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Krankheiten referenzindex «Psoriasis - Krankheitsmechanismus»

Psoriasis - Krankheitsmechanismus

Krankhafte Hauterneuerung

Bis vor einigen Jahren glaubten Mediziner, eine überschießende Hauterneuerung sei hauptsächlich für die Entstehung der Schuppenflechte verantwortlich. Die Hauterneuerung ist eigentlich ein normaler und notwendiger Vorgang, bei dem die Zellen der obersten Hautschicht, der Epidermis, im Laufe ihres kurzen Lebens allmählich an die Oberfläche wandern. Dort sterben sie ab und verhornen.

In den an Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) erkrankten Hautbezirken wandern die Hautzellen in nur drei bis sieben Tagen an die Oberfläche und werden damit deutlich schneller als bei Gesunden abgestoßen. Inzwischen weiß man, dass eine Störung der Immunabwehr in der Haut die Ursache und damit die überschießende Hauterneuerung nur die Folge ist.

Angriff auf Hautzellen

Dass bakterielle Infekte eine Schuppenflechte erstmalig auslösen (triggern) können, ist seit einiger Zeit bekannt. Besonders häufig scheint die Schuppenflechte im zeitlichen Zusammenhang mit Streptokokken-Halsentzündungen zum ersten Mal aufzutreten. Das soll an der großen Ähnlichkeit zwischen bestimmten Eiweißstrukturen der Bakterienoberfläche und der Zelloberfläche der Keratinozyten (Verhornungszellen) der Haut liegen. Das Immunsystem des Psoriatikers kann beide nicht unterscheiden.

Einem bestimmten Typ der weißen Blutkörperchen, den T-Lymphozyten, wird eine führende Rolle in der Entstehung der Schuppenflechte zugeschrieben. Ihre zahlreiche Einwanderung in die Haut wird offenbar durch die "Alarmierung" einiger ihrer Stämme (Klone) gefördert. In der Haut angekommen, aktivieren die mit dem Bakterien-Antigen in Kontakt gekommenen Lymphozyten die eingewanderten T-Lymphozyten. Auch die Keratinozyten sollen nach dieser These einen aktivierenden Eiweißstoff abgeben und lösen damit einen Angriff aus.

Eine Art Verwechslung

Es ist, als ob schließlich die Hautzellen mit den Streptokokken "verwechselt" würden – die Abwehrreaktion richtet sich fortan gegen die eigenen Hautzellen, wodurch eine Schuppenflechte entsteht. Die Hautzellen wachsen schnell nach, sterben aber auch so schnell ab, wie sie gebildet werden. Als abgestorbene Schuppen wandern sie an die Hautoberfläche. Dadurch kommt es zu den typischen, scharf begrenzten Zonen stark durchbluteter, roter Haut. Nahezu alle Psoriatiker leiden an dieser Form der Schuppenflechte, der Psoriasis vulgaris. Doch nicht jede schuppende Entzündung ist eine Psoriasis – eine sichere Diagnose kann nur der Arzt stellen.


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