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Krankheiten referenzindex «Wundversorgung»

WundversorgungWundversorgung


Die Wundversorgung bei größeren Verletzungen sollte (nach Erste-Hilfe-Maßnahmen) ein Arzt vornehmen, kleine Wunden können meistens vom Betroffenen selbst oder einem Helfer behandelt werden. Aber auch bei der Wundversorgung der vermeintlich harmloseren Verletzungen sollte so manches beachtet werden. So ist beispielsweise ein Auswaschen der Wunde entgegen landläufiger Meinung bis auf Ausnahmefälle (z.B. bei Verbrennungen und Verätzungen) nicht zu empfehlen.

Hintergrund zur Wundversorgung: Unterschiedliche Wunden


Es gibt einfache Wunden, bei denen ausschließlich die Haut verletzt wurde, und komplizierte Wunden, bei denen auch eine Verletzung von tiefer liegenden Strukturen (Blutgefäße, Nerven, Muskeln, Knochen) vorliegt.

Die Ursachen von Wunden sind sehr vielfältig. Die häufigen mechanischen Wunden werden durch gewaltsame Einwirkungen unterschiedlichster Art von außen zugeführt (z.B. durch Schnitte, Abschürfungen, Bisse). Thermische Wunden sind durch Verbrennungen, Verbrühungen oder auch Erfrierungen entstanden. Chemische Wunden sind durch Chemikalien wie Säuren oder Laugen bedingt. Strahlenbedingte Wunden sind Strahlenschäden.

Komplikationen bei Wunden


Mögliche Komplikationen bei Wunden sind Verletzungen von Blutgefäßen, Nerven, Sehnen, massiver Blutverlust sowie Infektionen. An Infektionen ist spätestens zu denken, wenn Schmerzen einen oder mehrere Tage nach der Verletzung zunehmen.

Eine Wundinfektion entsteht, wenn Bakterien in die Wunde eindringen. Neben Schmerzen kann sich die Wundinfektion durch Rötung, Überwärmung, Schwellung und Fieber äußern. Eine Wundinfektion sollte immer vom Arzt behandelt werden, da sie zu einer Blutvergiftung führen kann, wenn sie nicht fachgerecht behandelt wird.

Wundversorgung bei kleineren Verletzungen


Bei kleineren Verletzungen mit nur geringer Blutung und ohne Fremdkörper reicht oftmals das Aufkleben eines Pflaster aus. Achten Sie darauf, dass die Wundauflage größer als die Wunde ist, Sie die Wundauflage nicht berühren (Gefahr einer Wundinfektion) und das Pflaster möglichst faltenfrei aufkleben.

Achtung: Auch bei einer sehr kleinen Wunde kann es zu einer Infektion mit dem Tetanuserreger kommen – insbesondere bei einer Verschmutzung der Wunde mit Garten- oder Walderde. Vorbeugend sollte jeder in regelmäßigen Abständen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) geimpft werden.

Wundversorgung bei größeren Verletzungen


Großflächige Wunden sollten mit keimfreien (sterilen) Wundauflagen abdeckt werden, wie sie beispielsweise auch im Kfz-Verbandkasten zu finden sind. Diese Wundauflagen sind einzeln steril verpackt. Bei der Anwendung ist darauf zu achten, mit den Fingern nicht die Stelle zu berühren, die mit der Wunde in Kontakt kommt. Nachdem die Wunde mit der sterilen Wundauflage abgedeckt ist, muss die Wundauflage mit Heftpflasterstreifen, Verbandtüchern, Netzverbänden (v.a. an Armen und Beinen) oder Mullbinden befestigt werden. Direkt auf die Wunde dürfen Mullbinden nicht aufgebracht werden, da sie nicht steril sind.

Die Wundversorgung wird erleichtert, wenn Sie dafür sterile Verbandpäckchen zur Verfügung haben, bei denen die Wundauflage auf einer Binde befestigt ist.

Wundversorgung bei starken Blutungen


Nehmen Blutungen ein bedrohliches Ausmaß an, sollte zunächst versucht werden, die Blutung zu stoppen. Dazu sollten Sie möglichst keimfrei (z.B. unter Verwendung von sterilen Einmalhandschuhen, zur Not einem Taschentuch o.Ä.) Druck auf die Blutungsstelle ausüben. Dann ist ein Druckverband anzuwenden. Am besten ist dieser mit zwei Verbandpäckchen machbar. Nachdem die Wunde mit einem ersten Verbandpäckchen umwickelt wurde, dient ein zweites geschlossenes Verbandpäckchen, eine gefaltete Wundauflage o.Ä. als Druckpolster direkt über dem Wundbereich. Dieses Druckpolster wird mit weiteren Bindematerialien umwickelt. Bei starken Blutungen muss der Rettungsdienst alarmiert werden.

Ein Abbinden von Armen und Beinen sollte nicht vorgenommen werden, da hierbei Nerven und Blutgefäße Schaden nehmen können.

Wundversorgung, wenn sich Fremdkörper in Wunden befinden


Grundsätzlich sollten Fremdkörper in Wunden (z.B. Glas- oder Holzsplitter) nur vom Arzt entfernt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, eine noch stärkere Verletzung (beispielswiese auch an Nerven) herbeizuführen.

Wundversorgung bei Tierbissen


Bei Tierbisswunden (z.B. durch Hunde) besteht eine größere Infektionsgefahr, da Erreger aus dem Tiermaul in die Wunde übertragen worden sein können. Tierbisswunden sollten also immer von einem Arzt versorgt werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme sind sie keimfrei (mit Wundauflage und Heftpflastertreifen / Mullbinde / Netzverband / Verbandstuch oder einem Verbandpäckchen) zu verbinden.

Sonderfall Verdacht auf Tollwut-Infektion: Besonders schnelles Handeln ist geboten, wenn Sie Tollwut bei dem Tier vermuten, dass die Bisswunde zugefügt hat (auffälliges aggressives Verhalten, möglicherweise Schaum vor dem Mund). In diesem Fall sollten Sie die Wunde zunächst unverzüglich mit einer Seifenlösung auswaschen und dann den Arzt aufsuchen. Eine Impfung gegen Tollwut wird nötig.

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