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Krankheiten referenzindex «Migräne - Seltene Formen»

Es gibt über 20 verschiedene Migräne-Formen, die sich doch erheblich voneinander unterscheiden können. Speziell während der Auraphase treten sehr unterschiedliche Beschwerden auf. Einige seltene Formen sind so ungewöhnlich, dass sie auch von Ärzten nicht auf Anhieb als Migräne erkannt werden.

Migräne mit Halbseitenlähmung

Die "familiär hemiplegische Migräne" entsteht durch einen genetischen Defekt auf den Chromosomen 1 und 19. Während der Auraphase kommt es bei den Betroffenen zu langsam einsetzenden Lähmungen auf einer Körperseite. Im schlimmsten Fall hängen Arm und Bein schlaff herab - erfreulicherweise nur vorübergehend. Auch wenn diese Migräne-Patienten bei ihrem ersten Anfall noch jung sind, wird der Arzt bei einer Halbseitenlähmung immer zuerst einen Schlaganfall ausschließen.

Basilarismigräne

Diese Sonderform der Migräne mit Aura befällt vor allem Frauen. Der Kopfschmerz ist nicht einseitig, stattdessen ist es der Hinterkopf, der pocht. Während der Auraphase kommen zu den klassischen Sehstörungen noch Drehschwindel, Störungen der Artikulation, Gangunsicherheit, Ohrgeräusche sowie Taubheitsgefühle im Gesicht und in den Fingern hinzu.

Da die Gleichgewichts- und Bewegungsfühler im Innenohr bei der Basilarismigräne übersensibel sind, reagieren die Betroffenen während der Attacke schon auf die kleinsten Bewegungen mit Übelkeit und Schwindelgefühlen und müssen sich meist hinlegen.

Diese Beschwerden können auch ohne nachfolgende Kopfschmerzen auftreten. Das erschwert die Abgrenzung der Basilarismigräne gegenüber anderen Erkrankungen, die mit Schwindel einhergehen. Manchmal können Ärzte erst die richtige Diagnose stellen, wenn eine typische Migräne-Prophylaxe (zum Beispiel mit Betablockern) Linderung verschafft hat.

Status migraenosus

Von einem Status migraenosus spricht der Mediziner, wenn trotz richtiger Behandlung eine Kopfschmerzphase lückenlos in die nächste übergeht und damit länger als drei Tage dauert. Diese Komplikation ist für die Migräne-Kranken enorm belastend und muss unbedingt ärztlich behandelt werden. Viele brechen unter dem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust zusammen, weil sie sich häufig übergeben müssen.

Diese besonders schwere Erscheinungsform der Migräne ist oft Folge eines zu häufigen Schmerzmittelgebrauchs (Medikamenten-Einnahme an mehr als zehn Tagen im Monat).

Migränöser Infarkt

Ist die Durchblutung während der Auraphase sehr schlecht, kann das einen Schlaganfall verursachen. Dieser migränöse Infarkt wird auch komplizierte Migräne genannt. Die Aurasymptome bleiben dann bestehen und verschwinden auch nach Tagen nicht. Dies ist die größte Komplikation der Migräne. In einer Darstellung des Gehirns mittels Kernspin-Tomografie fällt dann meist ein minderdurchblutetes (ischämisches) Areal auf, das wie ein Schlaganfall behandelt werden muss.

In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass übergewichtige Frauen, die jünger als 40 Jahre alt sind, rauchen oder östrogenhaltige Verhütungsmittel (die "Pille") einnehmen und unter einer Migräne mit Aura leiden, ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko in sich tragen. Trifft diese Kombination von Risikofaktoren auf Sie zu, sollten Sie unbedingt zusammen mit Ihrem Arzt überlegen, wie sie Ihr Gewicht und den Zigarettenkonsum in den Griff bekommen oder gegebenenfalls auf ein anderes Verhütungsmittel umsteigen.


Kommentar «Migräne - Seltene Formen»