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Krankheiten referenzindex «Epilepsie - Ursachen»

Epilepsie - UrsachenEpilepsie - Ursachen

Was sind die Ursachen einer Epilepsie?

Die Epilepsie ist eine Funktionsstörung des zentralen Nervensystems. Das Risiko, an Epilepsie zu erkranken, ist in den ersten Lebensjahren und ab dem 60. Lebensjahr besonders hoch. Nur bei bestimmten Epilepsieformen wird eine erhöhte Bereitschaft zu Anfällen vererbt.

Mediziner unterscheiden drei Hauptgruppen von Epilepsien, die sich aber nicht scharf voneinander abgrenzen lassen:

» Genetische Epilepsie

Bei dieser Form der Epilepsie handelt es sich um die unmittelbare Folge eines bekannten oder vermuteten genetischen Defekts, bei dem die epileptischen Anfälle das Hauptsymptom sind.

Prinzipiell lässt sich nicht ausschließen, dass auch Umweltfaktoren (Faktoren außerhalb des Individuums) zur Entstehung der genetischen Epilepsie beitragen können. Dies konnte bislang jedoch noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Die Patienten weisen keine sonstigen Anzeichen neurologischer Erkrankungen auf. Auch die bildgebenden Untersuchungsverfahren des Gehirns (wie Computertomografie und Kernspintomografie) sind in der Regel unauffällig.

» Strukturell-Metabolische Epilepsie

Diese Art der Epilepsie wird ausgelöst entweder durch eine strukturelle oder eine stoffwechsel-bedingte (metabolische) Schädigung des Zentralen Nervensystems. Beispiele dafür sind:

  • Fehlbildungen des Gehirns
  • Hirnschädigungen durch Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen, vor allem bei Frühgeborenen, durch Hirnblutung, Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff (Geburtskomplikationen) oder durch eine Gehirnentzündung. Diese Störungen können mit Untersuchungsmethoden wie der Kernspintomografie (MRT) nachgewiesen werden. Sie sind Ursache schwerer Epilepsieformen im Kindesalter.
  • Hirnverletzung (Schädel-Hirn-Trauma)
  • Schlaganfall (Infarkt bzw. Blutung)
  • Gehirntumore (Deshalb ist es besonders bei jungen Menschen wichtig, erste Anfälle sofort mit bildgebenden Verfahren wie CCT (Computertomografie des Gehirns) und MRT (Kernspintomografie) abzuklären, um diese Ursache auszuschließen bzw. zu bestätigen.)
  • Gehirn- und Gehirnhautentzündung
  • Alkoholmissbrauch, Drogen- und Medikamentenmissbrauch
  • Stoffwechselerkrankungen und/oder genetische Störungen (siehe unten)
  • Vergiftungen

Wie erwähnt können auch genetische Störungen eine strukturell-metabolische Epilepsie verursachen. Der Unterschied zur genetischen Epilepsie besteht hier darin, dass die Anfälle nicht unmittelbar mit dem genetischen Defekt, sondern mit der separaten Störung oder Erkrankung zusammenhängen.

Ungeklärte Epilepsie

Von einer ungeklärten Epilepsie spricht man, wenn die Ursachen für die Erkrankung nicht auszumachen sind und gleichzeitig ein begründeter Verdacht besteht, dass der Auslöser im Gehirn liegt.

Epileptischer Anfall

Beim epileptischen Anfall handelt es sich um ein Geschehen, das sich plötzlich ereignet und meist nach Sekunden oder Minuten wieder aufhört. Auslöser für einen epiletischen Anfall sind abnorme, gleichzeitige elektrische Entladungen von Nervenzellen (Neuronen), die einzelne Gehirngebiete (fokal) oder das ganze Gehirn (generalisiert) betreffen können. Die Symptome des epileptischen Anfalls sind davon abhängig, welche Hirnregion betroffen ist.

Ein Facharzt für Nervenkrankheiten (Neurologe) kann die Diagnose Epilepsie schon nach einem einmaligen Ereignis stellen, wenn im EEG- oder MRT-Befund eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für weitere Anfälle nachweisbar ist.

Auch bei sonst gesunden Menschen können unter bestimmten Umständen epileptische Anfälle ausgelöst werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Schlafentzug
  • Flackerlicht im Fernsehen oder in einer Disco
  • Beschleunigtes Atmen (Hyperventilation)
  • Entzug von Alkohol und Medikamenten
  • Starke Verschiebungen im Mineralienhaushalt des Körpers

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