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Krankheiten referenzindex «Migräne - Fakten und Zahlen»

Migräne - Fakten und Zahlen

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Mittelalterliche Therapien

Für viele Außenstehende ist das Leiden eines Migräne-Patienten nur schwer nachvollziehbar. Klarer wird es aber, wenn man sich vor Augen führt, welche drastischen Behandlungsmaßnahmen früher angewendet wurden. Im Mittelalter wurde beispielsweise der Schädel der Patienten bei vollem Bewusstsein aufgemeißelt. Dadurch, so glaubten die Medizinmänner, könnten die krankheitsverursachenden Dämonen entweichen. Mittlerweile haben sich die Migräne-Therapien zum Glück geändert.

Hammer im Kopf

Im Mittelpunkt der Migräne steht der Kopfschmerz, ein zermürbendes Pochen und Hämmern. Zusätzlich ringen die Betroffenen mit heftiger Übelkeit und reagieren hochempfindlich auf Licht, Geräusche und Gerüche, manche erleiden sogar vorübergehende Lähmungen. Solch ein Migräne-Anfall kostet Nerven und Zeit. Durchschnittlich ist ein Migräniker drei Tage im Monat durch seine Erkrankung außer Gefecht gesetzt. Auf zehn Jahre hochgerechnet ist das fast ein ganzes Jahr.

Weltweite Nervenerkrankung

Migräne ist eine Nervenerkrankung. Neurologen zählen sie zu den "primären Kopfschmerzen". Das bedeutet, dass eine Funktionsstörung im Gehirn vorliegt und nicht eine andere Erkrankung (Hirnhautentzündung, Hirntumor) für die Beschwerden verantwortlich ist. Auch der Spannungskopfschmerz und Cluster-Kopfschmerz gehören in diese Kategorie.

Migräne ist eine der häufigsten Kopfschmerzformen. Sechs bis acht Prozent der Männer und zwölf bis 14 Prozent der Frauen sind betroffen, so die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Auch vier bis fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen leiden an Migräne, bei älteren Menschen tritt sie dagegen deutlich seltener auf.

Folgen für Mensch und Wirtschaft

Häufigkeit und Schwere der Migräne-Attacken sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Manche Betroffenen werden wenige Male jährlich von der Erkrankung heimgesucht, andere erwischt es zweimal pro Woche. Im Durchschnitt wirft Migräne die Betroffenen drei Tage im Monat aus der Bahn. Die Schäden für die Wirtschaft sind enorm.

Auch für den Einzelnen nimmt die Erkrankung gegebenenfalls extreme Ausmaße an. Schwere Migräne ist in Deutschland eine anerkannte Behinderung, im schlimmsten Fall steht sie auf der gleichen Stufe wie eine Querschnittslähmung.

Linderung möglich

Dabei gibt es heute wirksame Methoden, um das Inferno im Kopf zu besänftigen: Mit Medikamenten, Entspannungsübungen und einem geregelten Lebensstil lässt sich die Migräne in den Griff kriegen. Seine Schädeldecke muss heute niemand mehr opfern.


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