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«Antepan 200 µg - Ampullen»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Der Wirkstoff von Antepan ist Protirelin. Dieses synthetisch hergestellte Hormon entspricht dem im Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) gebildeten natürlichen Thyreotropin-Releasing-Hormon (TRH). Dieses Hormon steigert die Bildung anderer Hormone, nämlich von Thyreotropin (TSH) und Prolaktin. Dadurch werden Störungen im Regelkreis von Hypothalamus-Hypophyse und Schilddrüse erkennbar.

Antepan wird zur Durchführung des sog. „TRH-Tests“ (Test zur Bestimmung des Thyreotropin-Releasing-Hormon) im Rahmen der Schilddrüsen- und Hypophysendiagnostik angewendet.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Antepan darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Protirelin oder einen der sonstigen Bestandteile von Antepan sind,
  • wenn Sie bei vorheriger Gabe von TRH eine ernsthafte Überempfindlichkeitsreaktion hatten,
  • bei akutem Herzinfarkt,
  • bei Schmerzen im Brustraum, die in die Umgebung ausstrahlen können (instabile Angina pectoris),
  • bei erhöhter Krampfbereitschaft,
  • bei einer ausgeprägten Verengung der Bronchien.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Antepan ist erforderlich, Vor Beginn der Behandlung mit Antepan: Bitte informieren Sie Ihren Arzt vor Beginn der Behandlung, wenn Sie an einer der folgenden Erkrankungen leiden:

  • Herzrhythmusstörungen,
  • Erkrankung der Herzgefäße,
  • schlecht eingestellter Bluthochdruck,
  • große Hypophysentumore (wegen der Gefahr einer Einblutung),
  • Epilepsie,
  • Asthma. In den oben genannten Fällen wird der Arzt Antepan nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung anwenden. Falls ein TRH-Test erforderlich ist, wird ihn der Arzt nach Möglichkeit als nasalen TRH-Test – unter sorgfältiger Überwachung des Blutdrucks – durchführen.

Während der Behandlung mit Antepan:

  • wenn Sie an einer Erkrankung der Hirnanhangsdrüse leiden (Hypophysentumor), wird Sie der Arzt nach der Injektion entsprechend streng überwachen (es kann als Folge von Einblutungen zu epilepsieartigen Anfällen, Bewusstlosigkeit und Sehstörungen kommen).
  • wenn Sie an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden und dementsprechend behandelt worden sind, kann es längere Zeit danach zu einem falschen Testergebnis des TSH-Tests kommen. Deshalb kann Ihr Arzt erst nach einer 6-wöchigen Behandlungspause eine Aussage über Ihre Schilddrüsenfunktion auf Grundlage des TSH-Tests treffen.
  • Wenn Sie mit Levothyroxin, Dextrothyroxin oder Liothyronin behandelt werden ist eine 24-stündige Einnahmepause notwendig, bevor ein TRH-Test zur Schiddrüsendiagnostik vorgenommen wird.

Fehlinterpretationen der Schilddrüsenfunktion können auftreten, wenn TRH nicht korrekt in eine Vene verabreicht wurde, oder die Zeitintervalle für die Bestimmung des stimulierten TSH-Wertes nicht eingehalten wurden.

Über einen verminderten Anstieg des TSH-Wertes wurde bei Patienten mit folgenden Erkrankungen berichtet: Morbus Cushing, schwere Depressionen, Magersucht, Harnvergiftung (Urämie), Stress, Traumen, nach Operationen und im Alter.

Bei Anwendung von Antepan mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Folgende Arzneimittel und/oder Wirkstoffe können den Hormon-Anstieg (TSH) beim TRH-Test mit Antepan hemmen oder vermindern: Wirkstoffe, die dem Schilddrüsenhormon ähnlich sind, z.B.:Levothyroxin, Dextrothyroxin, Liothyronin sowie Triiodothyroessigsäure (TRIAC), hemmen dosisabhängig den TSH-Anstieg beim Schilddrüsenfunktionstest (TRH-Test).

Der TSH-Anstieg wird auch durch folgende Wirkstoffe vermindert:

  • Glukokortikoide,
  • Somatostatin,
  • Dopamin,
  • Bromocriptin,
  • Lisurid,
  • Levodopa,
  • Salicylate,
  • Morphin,
  • Barbiturate,
  • Röntgenkontrastmittel.

Folgende Arzneimittel und/oder Wirkstoffe können den Hormon-Anstieg (TSH) beim TRH-Test mit Antepan verstärken:

  • GnRH, GH-RH, CRH (Hormone des Hypothalamus), - Östrogene,
  • Clomifen,
  • Spironolacton,
  • Iodid,
  • Amiodaron,
  • Lithium,
  • Coffein,
  • Theophyllin,
  • Metoclopramid,
  • Domperidon,
  • Sulpirid,
  • Chlorpromazin,
  • Haloperidol,
  • Biperiden,
  • Prostaglandine.

Die Aussagekraft des Testes wird durch diese Wechselwirkungen jedoch nur in ganz seltenen Fällen beeinflusst.

Durch Coffein können Nebenwirkungen verstärkt werden.

Bei Einnahme von Antepan zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Coffeinhaltige Getränke (wie z.B. Kaffee) können die Nebenwirkungen verstärken.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Antepan soll während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Bisher wurden keine bekannten Einflüsse auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen bekannt. Jedoch sollten mögliche Nebenwirkungen wie Schwindel und Benommenheit beachtet werden.

Wie wird es angewendet?

Einzel- und Tagesdosis bei Erwachsenen: 200 Mikrogramm TRH für diagnostische Zwecke.

Dosierung bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre:
1 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Dosierung bei Älteren und/oder übergewichtigen Patienten: Diese Patienten benötigen oft eine höhere TRH-Dosis.
Für diese Fälle steht Antepan 400 Mikrogramm Ampullen zur Verfügung.

Art der Anwendung Antepan wird langsam über mindestens eine Minute in eine Vene verabreicht. Sie sollten dabei am Rücken liegen, um die Wahrscheinlichkeit eines Blutdruckabfalls zu vermindern.

Dauer der Anwendung
Es handelt sich um eine einmalige Anwendung zur Untersuchung der Schilddrüsenfunktion.

Ist eine Wiederholung des Tests erforderlich, so sollte diese erst nach 2 Wochen erfolgen.

Weitere wichtige Informationen befinden sich am Ende der Gebrauchsinformation unter „Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt.“(Hinweis 1).

Wenn Sie eine größere Menge von Antepan angewendet haben, als Sie sollten In sehr seltenen Fällen können Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum Kreislaufkollaps und schockartige Reaktionen auftreten. In diesen Fällen muss unverzüglich ein Arzt verständigt werden.

Weitere Informationen befinden sich am Ende der Gebrauchsinformation unter „Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt.“(Hinweis 2).

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Antepan Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wenn bekannt, werden zur Abschätzung der Häufigkeit von Nebenwirkungen folgende Begriffe verwendet:
Sehr häufig: Mehr als 1 Behandelter von 10

Je nach Art der Anwendung (in eine Vene, in der Nase) treten Nebenwirkungen in unterschiedlicher Art und Häufigkeit auf. Sie werden nach Gabe in die Nase als leicht bis mittelschwer, nach Gabe in eine Vene überwiegend als mittelschwer bis stark empfunden, sind jedoch bis auf sehr seltene Ausnahmen harmlos. Es ist jedoch nach Gabe in die Vene eine allergische Reaktion nicht auszuschließen, bei der es zu Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit und Schock kommen kann.
Bei Antepan können Nebenwirkungen in Form von subjektiven Missempfindungen, die 1 bis 3 Minuten nach der Anwendung wieder verschwinden, sehr häufig auftreten. Sie bestehen zumeist in Hitzegefühl, Schwitzen Übelkeit, Harndrang, milden Kopfschmerzen, Benommenheit, Hautrötung mit Hitzegefühl, sowie Missempfindungen im Bereich der Bauch- und Beckenorgane, seltener in Erbrechen, Engegefühl in der Brust und
Geschmacksstörungen. Gelegentlich kommt es zu Missempfindungen in der Brust oder an Armen und Beinen, Hungergefühl, Mundtrockenheit, Blutdruck- oder Pulsanstieg bzw. Blutdruckabfall mit Schwindel.

Bei Patienten mit bestehenden Tumorerkrankungen Einzelfälle:
Bei einzelnen Patienten mit Hypophysentumoren sind im zeitlichen Zusammenhang mit dem TRH-Test plötzliche auf den Tumor beschränkte Komplikationen, durch Vergrößerung des Tumors oder Schlaganfall, beschrieben worden (Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen,

Hirnnervenlähmungen, Verminderung der Sehschärfe bis zur totalen Erblindung, Halbseitenlähmung), die z.T. neurochirurgische Eingriffe erforderlich machten.

TRH war dabei in den meisten Fällen in Kombination mit anderen Substanzen verabreicht worden, so dass nicht klar ist, ob die Komplikationen auf TRH allein zurückzuführen sind.

Nervensystem Sehr selten:
Auslösung eines Krampfanfalls bei erhöhter Krampfbereitschaft.

Atmung Sehr selten:
Asthmaanfall bei Asthmatikern.

Weitere Informationen zu „Nebenwirkungen“ befinden sich am Ende der
Gebrauchsinformation unter „Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt.“ (Hinweis 3).

Wie soll es aufbewahrt werden?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.


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