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Krankheiten referenzindex «Refluxkrankheit (gastroösophagealer Reflux) bei Kindern»

Was ist die Refluxkrankheit?

Bei der Refluxkrankheit, die auch bei Kindern vorkommt, fließt Nahrungsbrei oder -flüssigkeit in die Speiseröhre zurück, anstatt in den Darm zu wandern. Der saure Mageninhalt verursacht ein Brennen in der Speiseröhre. Die Refluxkrankheit tritt sehr häufig in den ersten Lebensmonaten auf. Die Säuglinge sind dann unruhig und erbrechen oft.

Was verursacht die Refluxkrankheit?

Verschiedene organische Ursachen können bei Babys und Kindern zur Refluxkrankheit führen. Sie sind häufig angeboren, können aber auch erworben sein. In den ersten Lebensmonaten sind kurze Episoden mit Reflux noch normal, da die Steuerung des unteren Speiseröhren-Verschlusses erst ausreifen muss. Folgende Ursachen für die Refluxkrankheit können allein oder in Kombination auftreten:

  • Störungen der normalen Speiseröhren-Bewegungen (Peristaltik)
  • Zu niedriger Druck des unteren Speiseröhrenverschluss-Mechanismus
  • Sehr flaches Ansetzen des Magens an der Speiseröhre, d.h. der Winkel zwischen Speiseröhre und dem oberen Teil des Magens beträgt mehr als 90 Grad.
  • Die Durchtrittstelle der Speiseröhre durch das Zwerchfell ist zu weit.
  • Durch einen Zwerchfellbruch verlagert sich der Magen teilweise oder ganz in den Brustkorb.

Außerdem haben Untersuchungen gezeigt, dass das Risiko für Refluxkrankheit beim Säugling steigt, wenn die Mutter raucht und/oder bestimmte Medikamente einnimmt.

Welche Symptome treten bei der Refluxkrankheit auf?

Folgende Anzeichen können bei Babys auf eine Refluxkrankheit hinweisen:

  • Schreien und Unruhe beim Trinken und nach dem Trinken
  • Überstrecken von Kopf und Oberkörper nach hinten
  • Manchmal blutiger Stuhl
  • Häufiges Spucken, starkes Erbrechen nach den Mahlzeiten. Achtung: Häufiges Erbrechen nach den Mahlzeiten kann auch andere Ursachen haben, z.B. die Magenpförtnerverengung (Pylorusstenose). Nur der Arzt kann die richtige Diagnose stellen.

Wie erkennt der Arzt die Refluxkrankheit?

Nach einer gründlichen Befragung (Anamnese-Erhebung) und körperlichen Untersuchung wird der Arzt weitere Diagnoseverfahren anwenden. Die wichtigsten Methoden, um eine Refluxkrankheit bei Babys festzustellen, sind:

  • Langzeit-pH-Metrie: Durch das ständige Aufsteigen von Nahrungsbrei oder -flüssigkeit gelangt auch Magensäure in die Speiseröhre. Der Arzt misst mit einer speziellen Sonde, die er durch den Mund oder die Nase des Kindes einführt, den Säurewert an einer bestimmten Stelle der Speiseröhre. Die Sonde registriert in der Regel 24 Stunden lang die Werte, die anschließend im Computer ausgewertet werden.
  • Sonografie: Der Arzt untersucht den Bauch Ihres Kindes mit einem Ultraschallgerät. Er kann auf diese Weise die Häufigkeit des Aufsteigens von Mageninhalt bestimmen.
  • Röntgenkontrast-Untersuchung: Hiermit kann der Arzt feststellen, wie viel Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Außerdem kann er eventuelle Brüche oder Fehlbildungen des Zwerchfells erkennen.
  • Seltener wird bei Kindern eine Speiseröhren- und Magenspiegelung durchgeführt: Der Arzt schiebt dabei ein flexibles Instrument (Endoskop) in die Speiseröhre und entnimmt dabei gegebenenfalls auch eine Gewebeprobe (Biopsie). Auf diese Weise kann er auch andere Ursachen für wiederholtes Erbrechen (z.B. Magenpförtnerverengung) erkennen.

Wie wird die Refluxkrankheit behandelt?

Die Refluxkrankheit heilt bei den meisten betroffenen Kinder ohne spezielle Therapie aus. Folgende Maßnahmen unterstützen den Heilungsprozess:

  • Wenn Sie stillen, hören Sie keinesfalls damit auf.
  • Wenn Sie stillen, sollten Sie außerdem Folgendes meiden: Kaffee, Alkohol, fettes Essen, Zitrusfrüchte, Tomaten und kohlensäurehaltige Getränke.
  • Rauchen Sie nicht.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Medikamente wie Andrenergika, Anticholinergika, Xanthine oder Kalzium-Antagonisten einnehmen. Die genannten Arzneimittel können die Refluxkrankheit bei Ihrem Kind auslösen oder verstärken.
  • Wenn Sie nicht stillen, dicken Sie die Nahrung Ihres Kindes an (z. B. mit Reisflocken). Vergrößern Sie das Saugloch des Fläschchens entsprechend.
  • Geben Sie Ihrem Kind viele kleine Mahlzeiten - das gilt auch für das Stillen.
  • Halten Sie das Kind nach den Mahlzeiten für 15 bis 30 Minuten in senkrechter Position.
  • Lagern Sie es zum Schlafen mit leicht erhöhtem Oberkörper. Sie können z.B. ein Kissen unter das Kopfende der Matratze schieben.
  • Helfen diese Maßnahmen nicht, kann der Arzt Medikamente verschreiben, die z.B. die Magen-Darm-Passage beschleunigen.
  • Bei schwerem Verlauf der Refluxkrankheit wird der Arzt Ihr Kind in ein Krankenhaus einweisen oder an einen Spezialisten überweisen.
  • Bei Fehlbildungen, Brüchen oder besonders schwerem Verlauf der Refluxkrankheit kann nur eine Operation die Ursache beheben.

Welche Komplikationen können auftreten?

Bei schwerem Verlauf der Refluxkrankheit kann es zu folgenden Komplikationen kommen:

  • Mangelernährung
  • Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Erbrechen von blutigen Schleimfäden)

Beim Zurückfließen des Mageninhalts in die Speiseröhre können Teile des Nahrungsbreis auch in die Lunge gelangen (Aspiration). Das kann Folgendes nach sich ziehen:

  • Lungenentzündung (Aspirationspneumonie)
  • Chronische Bronchitis
  • Chronischer Husten
  • Im Extremfall Atemstillstand

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