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Krankheiten referenzindex «Chronische Gastritis - Ursachen»

Chronische Gastritis - UrsachenChronische Gastritis - UrsachenChronische Gastritis - Ursachen

Typ A (Autoimmune Gastritis)

Bei der A-Gastritis (chronische Gastritis vom Typ A) produziert das Immunsystem Antikörper gegen die sogenannten Belegzellen und/oder den sogenannten Intrinsic-Faktor:

Belegzellen sind ein besonderer Zelltyp in der Magenschleimhaut. Sie produzieren Salzsäure (HCl; Bestandteil des Magensaftes) und den Intrinsic-Faktor. Bei letzterem handelt es sich um ein Protein, das später im Dünndarm für die Aufnahme von Vitamin B12 aus dem Nahrungsbrei notwendig ist.

Der Angriff des Immunsystems bei der Typ A-Gastritis führt dazu, dass die Magenschleimhautzellen absterben. Der Untergang von Zellen und Gewebe (Atrophie) breitet sich meist vom Mageneingang (Kardia) auf den Magenkörper (Korpus) und Magengrund (Fundus) aus.

An der Entstehung einer A-Gastritis ist neben dem fehlgeleiteten Immunsystem gegebenenfalls auch eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori beteiligt, die ansonsten im Zusammenhang mit einer chronischen Gastritis B steht.

Die A-Gastritis ist mit fünf Prozent aller Fälle die seltenste Form einer chronischen Magenschleimhautentzündung. Sie ist vererbbar und kommt fast nur bei Nordeuropäern/Skandinaviern vor. Wie bei anderen Gastritis-Formen ist auch bei A-Gastritis das Risiko für Magenkrebs (Magenkarzinom) erhöht.

Typ B (Helicobacter-Gastritis)

Die B-Gastritis wird durch Bakterien verursacht, in den meisten Fällen durch Helicobacter pylori. Der Magenkeim kann von Mensch zu Mensch übertragen werden, vermutlich über den Kontakt mit kontaminierten Körpersekreten (Speichel, Stuhl, Erbrochenem). In Deutschland tragen etwa 50 Prozent der Erwachsenen über 50 Jahre Helicobacter in ihrem Körper. Bei Immigranten ist der Prozentsatz deutlich höher.

Die Schleimhautveränderungen bei einer Helicobacter-Gastritis beschränken sich meist auf das Antrum (Antrumgastritis) – einen Abschnitt in der Nähe des Magenausgangs. Seltener ist bei der B-Gastritis vorwiegend der Magenkörper (Korpus) betroffen.

Die Helicobacter-Gastritis ist mit 80 Prozent aller Krankheitsfälle die weltweit häufigste Form einer chronischen Entzündung des Magens. Sie tritt mit zunehmendem Alter öfter auf; vor dem 20. Lebensjahr ist sie selten.

Eine Infektion mit dem Magenkeim erhöht auch das Risiko für ein Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür. Außerdem gibt es einen deutlichen Zusammenhang mit bösartigen Erkrankungen des Magens (zum Beispiel Magenkarzinom). Dabei weist eine Helicobacter-Gastritis im Magenkorpus das größere Krebsrisiko auf als die häufigere Antrumgastritis.

Typ C (Chemisch-toxische Gastritis)

Die C-Gastritis (auch chemische oder reaktive Gastritis genannt) tritt meist im Antrum auf, also nahe des Magenausgangs. Sie wird oft durch einen Rückfluss von Galle aus dem Zwölffingerdarm in den Magen ausgelöst. Auch eine chemische Reizung kann die Ursache sein, etwa durch Alkohol oder bestimmte Medikamente, sogenannte Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR-Gastritis). Diese verringern die Durchblutung der Magenschleimhaut, wodurch sich Schleimhauterosionen bilden können – oberflächliche Defekte in der Schleimhaut. Gleichzeitig kann es zu einer Entzündung in der oberflächlichen Schleimhaut kommen.

Der Anteil der C-Gastritis liegt bei etwa 15 Prozent aller Gastritis-Fälle.

Sonderformen

Seltene Formen einer Magenschleimhautentzündung sind zum Beispiel:

  • Crohn-Gastritis (Morbus-Crohn, der auf den Magen übergegriffen hat; Ursache ungeklärt)
  • Lymphozytäre Gastritis (möglicherweise eine Autoimmunerkrankung)
  • Eosinophile Gastritis (teilweise durch eine Allergie gegen Kuhmilch, Soja oder Weizen bedingt).

Auch bestimmte Viren, Bakterien und Pilze können in seltenen Fällen eine Magenschleimhautentzündung auslösen (zum Beispiel Milzbrand-Bakterium, Herpes-simplex-Virus).

 


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