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«Activelle 1 mg/0,5 mg Filmtabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Activelle gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln zur Hormonersatztherapie (HRT), der sogenannten kontinuierlich kombinierten HRT und wird ohne Einnahmepause jeden Tag eingenommen.
Die Filmtabletten enthalten zwei weibliche Sexualhormone: Estradiol 1mg (ein Estrogen, das mit dem in den Eierstöcken produzierten Estradiol identisch ist) und 0,5mg Norethisteronacetat (ein Gestagen, welches in ähnlicher Weise wie das körpereigene Progesteron (Gelbkörperhormon) wirkt).

Activelle wird angewendet:

  • zur Linderung unangenehmer Symptome wie Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche und Scheidentrockenheit, welche auftreten, wenn die Estrogenspiegel sinken und die Periode ausbleibt (Menopause).
  • Zur Vorbeugung einer Osteoporose (Knochenschwund) bei Frauen nach der letzten Periodenblutung, bei denen ein hohes Risiko für zukünftige Knochenbrüche besteht und die andere zu diesem Zweck angewendete Arzneimittel nicht vertragen haben oder nicht anwenden dürfen. Activelle wird bei Frauen angewendet, die noch ihre Gebärmutter haben und deren Menopause (letzte Periodenblutung) länger als 1 Jahr zurückliegt. Erfahrungen in der Behandlung von Frauen, die älter als 65 Jahre sind, liegen nur begrenzt vor.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Medizinische Untersuchung/Kontrolluntersuchungen

Vor Beginn der Einnahme von Activelle wird Sie Ihr Arzt über die Nutzen und Risiken der Behandlung informieren (siehe auch Abschnitt 4, „Weitere Nebenwirkungen der kombinierten HRT“). Ihr Arzt wird sowohl vor Beginn als auch während der Behandlung regelmäßig beurteilen, ob Activelle für Ihre Behandlung geeignet ist.
Ihr Arzt wird Ihnen erläutern, wie oft regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei Ihnen durchgeführt werden sollten. Er wird dabei Ihren allgemeinen Gesundheitszustand berücksichtigen. Wenn Sie nahe Blutsverwandte haben (Mutter, Schwester, Großmutter mütterlicher- oder väterlicherseits), die an schweren Erkrankungen wie z. B. thrombotischen Erkrankungen oder Brustkrebs gelitten haben, könnte auch Ihr eigenes Risiko erhöht sein. Daher müssen Sie Ihrem Arzt immer informieren, sobald Ihre nahen Blutsverwandten an schweren Erkrankungen leiden. Dies gilt auch, wenn Sie Veränderungen an Ihren Brüsten feststellen.

Genauso wichtig wie die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen durch Ihren Arzt ist es, dass Sie

  • Ihre Brüste regelmäßig auf jegliche Veränderungen hin untersuchen, wie z. B. Vertiefungen in der Haut, Veränderungen der Brustwarzen sowie Schwellungen oder Knoten, die Sie sehen oder ertasten können
  • regelmäßig Brustuntersuchungen(Mammographie) sowie Zervix-Abstriche durchführen lassen.

Activelle darf nicht eingenommen werden,
wenn eine der folgenden Situationen auf Sie zutrifft. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt. Beginnen Sie keine Therapie mit Activelle:

  • wenn Sie an Brustkrebs leiden, gelitten haben oder ein solcher Verdacht besteht
  • wenn Sie an Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom) leiden, gelitten haben oder ein Verdacht auf einen estrogenabhängigen Krebs besteht
  • bei Blutungen aus der Scheide, deren Ursache vom Arzt nicht geklärt ist
  • bei unbehandelter übermäßiger Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)
  • wenn Sie an einer Blutgerinnselbildung in den tiefen Venen oder Lunge leiden (thromboembolische Erkrankungen) oder gelitten haben
  • bei erst kurze Zeit zurückliegendem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Angina pectoris
  • bei akuter Lebererkrankung oder zurückliegenden Lebererkrankungen, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben
  • bei Porphyrie (Stoffwechselerkrankungmit Störung der Bildung des Blutfarbstoffes)
  • wenn Sie allergisch (überempfindlich) aufEstradiol, Norethisteronacetat oder einen der sonstigen Bestandteile von Activelle reagieren (siehe Liste in Abschnitt 6,“Weitere Informationen”)

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Activelle ist erforderlich,
wenn Sie an einer der folgenden Erkrankungen leiden oder gelitten haben. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt. Dieser wird Ihre Behandlung dann besonders engmaschig überwachen. In seltenen Fällen können diese Erkrankungen während der Behandlung mit Activelle wieder auftreten oder sich verschlimmern:

  • wenn Sie an einer Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut leiden, wie z. B. einer Zyste (gutartige Geschwulst in der Muskelschicht der Gebärmutter), einer Endometriose (Ansiedlung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter) oder eine Endometriumhyperplasie (übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut) bei Ihnen aufgetreten ist
  • bei in der Vergangenheit aufgetretenen Blutgerinnsel (Thrombose) oder bei Ihnen Risikofaktoren für die Bildung von Blutgerinnsel vorhanden sind (eine Liste dieser Risikofaktoren und Symptome finden Sie in Abschnitt 4, “Weitere Nebenwirkungen einer kombinierten HRT”)
  • wenn einer Ihrer Blutsverwandten Brustkrebs oder andere estrogenabhängige Krebserkrankungen gehabt hat (Endometriumkarzinom)
  • bei Bluthochdruck
  • wenn Sie an einer Lebererkrankung wie z. B. einem Leberadenom (gutartiger Tumor) leiden
  • bei Erkrankungen der Nieren oder des Herzens
  • bei Diabetes oder Gallenstein-Leiden
  • bei Epilepsie oder Asthma
  • bei Migräne oder schweren Kopfschmerzen
  • bei Systemischem Lupus erythematodes (SLE) – eine Autoimmunerkrankung
  • bei erhöhten Blutfettwerten (Hypertriglyceridämie)
  • bei Otosklerose (Schwerhörigkeit).

Wenn bei Ihnen eine Blutuntersuchung durchgeführt wird, sagen Sie Ihrem Arzt, dass Sie Activelle einnehmen, da Estrogen die Ergebnisse bestimmter Laboruntersuchungen beeinträchtigen kann.

Wenn bei Ihnen ein chirurgischer Eingriff geplant ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Es kann erforderlich sein, dass Sie die Einnahme dieser Tabletten 4 bis 6 Wochen vor der Operation unterbrechen müssen, um das Risiko der Bildung von Blutgerinnsel zu reduzieren. Ihr Arzt wird Sie informieren, wann Sie die Behandlung fortsetzen können.

Beenden Sie die Einnahme von Activelle wenn eine der folgenden Situationen bei Ihnen eintritt, unterbrechen Sie die Einnahme von Activelle und kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt:•wenn Sie zum ersten Mal migräneartige Kopfschmerzen bekommen

  • wenn sich Ihre Haut oder Ihre Augen gelblich verfärben (Ikterus) oder andere Lebererkrankungen auftreten
  • wenn Ihr Blutdruck während der Einnahme von Activelle ansteigt(Symptome hohen Blutdrucks sind z. B. Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel)
  • wenn Sie schwanger werden
  • wenn eine der in Abschnitt 2, “Activelle darf nicht eingenommen werden”, erwähnten Situationen eintritt.

Bei Einnahme von Activelle mit anderen Arzneimitteln

Einige Arzneimittel können die Wirkung von Activelle abschwächen:

  • Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie (z. B. Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin)
  • Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose (z. B. Rifampicin und Rifabutin)
  • Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen (z. B. Nevirapin, Efavirenz, Ritonavir und Nelfinavir)
  • pflanzliche Zubereitungen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten.

Andere Arzneimittel können die Wirkung von Activelle verstärken:

  • Arzneimittel, die Ketoconazol (ein Antipilzmittel) enthalten.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, pflanzliche Arzneimittel oder Naturprodukte handelt.

Bei Einnahme von Activelle zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Die Filmtabletten können zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken, aber auch unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Activelle darf weder in der Schwangerschaft (oder bei einem entsprechenden Verdacht) noch in der Stillzeit eingenommen werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Activelle hat keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Activelle:

Activelle enthält Lactose-Monohydrat. Wenn Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden kontaktieren Sie ihren Arzt, bevor Sie Activelle einnehmen.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Activelle immer genau nach Anweisung des Arztes. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Nehmen Sie einmal täglich eine Tablette ein, jeweils etwa zur gleichen Tageszeit. Nehmen Sie die Tablette mit einem Glas Wasser ein.

Nehmen Sie ohne Unterbrechung jeden Tag eine Tablette ein. Nachdem Sie alle 28 Filmtabletten einer Kalenderpackung eingenommen haben, wird die Behandlung mit der nächsten Kalenderpackung fortgesetzt.

Für Anweisungen zur Handhabung der Kalenderpackung siehe Abschnitt “HINWEISE ZUR HANDHABUNG” am Ende der Packungsbeilage.

Sie können an jedem beliebigen Tag die Therapie mit Activelle beginnen. Wenn Sie jedoch von einer Hormonersatztherapie wechseln, bei der Sie eine Monatsblutung haben, sollte die Behandlung sofort nach Beendigung der Abbruchblutung begonnen werden.

Ihr Arzt wird Ihnen die niedrigste wirksame Dosis verordnen und die Behandlung so kurz wie möglich halten. Wenn sich Ihre Symptome durch die Behandlung nach dreimonatiger Tabletteneinnahme nicht gebessert haben, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Wenn Sie eine größere Menge von Activelle eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge von Activelle eingenommen haben, als Sie sollten, sprechen Sie mit einem Arzt oder Apotheker. Eine Überdosis von Activelle kann zu Unwohlsein und Erbrechen führen.

Wenn Sie die Einnahme von Activelle vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme Ihrer Tablette zur gewohnten Zeit vergessen haben, nehmen Sie sie innerhalb der nächsten 12 Stunden ein. Wenn bereits mehr als 12 Stunden vergangen sind, setzen Sie die Behandlung wie gewohnt am nächsten Tag fort. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um die vergessene Tablette auszugleichen.
Das Vergessen der Einnahme einer Tablette erhöht die Wahrscheinlichkeit von Durchbruch- oder Schmierblutungen, es sei denn, Ihre Gebärmutter wurde entfernt.

Wenn Sie die Einnahme von Activelle abbrechen

Wenn Sie die Einnahme von Activelle abbrechen möchten, reden Sie zuerst mit Ihrem Arzt. Dieser wird Ihnen die Auswirkungen des Abbruchs der Therapie erklären und mit Ihnen andere
Behandlungsmöglichkeiten besprechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Activelle Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Überempfindlichkeitsreaktionen/Allergie (gelegentlich auftretende Nebenwirkung – kann weniger als 1 von 100 Frauen betreffen)
Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien) können auftreten, auch wenn es sich nur um eine gelegentlich auftretende Nebenwirkung handelt. Anzeichen von
Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien) können eines oder mehrere der folgenden Symptome sein: Nesselsucht, Juckreiz, Schwellungen, Schwierigkeiten bei der Atmung, niedriger Blutdruck (bleiche und kalte Haut, beschleunigter Herzschlag), Schwindelgefühle, Schweißausbrüche; dies könnten Anzeichen einer anaphylaktischen Reaktion sein. Falls eines der erwähnten Symptome auftritt, beenden Sie die Einnahme von Activelle und suchen Sie sofort einen Arzt auf.

Blutungen während der Behandlung mit Activelle Die Behandlung mit Activelle hat keine regelmäßigen Monatsblutungen zur Folge. Während des Beginns der Behandlung treten jedoch bei vielen Frauen leichte vaginale Blutungen oder Schmierblutungen auf.

Falls bei Ihnen Durchbruchs- oder Schmierblutungen auftreten, ist dies, besonders in den ersten paar Monaten der HRT, kein Grund zur Besorgnis.
Wenden Sie sich jedoch so bald wie möglich an Ihren Arzt,

  • wenn die Blutungen über die ersten 3 Behandlungsmonate hinaus andauern
  • wenn nach einer Weile im Verlauf der Behandlung Blutungen auftreten
  • wenn die Blutungen nach Beendigung der HRT andauern.

Ihr Arzt wird Sie bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen über vaginale Blutungen während der Behandlung mit Activelle befragen. Es könnte daher hilfreich sein, jede Art von Blutungen in einem Tagebuch zu notieren.

Sehr häufig auftretende Nebenwirkungen
können mehr als 1 von 10 Frauen betreffen

  • Brustschmerzen oder Empfindlichkeit der Brust
  • vaginale Blutungen.

Häufig auftretende Nebenwirkungen
können mehr als 1 von 100 Frauen betreffen

  • Kopfschmerzen
  • Gewichtszunahme durch Wassereinlagerung (Flüssigkeitsretention)
  • Entzündung in der Scheide
  • Migräne oder Verschlechterung von Migräne
  • Pilzinfektion in der Scheide
  • Depressionen oder Verschlechterung von Depressionen • Übelkeit
  • Vergrößerung der Brust oder Flüssigkeitsansammlungen in der Brust (Brust-Ödem)
  • Rückenschmerzen
  • Entstehung, Wiederauftreten oder Vergrößerung von gutartigen Geschwülsten (Zysten) in der Gebärmutter
  • Anschwellen der Arme und Beine (periphere Ödeme)
  • Gewichtszunahme.

Gelegentlich auftretende Nebenwirkungen
bei weniger als 1 von 100 Frauen

  • Völlegefühl, Bauchschmerzen, Unwohlsein oder Blähungen
  • Akne
  • Haarausfall
  • abnormale vermehrte Gesichts- oder Körperbehaarung
  • Juckreiz oder Nesselsucht (Urtikaria)
  • oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis)
  • Krämpfe in den Beinen
  • Unwirksamkeit des Arzneimittels
  • Allergische Reaktionen
  • Nervosität.

Selten auftretende Nebenwirkungen
bei weniger als 1 von 1000 Frauen

  • Blutgerinnselbildung in den tiefen Venen oder Lungenembolie (thromboembolische Erkrankungen in den Blutgefäßen der Beine oder der Lunge).

Sehr selten auftretende Nebenwirkungen
bei weniger als 1 von 10000 Frauen

  • Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom) • Übermäßiges Wachstum der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)
  • Bluthochdruck oder Verschlechterung von Bluthochdruck
  • Gallenblasenerkrankung, Gallensteine, Verschlechterung von Gallensteinleiden oder wiederauftretende Gallensteinleiden
  • verstärkte Talgabsonderung, Hautausschlag
  • akute oder wiederkehrende Ödeme (angioneurotisches Ödem)
  • Schlaflosigkeit, Schwindel, Angst
  • Veränderung des sexuellen Verlangens
  • Sehstörungen
  • Gewichtsabnahme
  • Erbrechen
  • Sodbrennen
  • Juckreiz im Genitalbereich
  • Herzinfarkt und Schlaganfall.

Weitere Nebenwirkungen der kombinierten HRT

Die folgenden Nebenwirkungen wurden im Zusammenhang mit der Estrogen/Gestagen-Behandlung beobachtet:

Übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) und Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom)
Bei Frauen mit intakter Gebärmutter wurde festgestellt, dass das Risiko einer übermäßigen Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) erhöht ist. Eine Estrogen-Monotherapie über einen längeren Zeitraum hinweg erhöht zudem das Risiko eines Krebses der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom). Die zusätzliche Gabe eines Gestagens, wie es in Activelle enthalten ist, reduziert dieses erhöhte Risiko deutlich.

Brustkrebs
Jede Frau ist dem Risiko ausgesetzt, an Brustkrebs zu erkranken, unabhängig davon, ob sie Arzneimittel zur Hormonersatztherapie (HRT) einnimmt oder nicht. Bei Frauen, die eine Hormonersatztherapie durchführen, ist dieses Risiko, verglichen mit Frauen des gleichen Alters, die nie HRT-Präparate eingenommen haben, leicht erhöht. Dieses Risiko steigt mit zunehmender Behandlungsdauer an, kehrt jedoch einige (spätestens fünf) Jahre nach Beendigung der Behandlung auf den Ausgangswert zurück. Das Risiko einer Brustkrebserkrankung scheint im Vergleich zu einer Estrogen-Monotherapie höher zu sein, wenn Frauen ein Kombinationspräparat, bestehend aus einem Estrogen und einem Gestagen, zur Hormonersatztherapie anwenden.
Um einen Tumor in der Brust so früh wie möglich erkennen zu können, ist es wichtig, dass Sie Ihre Brüste regelmäßig auf jegliche Veränderungen hin untersuchen und diese Veränderungen mit Ihrem Arzt besprechen. Lassen Sie außerdem regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen, einschließlich Mammographie. Wenn Sie bzgl. des Risikos einer Brustkrebserkrankung besorgt sind, müssen Sie mit Ihrem Arzt über Nutzen und Risiken einer Hormonersatztherapie sprechen.

Blutgerinnsel in den tiefen Venen
Jede Frau ist dem Risiko der Bildung von Blutgerinnsel ausgesetzt, unabhängig davon, ob sie Arzneimittel zur Hormonersatztherapie (HRT) einnimmt oder nicht.
Eine HRT kann das Risiko der Bildung von Blutgerinnsel in den tiefen Venen bis zu 3-fach erhöhen, besonders im ersten Behandlungsjahr.
Wenn Sie den Verdacht haben, an einem Blutgerinnsel in den Venen zu leiden, begeben Sie sich bitte sofort in ärztliche Behandlung.
Das Risiko, dass sich bei Ihnen Blutgerinnsel bilden, ist erhöht,

  • wenn Sie sehr übergewichtig sind
  • wenn bei Ihnen bereits Blutgerinnsel aufgetreten sind oder Sie an einer Störung des Blutgerinnungssystems gelitten haben, die den Einsatz von Arzneimitteln wie z. B. Warfarin erfordert hat
  • wenn bei einem Ihrer Blutsverwandten Blutgerinnsel aufgetreten sind
  • wenn Sie eine Fehlgeburt erlitten haben
  • bei längerer Bettlägerigkeit aufgrund von chirurgischen Eingriffen, Verletzung oder Krankheit
  • bei Schmetterlingsflechte (systemischer Lupus erythematodes oder SLE genannt, eine Autoimmunerkrankung)

Folgende Symptome können Anzeichen von Blutgerinnseln sein:

  • schmerzhafte Schwellungen der Beine
  • plötzlich auftretende Schmerzen im Brustkorb
  • Atemnot

Suchen Sie so bald wie möglich einen Arzt auf. Unterbrechen Sie die Hormonersatztherapie so lange, bis Ihnen Ihr Arzt sagt, dass Sie diese fortsetzen dürfen.

Herzerkrankungen

Wenn Sie jemals an Angina pectoris erkrankt waren oder einen Herzanfall erlitten haben, müssen Sie mit Ihrem Arzt über Nutzen und Risiken einer Hormonersatztherapie sprechen.
Es gibt keine Hinweise auf einen Nutzen in Bezug auf Erkrankungen der Herzkranzgefäße durch die Anwendung von Arzneimitteln zur Hormonersatztherapie in der Menopause.
Die Auswertung von zwei großen klinischen Studien zeigte bei Frauen, die eine andere Estrogen/Gestagen-Kombination anwendeten, im ersten Behandlungsjahr ein leicht erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße.
Zu anderen Arzneimitteln zur Hormonersatztherapie liegen aus Studien zu Auswirkungen auf das Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße nur begrenzt Daten vor.

Schlaganfall
Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, kann leicht erhöht sein, wenn Sie Arzneimittel zur Hormonersatztherapie einnehmen.
Durch folgende Faktoren kann dieses Risiko ebenfalls leicht ansteigen:

  • fortgeschrittenes Alter
  • Bluthochdruck
  • Rauchen
  • Konsum von zu viel Alkohol
  • ein unregelmäßiger Herzschlag.

Wenn bei Ihnen nicht erklärbare migräneartige Kopfschmerzen, mit oder ohne Sehstörungen, auftreten, suchen Sie so bald wie möglich einen Arzt auf. Unterbrechen Sie die
Hormonersatztherapie so lange, bis Ihnen Ihr Arzt sagt, dass Sie diese fortsetzen dürfen.

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
Die Langzeitanwendung (mindestens 5 oder 10 Jahre) von Estrogen-Monoarzneimitteln und Estrogen-/Gestagen-Kombinationsarzneimitteln zur Hormonsubstitutionstherapie ist nach Ergebnissen einiger epidemiologischer Studien mit einem erhöhten Ovarialkarzinom-Risiko verbunden.

Demenz
Es liegen keine Hinweise darüber vor, dass eine Hormonersatztherapie das Erinnerungsvermögen, die Lernfähigkeit sowie die Beurteilung von Sachverhalten (kognitive Fähigkeiten) verbessert. Aus einer klinischen Studie liegen einige Hinweise auf ein erhöhtes Demenz-Risiko bei Frauen vor, die nach dem 65. Lebensjahr mit der Behandlung einer anderen Estrogen/Gestagen-Kombination als der in Activelle begonnen haben.
Ob diese Erkenntnisse auch für jüngere Frauen gelten oder für Frauen die andere HRT-Produkte einnehmen, ist nicht bekannt.

Auswirkungen auf die Haut
Braune Pigmentflecken im Gesicht (Choasma), Rötung der Haut einschließlich Entzündungen an den Händen oder Beinen (Erythema multiforme), Bildung von berührungsempfindlichen roten Knötchen auf der Vorderseite Ihrer Beine/Knie (Erythema nodosum) oder Einblutungen in die Haut (vascular purpura).

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser
Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Nicht über 25 ºC aufbewahren.
Nicht im Kühlschrank aufbewahren.
Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsmüll entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie dieses Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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