40 kg berechnet sich die einmal täglich einzunehmende Dosis nach dem Körpergewicht. Bitte beachten Sie, dass die Dosis der Lösung in mg nicht mit der Dosis der Filmtabletten in mg identisch ist.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Folgenden Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Stocrin auftreten: Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen von Stocrin in Kombination mit anderen Anti-HIV-Arzneimitteln gehören Hautausschläge, Übelkeit, Schwindel, Durchfall, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen sind Hautausschläge und neurologische Symptome wie Schwindelgefühl, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, beeinträchtigtes Konzentrationsvermögen und ungewöhnliches Träumen.

Sollten bei Ihnen Hautausschläge auftreten, konsultieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, denn die Ausschläge könnten schwerer Natur sein. Allerdings verschwinden sie in den meisten Fällen, ohne dass Sie Ihre Therapie mit Stocrin ändern müssen. Bei Kindern, die mit Stocrin behandelt wurden, zeigten sich häufiger Ausschläge als bei Erwachsenen.

Die neurologischen Symptome treten eher zu Beginn der Behandlung auf, schwächen sich aber im Laufe der ersten Wochen ab. Wenn Sie davon betroffen sind, kann die Verträglichkeit verbessert werden, wenn die Einnahme vor dem Schlafengehen erfolgt. Selten hatten einige Patienten schwerwiegendere Symptome, welche die Stimmungslage oder die Denkfähigkeit beeinträchtigten, wie Depressionen, Selbstmordgedanken, aggressives Verhalten oder ungewöhnliche Gedanken. Einige Patienten haben Selbstmord begangen. Diese Probleme treten eher bei Patienten auf, die bereits psychische Störungen in ihrer medizini­schen Vorgeschichte aufweisen. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, wenn diese oder andere unerwünschte Wirkungen auftreten.

Selten wurden Störungen der Koordination und des Gleichgewichts, Konvulsionen (= Krämpfe), Juckreiz, photoallergene Dermatitis, Magenschmerzen, verschwommenes Sehen, Brustvergrösserung beim Mann, Leberschäden, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, vermehrtes Auftreten von Fett in Regionen wie Nacken, Brust, Bauch und Rücken, Erröten, Zittern und Ohrensausen beobachtet.

Bei der Behandlung mit Stocrin sind weitere unerwünschte Wirkungen möglich. Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin besitzt eine vollständigere Liste der unerwünschten Wirkungen. Informieren Sie deshalb sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn die hier genannten oder andere ungewöhnliche Symptome auftreten. Auch sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren, wenn diese nicht zurückgehen oder sich verschlimmern.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie das Arzneimittel ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Stocrin sollte bei Raumtemperatur (15–30

Zusätzliche Informationen

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Stocrin 50


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