Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

Krankheiten referenzindex «Trigeminusneuralgie - Therapie»

Trigeminusneuralgie - TherapieTrigeminusneuralgie - TherapieTrigeminusneuralgie - Therapie

Medikamente

Normale Schmerzmittel sind in der Behandlung der Trigeminusneuralgie meist wirkungslos. Treten sehr viele Schmerzanfälle in rascher Folge auf, lassen sich die Serien durch die intravenöse Gabe von hohen Dosen des Antiepileptikums Phenytoin durchbrechen. Diese Akutbehandlung findet im Krankenhaus statt.

Alle anderen medikamentösen Behandlungsformen der Trigeminusneuralgie stellen eine vorbeugende Behandlung zukünftiger Schmerzanfälle dar. Das ist auch sinnvoll, da die Schmerzen meist längst vorüber sind, bis man eine Tablette gefunden und heruntergeschluckt hat.

Der erste Schritt in der Therapie der Trigeminusneuralgie ist die Behandlung mit Antiepileptika (vor allem Carbamazepin). Die meisten Erkrankten sprechen anfänglich sehr gut auf dieses Mittel an – bei etwa der Hälfte der Erkrankten wirkt das Medikament dauerhaft.

Wenn ein Gewöhnungseffekt auftritt, kann man eine Therapie mit Oxcarbazepin versuchen. Allerdings ist dieser Wirkstoff nicht zur Behandlung der Trigeminusneuralgie zugelassen.

Hilft diese Therapie nicht, erhält der Patient andere Medikamente wie orales Phenytoin, Baclofen, Gabapentin und Lamotrigin. Generell wird nur mit einem Medikament behandelt und nur in Ausnahmefällen auf eine Kombinationstherapie zurückgegriffen. Ausschließlich für Patienten mit Multipler Sklerose und zusätzlicher Trigeminusneuralgie eignet sich der sonst gegen Magengeschwüre und Magenentzündungen zugelassene Wirkstoff Misoprostol.

Operation

» Klassisches Operationsverfahren:

Helfen die Medikamente nicht, wird bei jüngeren Patienten und bei einer symptomatischen Trigeminusneuralgie eine Operation durchgeführt. Nach der Eröffnung des Schädelknochens am Hinterkopf befreit der Arzt den Nerv an dessen Austrittsstelle aus dem Gehirn von beengenden Gefäßen. Zwischen Arterien und Nerv legt er ein Kunststoff- oder Teflonschwämmchen, um eine erneute Druckwirkung auf den Nerv zu unterbinden. Hauptnebenwirkungen können Blutungen und Kleinhirnverletzungen sowie auf der betroffenen Seite Verlust des Hörvermögens und Taubheitsgefühle im Gesicht sein.

» Perkutane Thermokoagulation:

Bei älteren oder sehr kranken Menschen mit Trigeminusneuralgie wird die weniger belastende, sogenannte perkutane Thermokoagulation (nach Sweet) durchgeführt. Dabei schiebt der Arzt unter Röntgenkontrolle und Kurznarkose eine Sonde durch die Haut zu einer Ansammlung von Nervenzellkörpern des Nervus trigeminus (Ganglion Gasseri) vor. Dort werden dann unter lokaler Hitze-Einwirkung vor allem die Schmerzfasern des Nerven zerstört. Als Hauptnebenwirkung kann es zum (auch schmerzhaften) Gefühlsverlust auf der betroffenen Gesichtshälfte kommen. Die Zerstörung der Schmerzfasern im Ganglion Gasseri über eine Sonde ist auch mechanisch (mit einem Druckballon) oder chemisch mit Glyzerin möglich.

» Radiochirurgische Verfahren:

Eine schonende Alternative der Trigeminusneuralgie-Operation stellen mittlerweile auch radiochirurgische Verfahren dar. Mit einem Gamma-Knife oder Cyber-Knife wird der Nervus Trigeminus nah am Hirnstamm einmalig mit hohen Strahlendosen beschossen. Eine operative Eröffnung des Schädels entfällt. Im Vergleich zu klassischen Operationen und den perkutanen Verfahren ist die Komplikationsrate geringer, dafür sind auch die Erfolgsaussichten niedriger. Wird dieses Verfahren ohne vorangegangene andere Operationen durchgeführt, sind 63 bis 75 Prozent der Menschen mit Trigeminusneuralgie nach der Therapie schmerzfrei. Wenn zuvor schon eine andere Operation stattgefunden hat, sind die Erfolgsaussichten deutlich schlechter. Insgesamt tritt die Wirkung der Therapie deutlich später ein als bei den anderen Verfahren. Meist dauert es einige Wochen, bis eine Schmerzlinderung einsetzt.

Was Sie selbst tun können

Es gibt wenig Möglichkeiten, selbst Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung zu nehmen. Da die Trigeminusneuralgie psychisch sehr belastend ist, kann eine Unterstützung durch Selbsthilfegruppen sinnvoll sein.


Kommentar «Trigeminusneuralgie - Therapie»