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Krankheiten referenzindex «Migräne - Der Anfall»

Migräne - Der Anfall

Ein klassischer Migräne-Anfall verläuft in drei Phasen: Auraphase, Kopfschmerzphase und Rückbildungsphase. Davon grenzen Kopfschmerz-Experten eine Zeit von bis zu zwei Tagen ab, in denen sich die bevorstehende Migräne-Attacke ankündigt.

Auraphase

Bei etwa zehn Prozent der Migräniker treten vor dem Kopfschmerz neurologische Symptome auf, die als "Aura" bezeichnet werden. Diese Beschwerden sind so typisch, dass sie unter Fachleuten als Unterscheidungsmerkmal der Migräne von anderen Kopfschmerztypen gelten.

Am häufigsten treten bei der Migräne mit Aura Sehstörungen auf: Lichtblitze, Flimmern, Zickzack-Linien (Fortifikationen) und manchmal schwarze Löcher. Meist erscheinen sie zuerst am Rande des Gesichtsfeldes und breiten sich dann langsam zur Mitte hin aus. Ursache ist eine vorübergehende Minderdurchblutung der Sehrinde, im hinteren Teil des Gehirns. Seltener kommt es zu Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen und Sprechstörungen. Auch diese Erscheinungen setzen allmählich ein, erreichen nach etwa 20 Minuten ihren Höhepunkt und nehmen dann wieder an Intensität ab.

Die meisten Migräne-Auren sind nach 40 Minuten wieder verschwunden, in wenigen Fällen dauern sie eine Stunde oder noch länger an. In nahezu jedem Fall bilden sich die Beschwerden aber vollständig zurück. Erst dann setzt der Kopfschmerz ein.

Eine sehr seltene Form der Migräne ist die Aura ohne Kopfschmerz danach. Menschen, die an dieser Form leiden, leben manchmal jahrelang mit den Symptomen, ohne zu ahnen, dass sie Migräne haben.

Kopfschmerzphase

Bei einem Großteil der Migräne-Patienten beginnt die Kopfschmerzphase ohne die beschriebenen Auraphänomene. Der Verlauf der Kopfschmerzphase ist der gleiche - ob mit oder ohne vorhergehende Aura.

Das zentrale Symptom des Migräne-Anfalls ist ein heftiger, pochender Kopfschmerz. Von Migränikern wird er als "quälend" und "vernichtend" beschrieben, mit einem gewöhnlichen Spannungskopfschmerz ist das nicht zu vergleichen. Die Schmerzen beginnen überwiegend auf einer Kopfseite, können aber im weiteren Verlauf die Seite wechseln, in den Nacken oder den Unterkiefer wandern. Bei einem Drittel der Betroffenen pulsiert der gesamte Kopf. Bei körperlicher Betätigung nehmen die Schmerzen zu.

Begleitet wird das Pochen beim Migräne-Anfall von heftiger Übelkeit. Die Hälfte der Migräniker müssen sich während eines Anfalls übergeben, einige mehrmals hintereinander. Der Appetit vergeht nahezu allen Kopfschmerz-Geplagten während der Migräne-Attacke.

Oft wird ein Anfall von Lichtscheu und Lärmempfindlichkeit begleitet. Viele Betroffene reagieren auch überempfindlich auf Gerüche und Berührungen und suchen sich deshalb instinktiv einen ruhigen, abgedunkelten Platz. Übrigens: Streicheleinheiten des Partners sind in dieser Phase bestimmt lieb gemeint, aber nicht hilfreich.

Insgesamt dauert diese Phase des Migräne-Anfalls zwischen vier und 72 Stunden. Bei Kindern sind die Attacken meistens kürzer.

Rückbildungsphase

Jetzt nehmen die Symptome ab, die Migräne aber ist noch nicht vorüber. In dieser Phase fühlen sich die Betroffenen noch müde und abgespannt wie nach extremer körperlicher Anstrengung. Bis zur vollständigen Erholung vergehen gegebenenfalls weitere zwölf bis 24 Stunden.


Kommentar «Migräne - Der Anfall»