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Krankheiten referenzindex «Erworbene Penisverkrümmung - Therapie»

Nicht-operative Ansätze

Die Behandlung der erworbenen Penisverkrümmung (Induratio penis plastica) beginnt mit einer medikamentösen Therapie. Wenn keine Symptome mehr auftreten, können die Medikamente eventuell wieder abgesetzt und der weitere Fortgang abgewartet werden.

Ebenso können bei einer erworbenen Penisverkrümmung lokale Injektionen (Spritzen in die Plaques) angewendet werden. Zum Einsatz kommen unter anderem spezielle Blutdruckmedikamente wie Verapamil, Kollagen auflösende Enzyme (Kollagenase), Steroide oder der entzündungshemmende Botenstoff Interferon alpha.

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) dient vor allem der Linderung der Schmerzen bei einer erworbenen Penisverkrümmung. Diese Methode ist aus der Zertrümmerung von Nieren-, Gallenblasen- oder Blasensteinen bekannt. Ziel ist es, die verkalkten Strukturen in den Plaques zu zerstören und dadurch die Durchblutung des Penis zu verbessern. Bislang konnte jedoch außer der schnelleren Schmerzfreiheit kein eindeutiger Therapieerfolg nachgewiesen werden. Deshalb wird dieses Verfahren derzeit nicht zu den Standardbehandlungen der erworbenen Penisverkrümmung (Induratio penis plastica, IPP) gezählt.

Die Strahlentherapie konnte ihre Wirksamkeit bei einer erworbenen Penisverkrümmung vor allem in der Schmerzreduktion belegen. Auch sie wird nicht empfohlen, vor allem weil die Strahlenbehandlung das Ergebnis späterer operativer Eingriffe verschlechtert.

Operationen

Als letzter Ausweg zur Therapie einer erworbenen Penisverkümmung bleibt eine chirurgische Operation. Sie sollte frühestens nach sechs Monaten ohne Schmerzen und ohne weitere Zunahme der Penisverkrümmung erfolgen. Damit soll gewährleistet werden, dass der krankheitsverursachende entzündliche Prozess abgeklungen ist. Anderenfalls könnte nach primär erfolgreicher Operation ein erneuter Entzündungsschub den Penis wieder deformieren. Falls die Krankheit nach dieser Zeit zum Stillstand gekommen und der Geschlechtsverkehr nicht oder nur mit Einschränkung möglich ist, sollte man eine Operation in Betracht ziehen.

Es gibt verschiedene Operationsverfahren zur Behandlung einer erworbenen Penisverkrümmung, die von einer einfachen Begradigung bis zu aufwendigen Entfernungen der Plaques mit plastischer Deckung der Bindegewebsdefekte reichen. Auch hydraulische Penisprothesen können nach der Plaquenentfernung implantiert werden. Falls schon vorher eine gesicherte erektile Impotenz bestand, empfiehlt sich die Verwendung einer solchen Penisprothese. Die Erektionsstörung sollte aber zuvor sorgfältig abgeklärt sein, da eine erworbene Penisverkrümmung verständlicherweise auch zu schweren psychischen Problemen führen kann, die einen organischen Erektionsverlust vortäuschen können.

Das chirurgische Vorgehen muss immer an den Einzelfall angepasst werden, eine Standardmethode für alle Formen der erworbenen Penisverkrümmung existiert nicht. Auch eine Operation kann den Zustand wie vor Beginn der Erkrankung nicht wiederherstellen. Deshalb ist eine Operation nur dann sinnvoll, wenn die erworbene Penisverkrümmung zu großen Einschränkungen während des Sex führt.


Kommentar «Erworbene Penisverkrümmung - Therapie»