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Krankheiten referenzindex «Schuppenflechte (Psoriasis)»

Schuppenflechte (Psoriasis)Schuppenflechte (Psoriasis)Schuppenflechte (Psoriasis)

Was ist Schuppenflechte?

Psoriasis oder Schuppenflechte ist eine gutartige, chronisch-entzündliche und immer wiederkehrende Hautkrankheit mit erhöhter Schuppenbildung. Manchmal verursacht die Krankheit keine Beschwerden - sie kann aber auch so schwerwiegend sein, dass sie die Lebensqualität des Erkrankten stark beeinträchtigt.

Eine Schuppenflechte ist nicht ansteckend, kann aber vererbt werden. Es besteht also ein erhöhtes Risiko, an Schuppenflechte zu erkranken, wenn bereits ein Psoriasis-Kranker in der Familie ist. Ungefähr zwei bis drei Prozent der deutschen Bevölkerung, also rund zwei Millionen Menschen, leiden an einer mehr oder weniger schweren Form der Schuppenflechte. Die Erkrankung kommt in allen Altersschichten vor. Männer sind geringfügig häufiger von der Psoriasis betroffen als Frauen.

Wie entsteht Schuppenflechte?

Der genaue Grund für das Entstehen einer Schuppenflechte ist heute immer noch nicht genau bekannt. Auch wenn Sie die Veranlagung dazu in Ihren Genen tragen, bedeutet das noch nicht, dass die Erkrankung auch ausbricht.

Neben der genetischen Veranlagung spielen noch weitere Faktoren eine Rolle, die sowohl das Risiko des erstmaligen Auftretens der Schuppenflechte als auch des Auftretens von Schüben erhöhen. Dazu gehören besonders Infektionen mit Streptokokken, bestimmte Medikamente und Stress.

Es gibt verschiedene Formen der Schuppenflechte, die nach ihrem Aussehen unterschieden werden. Zudem gibt es noch einige Sonderformen, die sich sowohl im Erscheinungsbild als auch nach dem Ort ihres Auftretens unterscheiden.

Was sind die Anzeichen der Schuppenflechte?

Die Schuppenflechte macht sich meistens mit

  • scharf begrenzten,
  • rötlichen und
  • leicht erhabenen Flecken auf der Haut bemerkbar.

Diese Flecken sind mit silberweißen Schuppen bedeckt.

Je nach Form der Schuppenflechte sind diese Flecken oft klein und punktförmig, sie können aber auch größere Flächen bedecken. Zum Teil können sie auch jucken. Die oberflächlichen Schuppen lassen sich leicht abkratzen, die tieferen sitzen dagegen fester auf einer jungen, dünnen Hautschicht. Entfernt man auch diese Schuppenschicht, so treten kleine, punktförmige Hautblutungen auf.

Von der Schuppenflechte betroffen sind vor allem:

  • Ellenbogen
  • Knie
  • Kreuzbeingegend
  • Behaarter Kopf

Häufig treten auch Veränderungen der Nägel auf, zum Beispiel stecknadelkopfgroße Eindellungen (Tüpfelnägel) oder gelblich-bräunliche Verfärbungen durch Befall des Nagelbetts (Ölflecke). Es kann sogar zu einer völligen Zerstörung der Nagelplatte (Krümelnägel) kommen.

Die Schuppenflechte verläuft schubweise - sie tritt also immer wieder auf. Der einzelne Schub kann dabei unterschiedlich lange andauern. Dies gilt auch für die dazwischen liegenden beschwerdefreien Zeiträume, die Wochen bis Jahre umfassen können.

Eine häufige Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis guttata. Sie tritt vor allem nach vorangegangenen Infektionen auf und äußert sich in Form zahlreicher kleiner Flecken. Häufig geht sie mit Juckreiz einher. Psoriasis guttata kann in eine chronische Form der Schuppenflechte übergehen. Hier sind die Flecken in der Regel nicht so zahlreich, dafür aber größer.

Psoriasis pustulosa ist eine recht seltene Sonderform der Schuppenflechte. Hier bilden sich mit Eiter gefüllte Bläschen (Pusteln) auf geröteter Haut. Befallen sind entweder nur Hände und Füße oder bei der "generalisierten Form" der ganze Körper.

Etwa 20 Prozent der Schuppenflechte-Betroffenen entwickeln langfristig in verschiedenen Gelenken eine Psoriasis-Arthritis (Psoriasis arthorpathica). Sie betrifft am häufigsten Finger- und Zehen-Gelenke.

Wie diagnostiziert der Arzt Schuppenflechte?

Der Arzt erkennt Schuppenflechte an den typischen Hautveränderungen und/oder Nagelveränderungen. In seltenen Fällen entnimmt er eine Hautprobe (Biopsie), die er zur weiteren Untersuchung an ein Labor schickt.

Wie wird Schuppenflechte behandelt?

Die richtige Hautpflege ist als Basisbehandlung der Schuppenflechte äußerst wichtig. Ideal sind rückfettende Ölbäder, Duschöle, Fettsalben oder fettreiche Cremes. Sie verbessern die körpereigene Schutzfunktion der Haut. Günstig wirken sich auch Faktoren wie Harnstoff, Glycerin oder Hyaluronsäure aus, welche die Haut vor Austrocknung schützen.

Im akuten Krankheitsschub wird zunächst die Schuppenschicht mit Salbenverbänden (Salicylsäure, Milchsäure) abgelöst. Erst dann können die Wirkstoffe bestimmter Arzneistoffsalben zu den Hautzellen vordringen. Zum Einsatz kommen dabei Substanzen, die das übermäßige Wachstum der Hautzellen, also die Schuppenbildung, bremsen und/oder entzündungshemmend wirken. Hierfür eignen sich zum Beispiel Steinkohleteer, Dithranol beziehungsweise Cignolin, auch in Kombination mit Salicylsäure und mit Harnstoff, Vitamin-D-Abkömmlinge wie Calcipotriol und Tacalcitol, Vitamin-A-Abkömmlinge wie Tazaroten sowie Kortison.

Eine weitere Behandlungsmethode ist die Bestrahlung mit energiereicher UV-Strahlung. Dazu zählt beispielsweise PUVA, eine Kombination aus UV-A-Strahlung mit dem Wirkstoff Psoralen. Dieser erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut, wodurch das UV-A-Licht seine volle Wirksamkeit entfalten kann.

Bei schwereren Krankheitsverläufen setzten Ärzte Medikamente ein, die das Immunsystem unterdrücken (zum Beispiel Ciclosporin, Methotrexat, Fumarsäureester). Darüber hinaus verschreibt der behandelnde Arzt bei mittleren und schweren Verlaufsformen der Schuppenflechte gegebenenfalls den Wirkstoff Etanercept. Dieser kann als Spritzenkur angewendet werden. Die Injektionen können vom Patienten selbst oder von einem Angehörigen zu Hause durchgeführt werden.

Kuren in sonnenreichen Zonen können bei der Therapie einer Schuppenflechte hilfreich sein. Allerdings kann eine übermäßige UV-Bestrahlung der Haut auch schaden. Meiden Sie auch andere Risikofaktoren wie übermäßigen Alkoholkonsum oder Stress-Situationen.

Die Behandlung ist immer abhängig von Alter, Gesundheitszustand und Lebensgewohnheiten des Erkrankten und wird auf diese Faktoren abgestimmt.

Prognose

Derzeit ist die Schuppenflechte nicht heilbar. Krankheitsschübe können also ein Leben lang immer wieder auftreten. Ein Großteil der Erkrankten erlebt allerdings immer wieder Zeiten, in denen sich die Krankheit nicht bemerkbar macht.


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