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«Ciprogamma 100 mg Filmtabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Was ist Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten und wofür wird es angewendet?
Stoff- und Indikationsgruppe
Ciprofloxacin gehört zur Gruppe der Chinolone.
Hauptangriffsort der Chinolone ist ein bakterielles Enzym (Gyrase), das für den Stoffwechsel und für die Vermehrung der Bakterien lebensnotwendig ist. Bei Blockade dieses Enzyms durch Ciprofloxacin (Gyrasehemmer) resultiert eine keimabtötende (bakterizide) Wirkung auf die Krankheitserreger.
Anwendungsgebiet
Zur Behandlung akuter, unkomplizierter Harnwegsinfektionen bei Frauen.
Offizielle Richtlinien für einen angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollten beachtet werden.
Wann dürfen Sie Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen?
Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht einnehmen dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.
Wenn bei Ihnen ein Anfallsleiden (Epilepsie) oder eine andere Vorschädigung des Zentralnervensystems (z.B. erniedrigte Krampfschwelle, Krampfanfälle in der Vergangenheit, verringerte Hirndurchblutung, Veränderungen in der Gehirnstruktur oder Schlaganfall) vorliegt, sollten Sie Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung einnehmen. Sie sind in diesem Fall wegen möglicher Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem gefährdet.
Patienten, bei denen ein Mangel an Glukose-6-phosphat-Dehydrogenyse vorliegt, oder in der Familiengeschichte vorkam, sind anfällig für hämolytische Reaktionen (Auflösung der roten Blutkörperchen) auf Chinolone. Deshalb sollte Ciprofloxacin bei diesen Patienten nur mit Vorsicht angewandt werden.
Bei Patienten mit Myasthenia gravis (einer durch Immunreaktion hervorgerufenen Erschlaffung der Muskulatur) sollte Ciprofloxacin mit Vorsicht angewandt werden.
Es wurde über Kristallurie im Zusammenhang mit Ciprofloxacin-Anwendung berichtet. Deshalb sollten Patienten, die Ciprofloxacin erhalten, viel Flüssigkeit zu sich nehmen und es muss vermieden werden, dass der Urin stark alkalisch wird.
Pseudomembranöse Kolitis ist eine spezielle Form der Enterokolitis (Entzündung des Dünn- und Dickdarms), die während der Behandlung mit Antibiotika auftreten kann (in den meisten ällen im Zusammenhang mit einem bestimmten Keim, Clostridium difficile). Wenn schwere hartnäckige Durchfälle während oder nach der Behandlung auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Selbst wenn nur ein Verdacht auf Clostridium difficile besteht, soll die Behandlung mit Ciprofloxacin abgebrochen werden und geeignete Massnahmen eingeleitet werden.
Ciprofloxacin verursacht in seltenen ällen Überempfindlichkeitsreaktionen auf UV-Licht (Photosensibilitätsreaktionen).
Es wird empfohlen, während der Behandlung mit Ciprofloxacin längere Sonneneinstrahlung oder sonstige UV-Einstrahlung zu vermeiden.
Wenn dies nicht möglich ist sollte ein entsprechender Sonnenschutz verwendet werden.
Während der Behandlung mit Gyrase-Hemmern wurden Sehnenentzündungen und/oder – Risse (hauptsächlich die Achillessehne betreffend) beobachtet. Diese Reaktionen traten hauptsächlich bei älteren Patienten auf, sowie bei Patienten, die mit Kortikosteroiden (sogenanntes „Cortison“) behandelt wurden.
Bei den ersten Anzeichen von Schmerzen oder Entzündung muss die Behandlung abgebrochen und die betroffene Extremität entlastet werden.
Wenn die Beschwerden die Achillessehne betreffen, muss man vorsichtig sein, um Risse an beiden Sehnen zu vermeiden (z.B. durch den Gebrauch von Schienen an beiden Achillessehnen oder das Stützen beider Fersen)
(Siehe unter Punkt 2.: „Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten darf nicht eingenommen werden bei“).
Da Ciprofloxacin gegenüber Mycobacterium tuberculosis (Erreger der Tuberkulose) wirksam ist, können falsch-negetive Ergebnisse auftreten, wenn während einer Ciprofloxacin-Behandlung Untersuchungsproben entnommen werden.
Studien an nicht ausgewachsenen Tieren zeigten, dass Ciprofloxacin Gelenkerkrankungen (Arthropathien) in gewichtstragenden Gelenken verursachen kann. Dennoch gab es beim Auswerten der Daten zur sicheren Anwendung bei Jugendlichen unter 18 Jahren (hauptsächlich Patienten mit cystischer Fibrose) keine Hinweise auf arzneimittelbedingte Schäden an Knorpel oder Gelenken.
Bei Verdacht auf Therapieversagen bei der Behandlung von Pseudomonas aeruginosa oder Staphylococcus sollten mikrobiologische Untersuchungen zur Identifikation resistenter Keime in Erwägung gezogen werden.
Gepufferte Didanosin Zubereitungen (Arzneimittel, das bei HIV-Erkrankung verwendet wird)
Klinisch relevante Wechselwirkungen wurden mit gepufferten Didanosin Zubereitungen beobachtet (vergleichen Sie bitte mit dem ersten Absatz dieses Abschnittes).
Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.
Wie und wann sollten Sie Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten einnehmen?
Nehmen Sie die Filmtabletten unzerkaut mit Flüssigkeit ein.
Sie können sie auch unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen.
Die Einnahme auf nüchternen Magen beschleunigt die Aufnahme des Wirkstoffes.
Milchprodukte mit einem hohen Calciumgehalt (Milch, Joghurt) können die Ciprofloxacin-Aufnahme vermindern.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten darf nicht eingenommen werden bei
- Überempfindlichkeit gegen Ciprofloxacin oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe, oder gegen andere Arzneimittel aus der gleichen Stoffklasse (Chinolon-Typ, Gyrasehemmer).
- während der Schwangerschaft und Stillzeit (siehe unter Punkt 2. „Schwangerschaft und Stillzeit“)
- Patienten, die schon einmal an einer Sehnenerkrankung litten, die mit einer Fluorochinolon-Behandlung (Arzneimittel dieser Wirkstoffgruppe) in Zusammenhang stand.
- Kindern und Jugendlichen im Wachstumsalter.
Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung während der Schwangerschaft ist kontraindiziert. Denn wie auch von anderen Chinolonen bekannt ist, verursacht Ciprofloxacin bei heranwachsenden Tieren Arthropathien (Gelenkerkrankungen). Die Anwendung bei stillenden Müttern ist kontraindiziert, da Chinolone bei der Anwendung therapeutischer Dosen in solchen Mengen in die Muttermilch übergehen, dass eine Beeinträchtigung des Kindes erwartet werden kann.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die ähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen sowie zum Arbeiten ohne festen Halt eingeschränkt oder sogar aufgehoben sein kann. Dies gilt im verstärkten Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Wechsel des Arzneimittels, sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Wie wird es angewendet?

Wie ist Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten einzunehmen?
Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Einnahmevorschriften, da Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten sonst nicht richtig wirken kann!
Wie oft und in welcher Menge sollten Sie Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten einnehmen?
Die empfohlene Dosierung beträgt 2 x täglich 1 Filmtablette Ciprogamma® 100 mg (entsprechend 2 x täglich 100 mg Ciprofloxacin ), 3 Tage lang.
Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion
Im Falle von eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion ist keine Dosisreduktion notwendig (Einzeldosis 1 Filmtablette Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten, entsprechend 100 mg Ciprofloxacin), vorausgesetzt, das empfohlene Dosierungsschema wird nicht überschritten.
Ältere Patienten:
Bei Patienten im höheren Lebensalter sollte die Dosierung von der Schwere der Erkrankung und der Kreatinin-Clearance abhängig sein.
Wie lange sollten Sie Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten einnehmen?
Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Schwere der Erkrankung sowie nach dem klinischen und bakteriologischen Verlauf.
Zur Behandlung unkomplizierter Infektionen der ableitenden Harnwege bei Frauen ist eine 3-tägige Behandlung im Allgemeinen ausreichend.
Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben als Sie sollten
Bei akuter, starker Überdosierung sind in einigen ällen vorübergehende (reversible) Nierenschädigungen beobachtet worden. Die Nierenfunktion sollte überwacht werden. Durch Gabe von Aktivkohle, oder Magnesium- oder Calcium-haltigen Antacida wird die Aufnahme von Ciprofloxacin in die Blutbahn vermindert.
Wenn Sie die Einnahme von Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten vergessen haben?
Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht zusätzlich mehr Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten ein, sondern setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort.
Wenn Sie die Einnahme von Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten abbrechen
Falls Sie die Behandlung mit Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten unterbrechen oder vorzeitig beenden wollen, z.B. weil Sie sich wieder gesund fühlen oder weil bei Ihnen Nebenwirkungen aufgetreten sind, sprechen Sie bitte auf jeden Fall mit Ihrem Arzt. Wenn Sie Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten eigenmächtig absetzen, können die Bakterien sich wieder ungehemmt vermehren und Ihr Zustand kann sich deutlich verschlechtern.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Bei Einnahme von Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten mit anderen Arzneimitteln
Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten oder werden selbst in ihrer Wirkung durch Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten beeinflusst?
Folgende Wechselwirkungen sind beschrieben worden bei gleichzeitiger Einnahme von Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten und
Antacida, Eisen, Zink, Sucralfat, Calcium, Didanosin, orale Flüssignahrung, Milchprodukte
Die zeitgleiche Anwendung von Ciprofloxacin mit Eisen, Zink, Sucralfat (Arzneimittel, das bei säurebedingten Geschwüren von Magen und Darm angewandt wird) oder Antacida, sowie mit Arzneimitteln mit hoher Pufferkapazität, die Magnesium, Aluminium oder Calcium enthalten, verringert die Aufnahme (Resorption) von Ciprofloxacin.
Dies trifft ebenfalls für gegen Viren wirkende Arzneimittel zu, die gepufferte Didanosin-Zubereitungen enthalten, orale Flüssignahrung und grosse Mengen an Milchprodukten (Milch oder flüssige Milchprodukte wie Joghurt).
Deshalb soll Ciprofloxacin entweder 1 – 2 Stunden vor oder mindestens 4 Stunden nach den oben genannten Arzneimitteln eingenommen werden. Diese Einschränkung gilt nicht für Antacida vom Typ der H 2 –Rezeptorenblocker.
Xanthin-Derivate
Die zeitgleiche Anwendung von Ciprofloxacin und Theophyllin (Arzneimittel gegen Asthma) kann zu einem Anstieg der Theophyllin-Konzentration im Serum führen. Auf diese Weise können Theophyllin-verursachte Nebenwirkungen auftreten, die in sehr seltenen ällen lebensbedrohlich sein können. Falls auf eine zeitgleiche Anwendung beider Arzneimittel nicht verzichtet werden kann, sollte die Plasmakonzentration von Theophyllin kontrolliert und seine Dosierung entsprechend angepasst werden. Bei gleichzeitiger Anwendung von Ciprofloxacin und Koffein oder Pentoxiphyllin (Arzneimittel zur Durchblutungsförderung) wurden erhöhte Blutwerte dieser Xanthin-Derivate beobachtet.
NSAID’s (Nicht steroidale Antiphlogistika)
Aus tierexperimentellen Untersuchungen ist bekannt, dass die Kombination sehr hoher Dosen von Chinolonen (Gyrasehemmern) mit bestimmten nicht-steroidalen Antiphlogistika (entzündungshemmende Arzneimittel) (nicht aber Acetylsalicylsäure) Krämpfe auslösen kann.
Ciclosporin
Bei der zeitgleichen Gabe von Ciprofloxacin und Ciclosporin (Arzneimittel zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehr) ist ein vorübergehender Anstieg der Serumkreatinin- Konzentration zu beobachten. Aus diesem Grund ist bei diesen Patienten eine engmaschige Kontrolle des Serumkreatininwertes erforderlich.
Warfarin
Die gleichzeitige Anwendung von Ciprofloxacin und Warfarin (gerinnungshemmendes Arzneimittel) kann die Wirkung von Warfarin verstärken.
Glibenclamid
Bei der zeitgleichen Anwendung von Ciprofloxacin und Glibenclamid (Arzneimittel zur Behandlung der Zuckerkrankheit) kann die Wirkung von Glibenclamid verstärkt werden.
Probenecid
Probenecid (Arzneimittel gegen Gicht) hemmt die renale Sekretion von Ciprofloxacin. Bei gleichzeitiger Anwendung von Ciprofloxacin und Probenecid steigt die Plasmakonzentration von Ciprofloxacin.
Metoclopramid
Metoclopramid (Arzneimittel bei Magen-Darm-Erkrankungen) beschleunigt die Resorption von Ciprofloxacin und führt innerhalb kürzerer Zeit zur maximalen Plasmakonzentration. Die Bioverfügbarkeit von Ciprofloxacin wird hierdurch nicht beeinflusst.
Mexiletin (Arzneimittel gegen Herz-Rhythmusstörungen)
Die gleichzeitige Gabe von Ciprofloxacin und Mexiletin kann zu erhöhten Mexiletin-Konzentrationen führen.
Phenytoin
Die gleichzeitige Gabe von Ciprofloxacin und Phenytoin (Arzneimittel gegen Epilepsie) kann zu verminderten bis hin zu erhöhten Phenytoin-Konzentrationen im Serum führen.
Deshalb wird die Überprüfung der Serumkonzentrationen empfohlen.
Arzneimittel zur Prämedikation (medikamentöse Narkosevorbereitung)
Es wird empfohlen, dass zur Prämedikation verwendete Opiate (z.B. Opioid-Analgetika) auch in Kombination mit zur Prämedikation verwendeten Anticholinergika (z.B. Atropin, Hyoscyamin) nicht zeitgleich mit Ciprofloxacin angewendet werden, da dies die Serumwerte von Ciprofloxacin verringert.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Ciprofloxacin und zur Prämedikation verwendeten Benzodiazepinen waren die Ciprofloxacin-Plasmaspiegel nicht verändert. Da jedoch bei gleichzeitiger Anwendung von Ciprofloxacin und Diazepam, in einem Einzelfall auch bei Midazolam, verminderte Diazepam-Clearance und verlängerte Diazepam- Halbwertszeiten beobachtet wurde, wird eine sorgfältige Überwachung der Benzodiazepin-Therapie empfohlen.
Ropinirol (Arzneimittel gegen die Parkinsonsche Krankheit)
Die Möglichkeit eines Anstiegs des Ropinirol-Spiegels mit vermehrtem Auftreten von Nebenwirkungen besteht. Bei gleichzeitiger Anwendung sollte eine verstärkte Überwachung stattfinden und gegebenenfalls die Dosierung von Ropinirol angepasst werden.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzmneimittel kann Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
Häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
Gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten
Selten: weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
Sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle

Bei 5 – 14 % der Patienten, die Ciprofloxacin erhielten, traten Nebenwirkungen auf. In den meisten ällen betrafen die Nebenwirkungen den Magen-Darm-Trakt und das Zentrale Nervensystem (ZNS).
Die folgenden Nebenwirkungen wurden beobachtet:
Wirkungen auf den Magen- Darm-Trakt
Häufig: Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Blähungen, Appetitlosigkeit.
Selten: Pseudomembranöse Kolitis (Entzündung des Dünn- und Dickdarms).
Wirkungen auf das Nervensystem
Häufig: Schwindel , Kopfschmerz, Müdigkeit, Erregtheit, Zittern, Verwirrung.
Sehr selten Schlaflosigkeit, Empfindungsstörungen an Armen und Beinen (peripher). Schwitzen, Gangunsicherheit, Krampfanfälle (die Krampfschwelle bei Epilepsie kann herabgesetzt sein), Erhöhung des Schädelinnendrucks, Angstzustände, Alpträume, Verstörtheit, Depressionen, Halluzinationen;
In Einzelfällen: psychotische Reaktionen (seelische Störung mit Veränderung des Erlebens, bis hin zur Selbstgefährdung). Diese Reaktionen traten teilweise schon nach der ersten Einnahme auf. In diesen ällen sind Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten sofort abzusetzen und der behandelnden Arzt ist zu verständigen.
Wirkungen auf die Sinnesorgane
Sehr selten: Geschmacks- und Geruchsstörungen sowie ein eventueller Verlust des Geruchsvermögens, der sich normalerweise nach Absetzen der Therapie zurückbildet, Sehstörungen (z.B. Doppeltsehen, Farbensehen), Ohrensausen, vorübergehende Schwerhörigkeit (besonders im Hochtonbereich), Hörverlust.
Überempfindlichkeitsreaktionen
Die folgenden Reaktionen traten teilweise schon nach der ersten Einnahme auf. In diesen ällen sollten Sie Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten sofort abzusetzen und der behandelnde Arzt ist zu verständigen.
Häufig: Hautreaktionen wie z.B. Hautausschläge, Juckreiz, arzneimittelinduziertes Fieber.
Sehr selten:
- punktförmige Hautblutungen (Petechien), Blasenbildungen mit Einblutungen (hämorrhagische Bullae) und kleine Knötchen (Papeln) mit Krustenbildung als Ausdruck einer Gefäßbeteiligung (Vaskulitis), thrombotische thrombozytopenische Purpura, Nesselsucht (Urtikaria), Knotenrose (Erythema nodosum), scheibenförmige Hautrötungen (Erythema-exsudativum multiforme minor) bis hin zu schweren Verlaufsformen (Stevens-Johnson-Syndrom), blasige Ablösung von Oberhaut, Mund- und Nasenschleimhaut (Lyell-Syndrom).
- Nieren- und Leberschäden (interstitielle Nephritis, Hepatitis, Leberzellnekrose bis hin zum lebensbedrohlichen Leberversagen).
- Schwere allergische Sofortreaktionen (die von z.B. Gesichts-, Gefäß- und Kehlkopfschwellungen [Ödem] über Atemnot bis hin zum bedrohlichen Schock [anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen] reichen können), teilweise schon nach der ersten Anwendung. In diesen ällen müssen Sie Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten sofort absetzen und den behandelnden Arzt verständigen. Zeichen eines Schocks sind z.B. kalter Schweiß, hechelnde Atmung, Blutdruckabfall, Pulsjagen, Schwindel und Benommenheit.
Wirkungen auf Herz und Kreislauf
Gelegentlich: Herzklopfen;
Sehr selten: Wasseransammlungen an Händen und üßen, Hitzewallungen, Migräne, Ohnmacht, sowie eine bestimmte Form von Herzrhythmusstörungen (Tachykardie).
Wirkungen auf den Bewegungsapparat
Gelegentlich: Gelenkschmerzen und –schwellung.
Sehr selten: Muskelschmerzen, Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
In Einzelfällen kann es unter der Behandlung mit Fluorochinolonen (Arzneimittel der Stoffgruppe, zu der Ciprofloxacin gehört) zu Sehnenentzündung (Tendinitis) und Rissen von Sehnen (z.B. der Achillessehne) kommen. Solche Ereignisse wurden überwiegend bei älteren Patienten beobachtet, die zuvor mit Kortikosteroiden (sogenanntes „Cortison“) behandelt wurden. Bei Verdacht auf eine Sehnenentzündung muss die Behandlung mit Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten sofort beendet, körperliche Belastung vermieden und unter Umständen eine ärztliche Behandlung eingeleitet werden.
Im Einzelfall: Verschlimmerung der Krankheitsmerkmale einer durch Immunreaktion hervorgerufenen Erschlaffung der Muskulatur (Myasthenia gravis).
Wirkungen auf Blut- und Blutbestandteile
Gelegentlich: Veränderungen des Blutbildes wie z.B. Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), Verminderung weißer (Leukozytopenie, Granulozytopenie) bzw. roter Blutkörperchen (Anämie) oder von Blutplättchen (Thrombozytopenie);
Sehr selten: Vermehrung von weißen Blutzellen (Leukozytose) bzw. Blutplättchen (Thrombozytose), gesteigerter Abbau roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie), Verminderung der Blutzellen aller Systeme (Panzytopenie), meist allergisch bedingte Verminderung der Leukozyten im Blut (Agranulozytose),
veränderte Blutgerinnungsfaktoren (Prothrombinwerte).
Einfluß auf Laborwerte / Urinsediment
Besonders bei Patienten mit vorgeschädigter Leber kann es zu einer vorübergehenden Beeinflussung der Leberfunktion mit Anstieg von Enzymen bis hin zur Gelbsucht kommen;
ebenfalls können vorübergehend die Werte von Harnstoff, Kreatinin und Bilirubin (Gallenfarbstoff) im Blut ansteigen.
In Einzelfällen: Erhöhung des Blutzuckers (Hyperglykämie) sowie Blut oder Kristalle im Urin (Hämaturie oder Kristallurie).
Sonstige
Gelegentlich: Lungenembolie, Atemnot (Dyspnoe), Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem), Nasenbluten (Epistaxis), Blutspucken (Haemoptysis) und Schluckauf.
Sehr selten: allgemeines Schwächegefühl, vorübergehende Einschränkung der Nierenfunktion bis hin zum vorübergehenden Nierenversagen.
Lichtempfindlichkeit mit Rötung der Haut, (Photosensitivität). Patienten, die mit Ciprofloxacin behandelt werden, sollten daher längere Sonneneinstrahlung oder Bestrahlung mit UV-Licht (Solarium) vermeiden. Die Behandlung soll abgebrochen werden, wenn Sonnenbrand-ähnliche Hautreaktionen auftreten.
Eine langfristige und wiederholte Anwendung kann zu einer Unempfindlichkeit der Infektionserreger gegenüber Ciprofloxacin und bei noch bestehender Krankheit zu einer erneuten Infektion mit dem gleichen Krankheitserreger oder Sprosspilzen führen.
Wenn sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.
Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?
Einige der oben aufgeführten Nebenwirkungen (z.B. Schwellungen der Haut und Schleimhaut im Gesichts- und Mundbereich, Schock, psychotische Reaktionen) können unter Umständen lebensbedrohlich werden. Sie sollten deshalb umgehend einen Arzt informieren, falls derartige Ereignisse auftreten.
Beim Auftreten von schweren und anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung sollte der Arzt befragt werden, weil sich dahinter eine ernstzunehmende Darmerkrankung (pseudomembranöse Kolitis) verbergen kann, die sofort behandelt werden muss. In solchen ällen ist Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten abzusetzen und eine geeignete Behandlung durch den Arzt ist einzuleiten.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Das Verfalldatum dieses Arzneimittels ist auf der Faltschachtel und der Blisterpackung aufgedruckt.

Zusätzliche Informationen

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben
Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
Ciprogamma® 100 mg Filmtabletten
Wirkstoff: Ciprofloxacinhydrochlorid 1 H2O
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.
• Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
• Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
• Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.
• Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.


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