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Krankheiten referenzindex «Menière-Krankheit - Therapie»

Attacken behandeln

Bei akuten Drehschwindelattacken ist Bettruhe wichtig. Die Behandlung eines akuten Menière-Anfalls zielt zunächst darauf ab, die Symptome zu lindern. Medikamente (Antiemetika) helfen gegen die Übelkeit und das Erbrechen. Das Schwindelgefühl lässt sich durch Schwindelmedikamente (Antivertiginosa) reduzieren, zum Beispiel Dimenhydrinat. Allerdings profitieren nicht alle Menière-Patienten von diesen Substanzen. Viele Präparate können bei bestehender Übelkeit als Tropfen, Zäpfchen oder - im Extremfall - als Infusion verabreicht werden.

Wegen der massiven Angstzustände, die mit den Drehschwindelattacken einhergehen, sind angstlösende Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine manchmal hilfreich.

Internet - Schnell finden

Menière-Ausweise sind über die Selbsthilfegruppe KIMM e.V. zu beziehen

Internet: www.kimm-ev.de

Im Normalfall hört eine Menière-Attacke auch ohne Medikamente wieder auf. Die Medikamente lindern die Beschwerden bis dahin und müssen meist nur über einen Tag eingenommen werden.

Um auf unvorhersehbare Attacken der Menière-Krankheit vorbereitet zu sein, ist es ratsam, stets die entsprechenden Medikamente gegen Übelkeit und Drehschwindel mit sich zu führen.

Sehr sinnvoll ist eine "Hilfekarte", auf der steht, dass der Betroffene unter Morbus Menière leidet und nicht etwa betrunken ist.

Dauerbehandlung

Zur Behandlung der Menière-Krankheit gilt die allgemeine Empfehlung, möglichst salzarme Kost zu sich zu nehmen. Daneben besteht die Möglichkeit, die Häufigkeit der Attacken durch spezielle Medikamente zu reduzieren. Dazu kommen neben harntreibenden Mitteln (Diuretika) bestimmte Antibiotika, Kortikosteroide (Kortison) sowie ein Wirkstoff namens Betahistin zum Einsatz.

Die Behandlung mit einem Antbiotikum (Gentamycin), das eine schädigende Wirkung auf die Sinneszellen von Hör- und Gleichgewichtsorgan hat, senkt in vielen Fällen die Anfallsdichte. Da diese Therapieform in der Regel mit einem Hörschaden einhergeht, eignet sie sich ausschließlich für Fälle, bei denen bereits ein dauerhafter Hörschaden vorliegt. Das Präparat wird direkt in die Paukenhöhle eingegeben.

Auch die Verabreichung von Kortison über die Paukenhöhle führt teilweise zu einer Besserung der Schwindelattacken bei der Menière-Krankheit.

Betahistin fördert die Durchblutung des Innenohrs. Dadurch wird das Ungleichgewicht zwischen Produktion und Wiederaufnahme von Endolymphe ausgeglichen. Vieles spricht dafür, dass Betahistin einen prophylaktischen Effekt auf die Attacken der Menière-Krankheit aufweist. Bislang liegen allerdings noch keine gesicherten Beweise dafür vor.

Neben der Therapie der Drehschwindelanfälle bei Morbus Menière ist die Behandlung des Tinnitus wichtig, dem die Patienten in mehr oder weniger ausgeprägter Form ausgesetzt sind. Besonders hilfreich sind Hörgeräte, welche die akustische Wahrnehmung verbessern und damit das lästige Ohrgeräusch überdecken. Infrage kommen auch spezielle Tinnitusgeräte (Masker, Noiser).

Psychologische Betreuung

Betroffene sollten sich ausführlich über die Menière-Krankheit informieren und mit ihrem Arzt einige Verhaltensregeln ausarbeiten. Schränken Sie Ihren Nikotin-, Alkohol- und Kaffeekonsum ein und wappnen Sie sich mit Entspannungsübungen (z.B. Autogenes Training, Progressive Muselentspannung) gegen den Stress.

Sehr wichtig ist auch eine psychologische Betreuung und Behandlung. Menière-Patienten sind aufgrund der plötzlich einsetzenden Schwindelanfälle entsprechend verängstigt. Aus Sorge vor Anfällen in der Öffentlichkeit kann die Menière-Krankheit zur Vernachlässigung der sozialen Kontakte führen. Es drohen Vereinsamung, Unsicherheit und weitere Ängste oder Depressionen.

Operation

Ist der Drehschwindel bei der Menière-Krankheit außergewöhnlich stark, kann man im Ausnahmefall eine Operation in Betracht ziehen. Der Chirurg legt ein Bohrloch an, um das Innenohr zu entlasten (Sakkotomie). Diese Operation wird aber heute kaum noch durchgeführt, weil die Wirksamkeit nicht bewiesen ist. Noch radikaler ist die operative Durchtrennung des Gleichgewichtsnervs (Nervus vestibularis).

Zerstörerische Medikamente

Liegt bereits eine ausgeprägte Schwerhörigkeit bei Morbus Menière vor, erfolgt eine medikamentöse Zerstörung des Hör- und Gleichgewichtsorgans. Im Abstand von mehreren Wochen wird ein Antibiotikum (Gentamycin) direkt ins Ohr eingebracht, das für die Sinneszellen des Gehörorgans giftig ist (ototoxisch). Diese Ausschaltung des Gleichgewichtsorgans hilft meist auch gegen die plötzlichen Stürze (drop attacks). Allerdings bedeutet die medikamentöse Zerstörung auch gleichzeitig den endgültigen Verlust des Hörvermögens.


Kommentar «Menière-Krankheit - Therapie»