Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

Krankheiten referenzindex «Migräne - Therapie»

Medikamente und andere Verfahren

Die Behandlung der Migräne umfasst die Kombination aus medikamentösen und nicht medikamentösen Maßnahmen. Mediziner unterscheiden zwischen der Therapie des Migräne-Anfalls und der Therapie im krankheitsfreien Intervall (Migräne-Prophylaxe).

Migräne-Medikamente der ersten Wahl

Bei leichten bis mittelschweren Migräne-Attacken wird die frühzeitige und hochdosierte Einnahme von Analgetika und NSAR-Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Kombinationspräparaten aus ASS, Paracetamol und Koffein, Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen empfohlen. Die Dreierkombination ASS + Paracetamol + Koffein erwies sich in Studien als wirksamer als die Einzelsubstanzen und auch wirksamer als die Kombination ohne Koffein.

Bei schweren Migräne-Attacken wird die Einnahme eines Triptans empfohlen. Diese Medikamente binden an der Andockstelle des körpereigenen Hormons Serotonin (Serotonin-Rezeptor-Agonisten). Triptane wirken gegen die Kopfschmerzen und bekämpfen gleichzeitig Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen.

Triptane wirken am besten bei akuten Migräne-Anfällen und wenn sie so früh wie möglich in einer Attacke genommen werden. Es gibt verschiedene Triptan-Wirkstoffe, die in unterschiedlichen Darreichungsformen vorliegen, zum Beispiel als Tablette, Zäpfchen, Nasenspray und Subkutan-Injektionen. Sie können mit anderen Schmerzmitteln kombiniert werden.

Grundsätzlich dürfen Triptane nicht eingenommen werden bei bestehender Koronarer Herzerkrankung (KHK), unbehandeltem Bluthochdruck, Raynaud Erkrankung, schweren Nieren- und Leberfunktionsstörungen, während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie nach Schlaganfällen.

Kontrollierte Einnahme

Achtung! Nehmen Sie Schmerzmittel nicht unkontrolliert ein und lassen Sie gehäuft auftretende Kopfschmerzen immer vom Arzt untersuchen. Für alle Schmerzmittel gilt: Die Einnahme darf nicht häufiger als zehnmal im Monat und an nicht mehr als drei aufeinander folgenden Tagen im Monat erfolgen, sonst besteht die Gefahr, dass sich ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz entwickelt.

Weitere Migräne-Medikamente

Mutterkornalkaloide (Ergotamine) wirken ebenfalls bei akuten Migräne-Attacken. Allerdings gehen sie mit mehr Nebenwirkungen einher (wie Benommenheit und Schwäche) als Triptane. Daher sollten sie nur bei sehr langen Migräne-Attacken oder dem Nicht-Ansprechen der Migräne-Medikamente der ersten Wahl (NSAR, Paracetamol, Triptane) eingesetzt werden.

Antiemetika wirken gegen die bei der Migräne auftretenden Magen-Darm-Beschwerden (wie Übelkeit). Sie bessern nachweislich die Beschwerden im Anfall. Empfohlene Wirkstoffe sind Metoclopramid (nur für Erwachsene) oder Domperidon (auch für Kinder).

Opiathaltige Medikamente (Opioide) sollten aufgrund der nicht belegten Wirksamkeit bei Migräne-Attacken und wegen des hohen Suchtpotenzials nicht angewendet werden.

Andere Maßnahmen bei Migräne

Wichtig ist Ruhe während einer Migräne-Attacke. Dazu gehört etwa der Aufenthalt in einem abgedunkelten, ruhigen Raum. Auch Schlaf und kalte Kompressen können helfen.


Kommentar «Migräne - Therapie»