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Krankheiten referenzindex «Epilepsie bei Baby & Kind - Symptome»

Epilepsie bei Baby & Kind - Symptome

Eine Epilepsie zeigt sich in unterschiedlichsten Formen. Die Anfälle können in jedem Lebensalter auftreten, manche Krampfanfälle sind jedoch für bestimmte Altersgruppen charakteristisch. Einige Anfallsformen treten besonders häufig nach dem Aufwachen oder nachmittags auf. Auch bestimmte Ereignisse können Anfälle hervorrufen.

Die genaue Beobachtung und Beschreibung eines Anfalls ist für den Arzt sehr wichtig, nur so kann er bei der Vielzahl der möglichen Anfallsformen die richtige Diagnose stellen.

Das kann bei einem epileptischen Anfall passieren

  • Dem Anfall gehen manchmal Verstimmung, Reizbarkeit und Kopfschmerzen voraus.
  • Auch bestimmte Sinneswahrnehmungen können auftreten. Die Kinder hören Geräusche oder sehen Dinge, die nicht existieren (Halluzinationen). Diese Sinneswahrnehmungen werden als "Aura" bezeichnet.
  • Oft verdreht das Kind bei einem Anfall die Augen oder hat einen starren Blick und reagiert nicht auf Ansprache.
  • Die Muskeln des gesamten Körpers oder einzelner Körperteile (z.B. Arme und/oder Beine) können dauerhaft stark angespannt sein (tonischer Krampfanfall) oder zuckende Bewegungen zeigen (klonischer Krampfanfall). Beide Formen können nacheinander oder im Wechsel auftreten.
  • Ein Anfall kann mit Zuckungen der Mundwinkel oder einer Hand beginnen, also zunächst auf einen kleinen Körperbereich beschränkt sein (fokale Form) und sich dann weiter ausbreiten (generalisieren).
  • Bei manchen Anfällen treten Blässe, Atemunregelmäßigkeiten und kurze Atemstillstände auf. Vor allem während der tonischen Phase ist es möglich, dass das Kind sich auf die Zunge beißt. Allerdings kommt es nur sehr selten zu schweren Zungenverletzungen. Durch starke Zungenbewegungen während der klonischen Krampfphase wird der Speichel schaumig geschlagen und tritt aus dem Mund aus ("Schaum vor dem Mund").
  • Eventuell hat das Kind keine Kontrolle über seine Ausscheidungsorgane und macht in die Hose.

Kleine Anfälle

Manche epileptische Anfälle werden kaum bemerkt. Die sogenannte Absence ist beispielsweise eine kurze Periode von Bewusstseinstrübung (einige Sekunden), ohne dass das Kind hinstürzt. Die momentane Tätigkeit (Spielen, Sprechen, Gehen) wird kurz unterbrochen und dann fortgesetzt, als wäre nichts gewesen. Oft kommt es dabei zu unwillkürlichen Augen- und Kopfbewegungen und manchmal auch zu Nestelbewegungen mit den Händen.

Mediziner bezeichen Anfälle, bei denen man wenig sieht, die aber dennoch den gesamten Körper erfassen, auch als generalisierte kleine Anfälle oder "Petit-Mal-Anfälle".

Große generalsierte Anfälle

Ein großer generalisierter Anfall ("Grand-Mal-Anfall") geht mit Bewusstlosigkeit, zunächst stark angespannter Muskulatur (tonische Phase) und einem kurzzeitigen Atemstillstand einher. Anschließend folgen Muskelzuckungen (klonische Phase), die drei bis fünf Minuten dauern können. Nachdem das ein.

Fokale Anfälle

Bei fokalen Anfällen läuft nur ein umschriebenes Arreal im Gehirn aus dem Ruder. Dementsprechend beschränken sich die Symptome auch nur auf eine Körperregion und breiten sich nicht aus.

Spezielle Epilepsieformen (-syndrome):

  • Epilepsie mit BNS-Krämpfen (Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe, West-Syndrom) ist eine seltene, ernstzunehmende Kleinkind-Epilepsie. Sie beginnt im Alter von zwei bis acht Monaten und trifft besonders Knaben. Bruchteile von Sekunden äußern sich die Krämpfe mit heftigen Muskelzuckungen, Nickbewegungen des Kopfes sowie Beugungen des Rumpfes und der Extremitäten. Das EEG zeigt ein typisches Muster (sog. Hypsarrhythmie). Die Prognose ist abhängig von der ursprünglichen Hirnschädigung und ist meist ungünstig. Die meisten der betroffenen Kinder leiden an Entwicklungsstörungen.
  • Bei dem Lennox-Gastaut-Syndrom handelt es sich um eine Kombination von Sturzanfällen, Muskelzuckungen (Myoklonien) und Lautäußerungen. Das Syndrom tritt erstmals zwischen dem zweiten und siebten Lebensjahr auf. Die Ursache ist nicht immer feststellbar. Die Erkrankung lässt sich nur schwer behandeln.
  • Die juvenile myoklonische Epilepsie tritt erstmals im Alter von 12 bis 18 Jahren auf. Medikamente helfen zahlreichen Patienten, anfallsfrei zu leben. Sie verhindern Zuckungen der Arme und Beine. Viele Betroffene leiden auch an generalisierten Krampfanfällen, die Hälfte hat Absencen. Die Behandlung dauert oft ein Leben lang.
  • Die Rolando-Epilepsie ist eine Form der Kinderepilepsie. Sie zeigt sich oft im Rahmen nächtlicher fokaler Anfälle an meist einer Gesichtshälfte und wird von kehligen Lauten und starker Speichelabsonderung begleitet. Der Patient ist während des Anfalls wach. Es kann sich daraus jedoch auch ein Grand-Mal-Anfall entwickeln. Die meisten Betroffenen leiden nur unter wenigen Anfällen und werden nach dem 15. Lebensjahr gesund. Die Prognose ist gut. Es gibt oft Leseschwierigkeiten, Behinderungen bleiben aber nicht zurück.

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