Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

«Taxol® Konzentrat für Infusionslösungen»

Taxol® Konzentrat für Infusionslösungen


Wie wirkt der Inhaltsstoff?

Der Wirkstoff Paclitaxel wird als Zytostatikum eingesetzt, das heißt als Mittel, das die Teilung (und somit Vermehrung) von Krebszellen hemmt:

Zellen besitzen ein inneres Stützgerüst, das unter anderem aus sogenannten Mikrotubuli aufgebaut ist. Diese röhrenförmigen Eiweißelemente werden durch Paclitaxel stabilisiert. Sie können sich dadurch nicht mehr auflösen, wie es vor einer Zellteilung notwendig wäre - das Wachstum des Tumors wird blockiert.Weiterlesen:Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete

  • Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
  • Brustkrebs (Mammakarzinom)
  • best. Form von Lungenkrebs (Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom)
  • mit Aids assoziiertes Kaposi-Sarkom (bösartiger Tumor v.a. im Bereich der Haut, aber auch an Schleimhäuten und inneren Organen)

Hinweise!

  • Paclitaxel kann zu schweren Überempfindlichkeitsreaktionen führen, weshalb eine Ausrüstung für die Notfallbehandlung bereit stehen sollte. Patienten müssen zudem mit Corticosteroiden, Antihistaminika und H2-Antagonisten vorbehandelt sein.
  • Taxol enthält Alkohol, was einen Einfluss auf das zentrale Nervensystem oder andere Effekte haben kann (z.B. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen)
  • Während der Therapie sollten Verhütungsmittel angewendet werden.
  • Taxol wird nicht empfohlen bei Patienten unter 18 Jahren (keine Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit).
  • Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung sind die Nebenwirkungen von Taxol verstärkt (vor allem die Störung der Blutbildung).
  • Brustkrebs mit Metastasen: Wird Taxol zusammen mit Doxorubicin oder Trastuzumab verabreicht, sollte die Herzfunktion sorgfältig überwacht werden, um mögliche Funktionsstörungen frühzeitig zu erkennen.
  • Taxol in Kombination mit einer Bestrahlung der Lunge kann zu einer bestimmten Form von Lungenentzündung (interstitielle Pneumonitis) führen - egal, ob die Strahlentherapie vor oder nach der Anwendung von Taxol erfolgt.
  • Während und bis zu mindestens sechs Monate nach der Therapie sollten Verhütungsmittel angewendet werden (Schäden am Ungeborenen möglich).

Wann ist das Medikament nicht für Sie geeignet (Gegenanzeigen)?

  • Zahl der Neutrophilen (Gruppe der weißen Blutkörperchen) von weniger als 1500 Zellen pro Kubikmillimeter (mm3) bzw. 1000 Zellen pro Kubikmillimeter (mm3) bei Patienten mit Kaposi-Sarkom
  • Schwerwiegende, unkontrollierte Infektionen
  • Überempfindlichkeit gegenüber Paclitaxel oder einem anderen Inhaltsstoff, vor allem gegenüber Poly(oxyethylen)-35-Rizinusöl bzw. Macrogolglycerolricinolat.
  • Schwere Leberfunktionsstörung

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Während der Schwangerschaft und Stillzeit das das Medikament nicht angewendet werden. Während der Behandlung muss abgestillt werden.

Wie andere zytotoxische Medikamente kann auch Paclitaxel bei Schwangeren Schäden am Ungeborenen verursachen. Während und bis zu mindestens sechs Monate nach der Therapie sollten daher Verhütungsmittel angewendet werden.

Männliche Patienten sollten sich vor der Behandlung wegen einer möglichen Unfruchtbarkeit über eine Spermakonservierung (Einfrieren einer Spermaprobe) beraten lassen.

Nebenwirkungen

Aufgelistet sind die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen. Sie können auftreten, müssen aber nicht, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente anspricht.

Manchmal reagieren Menschen allergisch auf Medikamente. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion verspüren, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.

  • schwere Blutbildungsstörung (Neutropenie, Thrombozytopenie, Leukopenie), Blutarmut (Anämie), Blutungen
  • leichte Überempfindlichkeitsreaktionen, insbesondere Flush (Hautrötung, v.a. im Gesicht und am Oberkörper) sowie Hautausschlag
  • Nervenschädigungen (Neurotoxizität), besonders im Bereich peripherer Nerven
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Haarausfall (Alopezie)
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Infektionen (v.a. der Harnwege und des oberen Atemtraktes)

Als lokale Reaktionen an der Injektionsstelle sind Schwellungen, Schmerzen, Rötung und Verhärtung möglich.

Wechselwirkungen

  • Kombination mit Cisplatin (bei Eierstockkrebs): Paclitaxel sollte vor (nicht nach) Cisplatin gegeben werden, weil sonst unter anderem die Blutbildung noch mehr gestört wird.
  • Die Kombinationstherapie Cisplatin und Paclitaxel kann das Risiko für Nierenversagen erhöhen.
  • Werden Doxorubicin (ebenfalls ein Zytostatikum) und Paclitaxel in zu kurzen Abständen hintereinander verabreicht, verringert sich die Ausscheidung des ersteren. Paclitaxel sollte daher 24 Stunden nach Doxorubicin angewendet werden.
  • An der Verstoffwechslung von Paclitaxel sind unter anderem zwei Formen des Enzyms Cytochrom P450 (CYP3A4 und CYP2C8) beteiligt. Daher Vorsicht bei Präparaten, die diese Enzyme beeinflussen oder ebenfalls von ihnen verstoffwechselt werden, wie z.B. Erythromycin (Antibiotikum), Fluoxetin (Antidepressivum), Gemfibrozil (Mittel, das die Blutfettwerte senkt), Rifampicin (Tuberkulosemittel), Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital (gegen Epilepsie), Efavirenz und Nevirapin (gegen Aids).
  • Protease-Inhibitoren (als Aids-Medikamente verwendet): Manche können bei gleichzeitiger Einnahme die Ausscheidung von Paclitaxel verringern.

Bewertungen «Taxol® Konzentrat für Infusionslösungen»