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Krankheiten referenzindex «Herzbeutelentzündung (Perikarditis)»


Unter einer Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels zu verstehen. Die Häufigkeit der Herzbeutelentzündungen wird unterschätzt, da viele Perikarditiden unentdeckt bleiben. Derzeit wird in Deutschland eine Häufigkeit von etwa 1000 Neuerkrankungen/Jahr pro 1 Mio. Einwohner angenommen.

Was ist eine Perikarditis?


Eine Entzündung des Herzbeutels wird Perikarditis genannt. Der bindegewebige Herzbeutel (Perikard: „das Herz umgebend“) umhüllt das Herz und besteht aus einem inneren, dem Herz direkt aufliegenden Blatt und einem äußeren Blatt, welches als Kapsel das Herz im Brustkorb umgibt, fixiert und schützt. Ein schmaler Flüssigkeitssaumzwischen den beiden Blättern ermöglicht eine reibungsarme Herzfunktion.

Die Einteilung der Perikarditis (Herzbeutelentzündung) Magnetresonanztomographie des Herzens (Kardio-MRT) bei akuter Perikarditis. Darstellung des verdickten, entzündlich veränderten Herzbeutels (Pfeile)
Entzündungen des Herzbeutels werden unterteilt in eine akute Perikarditis, eine akut wiederkehrende („rezidivierende“) und in eine chronische Perikarditis mit ggf. Übergang in eine narbige Defektheilung des Herzbeutels.

Bei einer akuten Perikarditis führt ein Entzündungsprozess im Bereich der Blätter des Herzbeutels zum Ausschwitzen von Entzündungszellen und Entzündungseiweißen. Diese Form der Entzündung wird fibrinöse Perikarditis genannt. Bildet sich im Verlauf der Entzündung eine zunehmende Flüssigkeitsansammlung zwischen den beiden Blättern des Herzbeutels, so nennt man dies je nach Befund eine akute exsudative seröse, eitrige oder hämorrhagische Form der Perikarditis mit Perikarderguss. Eine Herzbeutelentzündung kann darüber hinaus auch den darunter liegenden Herzmuskel mit einbeziehen („Perimyokarditis“).

Alle Formen der Perikarditis können ausheilen oder auch in eine akut rezidivierende oder chronische Form der Perikarditis übergehen. Eine Spätkomplikation der Perikarditis ist eine narbige Defektheilung des Herzbeutels mit Kalkeinlagerung und hieraus resultierender Füllungsbehinderung des Herzens. Als ausgeprägte Form dieser narbigen Veränderungen kann ein Panzerherz („Pericarditis constrictiva“) entstehen.

Was sind die Ursachen der Perikarditis (Herzbeutelentzündung)?


Ursächlich kann eine Perikarditis isoliert, aber auch im Rahmen verschiedenster Grunderkrankungen auftreten. Ohne nachweisbare Ursache („idiopathisch“) verbleiben über 50% der diagnostizierten Perikarditiden. Gelingt es, eine Ursache zu benennen, so stehen infektiöse Erkrankungen, hervorgerufen vorwiegend durch Viren, seltener Tuberkulose oder andere Bakterien im Vordergrund. Auch Erkrankungen benachbarter Organe können zu einer begleitenden mitentzündlichen Reaktion des Herzbeutels führen. Diese tritt vorwiegend bei einem akuten Herzinfarkt, einer Herzmuskelentzündung („Myokarditis“) oder einer Lungenentzündung auf. Systemische entzündliche Erkrankungen können zu einer Mitbeteiligung des Perikards führen. Seltener sind Perikarditiden bei Stoffwechselerkrankungen, z.B. auch bei Nierenversagen. Im Rahmen von Krebserkrankungen können sich Tochtergeschwulste bilden mit einer tumorös-entzündlichen Reaktion des Herzbeutels. Zu weiteren Ursachen zählen u.a. herzchirurgische Operationen, Bestrahlungen im Brustkorb, rheumatische Erkrankungen sowie seltene systemische Autoimmunerkrankungen, HIV, Parasiten oder bestimmte Medikamente.

Kommentar «Herzbeutelentzündung (Perikarditis)»