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Krankheiten referenzindex «Hypochondrie - Ursachen»

Hypochondrie - UrsachenHypochondrie - UrsachenHypochondrie - Ursachen

Auslösende Faktoren einer Hypochondrie

Hypochondrie bezeichnet die unbegründete Furcht, ernsthaft krank zu sein.

Wir alle sind umgeben von Krankheiten. Wir lesen darüber in Zeitungen, hören davon in den Nachrichten oder begegnen Menschen, die krank sind. Deshalb beschleicht fast jeden irgendwann einmal die Angst vor einer möglichen Krankheit. Mediziner erleben solche Anflüge von Hypochondrie sehr oft im Laufe ihres Studiums. Doch im allgemeinen legen sich die Ängste wieder.

Bei Menschen die an Hypochondrie erkrankt sind bleibt die Angst jedoch bestehen. Sie sind zwar in der Lage, ihr Leben weiter zu führen, die Freude daran ist aber empfindlich vermindert.

Menschen mit Hypochondrie sind häufig von Natur aus ängstliche und vorsichtige Menschen, die meist schon länger Angst vor einer Krankheit hatten. Die Erziehung spielt hier häufig eine entscheidende Rolle. Sollte das Thema Krankheit in der Familie, in der die Person aufgewachsen ist, eine zentrale Rolle gespielt haben (zum Beispiel lebte ein chronisch Kranker in der Familie, oder es bestand in der Familie eine erhöhte Angst vor Krankheiten), so kommt es unweigerlich zu einer vermehrten Aufmerksamkeit in diese Richtung. In manchen Fällen kann eine Hypochondrie auch durch ein sehr schmerzhaftes Lebensereignis ausgelöst werden. Der Tod eines geliebten Menschen kann ein solcher Auslöser sein.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei der Entstehung der Hypochondrie sowohl soziale und psychische, aber auch biologische Faktoren eine Rolle spielen. Eine allgemein gültige Erklärung besteht aber nach wie vor noch nicht.

Hypochondrie: Ein Erklärungsmodell

Eine Hypochondrie entsteht, wenn ein Mensch normale Körperreaktionen falsch interpretiert. Häufig geschieht dies in Stresssituationen. Wie kann eine psychische Belastung zu körperlichen Beschwerden führen? Hierbei spielen die Selbstbeobachtung und die verstärkte Wahrnehmung von Körpersignalen eine entscheidende Rolle. Sowohl der unmittelbare Umgang mit dem Thema Krankheit als auch ein schreckliches Lebensereignis kann massivem Stress auslösen. Wissenschaftler vermuten, dass insbesondere ängstliche Personen auf seelischen Stress mit einer erhöhten Selbstbeobachtung reagieren. Demnach könnte sich eine Hypochondrie folgendermaßen entwickeln:

  • Durch einen Auslöser wird die Aufmerksamkeit auf Signale des Körpers gelenkt.
  • Dabei werden normale, leichte Veränderungen im Körper bewusst wahrgenommen, die vorher gar nicht bemerkt wurden.
  • Diese ganz natürlichen Signale aus dem Körper werden jetzt negativ interpretiert. Gedanken wie "Dies ist das erste Zeichen einer schweren Krankheit" treten auf.
  • Solche Gedanken führen unweigerlich zu einer Verstärkung der Aufmerksamkeit. Auch andere Veränderungen werden plötzlich bemerkt und als Bestätigung für die drohende Krankheit gesehen.
  • Bleibt dieser Zustand über eine längere Zeit hinweg bestehen, so kann es zu einem Lernprozess kommen, wobei am Ende körperliche Signale gar nicht mehr nötig sind, um die Angst vor einer Krankheit auszulösen. Die negativen Gedanken genügen, um körperliche Symptome hervorzurufen.

Möglicherweise funktioniert das Hirn anders

Eine holländische Forschergruppe fand Hinweise dafür, dass die Hirnfunktionen bei Menschen mit Hypochondrie verändert sind. Die Psychiater unterzogen 44 Patienten und 19 gesunde Kontrollpersonen einem Belastungstest. Gleichzeitig untersuchten sie alle Probanden mittels einer Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie), die nicht nur die Beschaffenheit, sondern auch die Aktivität verschiedener Gehirnregionen darstellen kann (funktionelle Kernspintomografie, fMRT).

Dabei stellte sich heraus, dass bei den untersuchten Menschen mit Hypochondrie bestimmte Hirnareale, die das Gefühlserleben verarbeiten und die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Situation lenken (limbisches System, Verbindungen von vorderem Gehirnlappen und Schweifkern) überaktiv sind und sich leicht von Kleinigkeiten beeinflussen lassen.


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