Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

Krankheiten referenzindex «Hautkrebs»

HautkrebsHautkrebsHautkrebs

Die Zahl der an Hautkrebs erkrankten Personen hat in den letzten 20 bis 30 Jahren stark zugenommen. Allein in Deutschland treten schätzungsweise jährlich etwa 77 000 neue Hautkrebs-Fälle auf. Dabei besteht ein klarer Zusammenhang zwischen der Entstehung von Hautkrebs und der Einwirkung ultravioletter Strahlung, unabhängig davon, ob sie von der Sonne oder aus dem Solarium kommt.

Welche Formen von Hautkrebs gibt es?

Bösartige Tumoren, die von Zellen der Haut ausgehen, sind in erster Linie:

  • Basalzellkarzinome oder Basaliome
  • Plattenepithelkarzinome oder Spinaliome
  • maligne Melanome

Daneben können viele andere Krebserkrankungen Metastasen in der Haut bilden, und auch Erkrankungen des blutbildenden und des lymphatischen Systems befallen manchmal die Haut.
Basalzellkarzinome sind "halb-" bösartige Hauttumore, die durch ungehemmtes Wachstum angrenzende Strukturen zerstören und so großen Schaden verursachen können. Durch eine rechtzeitige, vollständige Entfernung können Basalzellkarzinome geheilt werden. Eine Absiedlung in entfernte Organe (Metastasierung) tritt extrem selten auf.

Plattenepithelkarzinome sind bösartige Hauttumore, die durch ungehemmtes Wachstum angrenzende Strukturen zerstören und so großen Schaden verursachen können. Durch eine frühzeitige, vollständige Entfernung können Plattenepithelkarzinome der Haut in der Regel entgültig und vollständig geheilt werden. Eine Metastasierung ist bei Plattenepithelkarzinomen der Haut relativ selten und tritt vor allem bei dickeren, fortgeschrittenen Tumoren ab ca. 2 mm Dicke auf. Neben der Haut treten Plattenepithelkarzinome auch an Schleimhäuten, wie z. B. im Mund oder Kehlkopf, auf. Auslöser sind hier vor allem das Rauchen und hochprozentiger AlkoholBei Befall der Schleimhäute kommt es leider häufiger zu Absiedlungen an anderen Organen.

Das maligne Melanom ist ein besonders bösartiger Tumor, der von den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten oder Nävuszellen) der Haut (zu mehr als 90%), seltener der Schleimhaut, der Aderhaut des Auges oder den Hirnhäuten ausgehen kann.

Es ist häufig pigmentiert und wird auch schwarzer Hautkrebs genannt. Allerdings kommen auch nicht pigmentierte (amelanotische) Formen vor.
Maligne Melanome können sich spontan auf vorher völlig normaler Haut oder auf dem Boden eines vorbestehenden Nävuszellnävus (Leberfleck, Muttermal) entwickeln.
Ausgangspunkt des Wachstums der Tumorzellen ist in den meisten Fällen das Stratum basale der Epidermis (die unterste Schicht der Oberhaut). Je nach Ausbreitungsbestreben (Autonomiegrad) der malignen Tumorzellen kann das Wachstum zunächst

  • horizontal-intraepidermal erfolgen (Lentigo-Maligna, in-situ-Melanom),
  • horizontal-intraepidermal und superfiziell-dermal (superfiziell-spreitendes Melanom) und
  • vertikal-exo-endophytisch (noduläres Melanom) erfolgen.

Das maligne Melanom wird aufgrund dieser feingeweblichen (histologischen) Klassifikationen in nach Art des Wachstums unterscheidbare Typen unterteilt.

Wie häufig ist Hautkrebs?

Basaliome und Spinaliome machen zusammen etwa 15 % aller bösartigen Tumoren aus, pro Jahr erkranken von 100 000 Menschen etwa 150 an einer dieser Krebsarten, wobei Basaliome viermal häufiger sind. Gegenüber 1970 hat sich die Zahl etwa vervierfacht.

Das Basalzellkarzinom ist der häufigste Hautkrebs bei Weißen. Das höchste Risiko, an einem Basalzellkarzinom zu erkranken, haben hellhäutige Menschen. Es befällt vor allem ältere Menschen, die über lange Jahre der Sonne ausgesetzt waren. Leider treten Basalzellkarzinome durch die veränderten Freizeitgewohnheiten zunehmend auch bei jüngeren Patienten auf. Neben dauerhafter Lichteinwirkung können der Kontakt zu Arsen (früher im Weinbau und zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt), radioaktiver Strahlung, Bestrahlungsbehandlungen und seltene Erbkrankheiten Ursachen der Erkrankung sein. Das Plattenepithelkarzinom ist der zweithäufigste Hautkrebs. Das höchste Risiko, an einem Plattenepithelkarzinom zu erkranken, haben hellhäutige Menschen. Es befällt vor allem ältere Menschen, die über lange Jahre der Sonne ausgesetzt waren. Leider treten Plattenepithelkarzinome durch die veränderten Freizeitgewohnheiten zunehmend auch bei jüngeren Patienten auf. Neben dauerhafter Lichteinwirkung können radioaktive Strahlung, Bestrahlungsbehandlungen (Licht- und Röntgenbestrahlung), chronische Entzündungen und besonders ausgeprägte Narben ursächlich an der Entstehung beteiligt sein.

Im Verhältnis dazu ist das Melanom weit seltener, zugleich aber wesentlich bösartiger. In Deutschland werden ca. 11.500  maligne Melanome jedes Jahr diagnostiziert. Auch hier ist eine deutliche Zunahme in den letzten 20 bis 30 Jahren zu verzeichnen. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Bei Frauen mittleren Alters entwickeln sich Melanome bevorzugt an den Beinen, bei Männern eher am Rumpf. Grundsätzlich kann ein Melanom jedoch an jeder Körperstelle, auch an Schleimhäuten und im Auge, auftreten.

Wodurch kann Hautkrebs entstehen?

Die Entstehung von Basaliomen und Spinaliomen steht in eindeutigem Zusammenhang mit dem Einwirken von ultravioletter Strahlung, unabhängig davon, ob sie von der Sonne oder aus dem Solarium kommt (Ultraviolette Strahlung – Sonne und Solarien). Außerdem entstehen solche Tumoren häufig im Bereich von Narben, chronischen Geschwüren und auf Haut, die durch radioaktive Strahlung geschädigt wurde. Bei langfristiger Unterdrückung des Immunsystems wie etwa nach Organtransplantationen besteht ein bis zu zehnfach erhöhtes Risiko. Auch Arsenvergiftung kann eine (seltene) Ursache sein.
Der wichtigste Risikofaktor für den schwarzen Hautkrebs ist das Vorhandensein vieler Leberflecken (melanozytäre Naevi), insbesondere wenn mehr als 50 am ganzen Körper vorliegen. Ein weiterer Risikofaktor ist das Vorliegen größerer, atypischer melanozytärer Naevi mit einem Durchmesser von 5 mm und mehr.

Besonders gefährdet sind Personen mit einer hellen Hautpigmentierung, die einen schlechten UV-Schutz haben. Sonnenbestrahlung vor allem in Kindheit und Jugend ist der wichtigste Umweltfaktor für die Entstehung des malignen Melanoms. Die Sonnenbestrahlung führt zur Entstehung der melanozytären Naevi, von denen die Entwicklung eines malignen Melanoms ausgehen kann.
Das mittlere Alter bei der Melanomdiagnose beträgt 50 – 55 Jahre. In der Hälfte der Fälle wird daher die Diagnose bereits früher gestellt und Melanome kommen etwa ab dem 16. Lebensjahr vor. In etwa 10% aller Fälle liegt eine familiäre Veranlagung für die Entwicklung des malignen Melanoms vor. Mutationen in dem Tumorsuppressorgen p16 kommen bei Patienten mit familiärem Melanom vor.

Gibt es Menschen, die besonders gefährdet sind, an einem Melanom zu erkranken?

Das Risiko, ein malignes Melanom zu entwickeln, ist bei Menschen erhöht,

  • die bereits an einem Melanom erkrankt waren,
  • wenn in der näheren Verwandtschaft bereits Melanome aufgetreten sind,
  • wenn die Haut hell und sonnenempfindlich ist (Hauttyp I),
  • wenn Vorläuferveränderungen bestehen und
  • wenn häufige Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend vor dem 15. Lebensjahr auftraten.

Kommentar «Hautkrebs»