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«Clindac Sandoz 600 mg - Filmtabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Clindamycin, der in Clindac Sandoz enthaltene Wirkstoff, ist ein Antibiotikum der Gruppe der Lincosamide und wirkt vorwiegend durch Hemmung der Bakterienvermehrung Clindamycin kann aber in Abhängigkeit von der Konzentration am Ort der durch Bakterien hervorgerufenen Infektion und von der Empfindlichkeit der Erreger auch keimtötend wirken.

Clindac Sandoz wird eingenommen bei durch Clindamycin-empfindliche Erreger verursachten akuten und chronischen bakteriellen Infektionen:

Infektionen der oberen Atemwege: Chronische oder wiederkehrende Mandelentzündung, Rachenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung und Scharlach, wenn eine Behandlung mit primären Antibiotika erfolglos oder unmöglich ist.

Infektionen der unteren Atemwege: bakterielle Bronchitis, Lungenentzündung, Empyem (Eiteransammlung z.B. im Brustraum) und Lungenabszess.

Schwer behandelbare Infektionen der Haut und Weichteile: Akne, Furunkulose, Cellulitis, Eiterflechte, Abszesse, Wundinfektionen, Wundrose und Nagelfalzinfektionen.

Infektionen der Knochen und Gelenke: Knochenmarkentzündung und Gelenkentzündung.

Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane: Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, Abszesse an Eierstock und Eileiter, Eileiterentzündung, Infektionen des Gebärmutterhalses und entzündliche Erkrankungen in der Beckenregion (in Kombination mit einem Antibiotikum, das gegen gramnegative aerobe Bakterien wirksam ist). Bei durch Chlamydia trachomatis verursachter Entzündung der Schleimhaut des Gebärmutterhalses kann Clindamycin alleine eingenommen werden.

Infektionen des Becken- und Bauchraumes: Bauchfellentzündung, Abszesse (in Kombination mit einem Antibiotikum, das gegen gramnegative aerobe Bakterien wirksam ist).

Infektionen im Zahnbereich: Entzündungen und Eiteransammlung im Bereich des Zahnfleisches.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Clindac Sandoz darf nicht eingenommen werden,
wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen den Wirkstoff Clindamycin, Lincomycin (es besteht eine gleichzeitige Allergie gegen beide Stoffe) oder einen der sonstigen Bestandteile von Clindac Sandoz sind.

Clindac Sandoz darf nicht bei akuten Infektionen der Atemwege angewendet werden, wenn diese durch Viren verursacht sind.

Clindac Sandoz eignet sich nicht zur Behandlung einer Hirnhautentzündung, da die in der Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit erreichbaren Konzentrationen zu gering sind.

Wann dürfen Sie Clindac Sandoz erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen?Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Clindac Sandoz nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht einnehmen dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.

Sie dürfen Clindac Sandoz erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen bei

  • eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion
  • Störungen der neuromuskulären Übertragung (z. B. Myasthenia gravis (krankhafte Muskelschwäche), Parkinson-Krankheit (sog. Schüttellähmung))
  • Magen-Darm-Erkrankungen in der Vorgeschichte (z. B. frühere Entzündungen des Dickdarms)
  • Asthma oder bekannter Allergie in der Vorgeschichte.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Clindac Sandoz ist erforderlich, Treten während oder in den ersten Wochen nach Behandlung schwere, anhaltende Durchfälle auf, so ist an eine pseudomembranöse Kolitis zu denken. Bei Verdacht ist die Anwendung von Clindac Sandoz sofort zu beenden und umgehend der Arzt zu informieren.

Langfristige und wiederholte Einnahme von Clindac Sandoz kann auf Haut und Schleimhäuten sowohl zu einer Ansteckung mit Erregern führen, gegen die Clindac Sandoz unwirksam ist, als auch zu einer Besiedlung mit Sprosspilzen.

Eine Clindamycin-Behandlung ist eine mögliche Behandlungsalternative, wenn Sie eine Penicillin-Allergie haben. Eine sogenannte Kreuzallergie zwischen Clindamycin und Penicillin ist nicht bekannt und aufgrund der Strukturunterschiede der Substanzen auch nicht zu erwarten. Es gibt jedoch in Einzelfällen Informationen über Überempfindlichkeitsreaktionen auch gegen Clindamycin bei Personen mit bereits bestehender Penicillin-Allergie.

Clindamycin soll bei Patienten, die unter Allergien oder Asthma leiden, mit Vorsicht angewendet werden.

Auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder Beschwerdefreiheit eintritt, darf die Behandlung mit Clindac Sandoz keinesfalls ohne ärztliche Anweisung geändert oder abgebrochen werden, um eine erneute Verschlechterung bzw. ein Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden.

Bei Einnahme von Clindac Sandoz mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/ anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Antibiotika
Clindac Sandoz darf nicht gleichzeitig mit Erythromycin-haltigen Arzneimitteln eingenommen werden, da eine gegenseitige Wirkungsverminderung nicht auszuschließen ist. Es besteht eine Kreuzresistenz der Erreger gegenüber Clindamycin, dem Wirkstoff von Clindac Sandoz, und Lincomycin, d.h. sollten die Bakterien, die Ihre Erkrankung bewirkt haben, gegenüber Clindamycin unempfindlich sein, so sind sie es auch gegenüber Lincomycin-haltigen Arzneimitteln.

Hormone
Die Sicherheit der empfängnisverhütenden Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln ("Pille") ist bei gleichzeitiger Einnahme von Clindac Sandoz in Frage gestellt. Deshalb sollen während der Behandlung mit Clindac Sandoz andere empfängnisverhütende Maßnahmen zusätzlich angewendet werden.

Muskelrelaxanzien
Clindac Sandoz kann aufgrund seiner neuromuskulär-blockierenden Eigenschaften die Wirkung von anderen Arzneimitteln mit neuromuskulär-blockierenden Eigenschaften (z.B. Arzneimittel zur Muskelerschlaffung) verstärken. Dadurch können bei Operationen unerwartete, lebensbedrohliche Zwischenfälle auftreten.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewendete Arzneimittel gelten können.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Über die Anwendung von Clindac Sandoz während der Schwangerschaft und Stillperiode entscheidet der Arzt.
Der Wirkstoff von Clindac Sandoz gelangt in die Muttermilch. Beim gestillten Säugling sind Sensibilisierungen (Entwicklung einer Überempfindlichkeit), Durchfälle und Sprosspilzbesiedlung der Schleimhäute nicht auszuschließen. In der Stillzeit soll das Arzneimittel daher nicht verwendet werden. Wenn die Einnahme unvermeidlich ist, sollen Sie entweder abstillen oder die Milch abpumpen und wegschütten.
Eine Schwangerschaft ist dem Arzt zu melden.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Clindac Sandoz Bitte nehmen Sie Clindac Sandoz erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.
1 Filmtablette enthält 80,46 mg Lactose. Patienten mit bestimmten seltenen erblichen Stoffwechselerkrankungen (Galactoseunverträglichkeit, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Aufnahmestörung) sollten Clindac Sandoz nicht einnehmen.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Clindac Sandoz immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Clindac Sandoz 600 mg – Filmtabletten nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Clindac Sandoz sonst nicht richtig wirken kann.

Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahren sowie ältere Patienten:

nehmen in Abhängigkeit vom Schweregrad der Infektion täglich 1-4 Filmtabletten (entsprechend 0,6-1,8 g Clindamycin). Die tägliche Einnahmemenge wird auf 3-4 gleiche Einzeleinnahmen verteilt.
Für Dosierungen, die mit Clindac Sandoz 450 mg - Filmtabletten nicht erreicht werden können, stehen andere niedriger bzw. höher dosierte Darreichungsformen von Clindac Sandoz zur Verfügung.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:
Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung von Clindac Sandoz nicht notwendig. Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion muss der Clindamycin-Spiegel im Blut sorgfältig überwacht werden. Eine entsprechende Dosisverminderung oder Verlängerung der Dosisintervalle auf 8 oder auch 12 Stunden kann erforderlich sein.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:
Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion ist eine Dosisanpassung meist nicht notwendig, wenn Clindac Sandoz alle 8 Stunden eingenommen wird. Bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion soll der Clindamycin-Spiegel im Blut genau überwacht werden. Eine entsprechende Dosisverminderung oder Verlängerung der Dosisintervalle kann erforderlich sein.

Dosierung bei Hämodialyse (Blutwäsche):
Clindamycin ist nicht durch eine Blutwäsche aus dem Blut entfernbar. Es ist daher vor und nach einer Blutwäsche keine zusätzliche Dosis erforderlich.

Wie sollen Sie Clindac Sandoz einnehmen? Nehmen Sie Clindac Sandoz zur Schonung der Speiseröhre immer mit ausreichend Flüssigkeit ein (z.B. ein volles Glas Wasser).

Wie lange sollen Sie Clindac Sandoz einnehmen? Die Dauer der Behandlung ist abhängig von der Grunderkrankung und dem Krankheitsverlauf. Sie kann nur von Ihrem Arzt festgelegt werden.

Bei der Behandlung von Infektionen mit bestimmten Krankheitserregern (beta-hämolysierenden Streptokokken) ist vorsorglich eine Behandlungsdauer von mindestens 10 Tagen notwendig.

Wenn Sie eine größere Menge von Clindac Sandoz eingenommen haben, als Sie sollten Überdosierungserscheinungen wurden bisher nicht beobachtet. Gegebenenfalls ist eine Magenspülung angezeigt. Hämodialyse (Blutwäsche) und Peritonealdialyse (Bauchfellspülung) sind nicht wirksam. Ein spezifisches Gegenmittel ist nicht bekannt.

Wenn Sie die Einnahme von Clindac Sandoz vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. In der Regel führt eine einmalig vergessene Einnahme zu keinen Krankheitsanzeichen. Die Einnahme wird unverändert weitergeführt, d. h. eine am Tag zuvor vergessene Einnahme wird nicht nachgeholt. Beachten Sie aber bitte, dass Clindac Sandoz nur sicher und ausreichend wirken kann, wenn es regelmäßig eingenommen wird!

Wenn Sie die Einnahme von Clindac Sandoz abbrechen
Bei Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche Gegenmaßnahmen es hierfür gibt und ob andere Arzneimittel für die Behandlung in Frage kommen. Setzen Sie bitte keinesfalls das Arzneimittel ohne Rücksprache mit dem Arzt ab!

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Clindac Sandoz Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrundegelegt: Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Häufig kommen vorübergehende Blutbildveränderungen, wie z.B. Neutropenie und Leukopenie vor, Eosinophilie, Agranulozytose sowie Thrombopenie (Vermehrung bzw. Verminderung verschiedener weißer Blutkörperchenarten bzw. der Blutplättchen).

Erkrankungen des Immunsystems Häufig sind masernähnlicher Hautausschlag, Ausschlag mit Hautflecken und Papeln und Nesselsucht; selten sind schwere Hauterkrankungen (Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom (lebensbedrohliche Erkrankungen der Haut, zum Teil mit Blasenbildung oder großflächiger Abhebung der Haut)). Sehr selten sind Schwellungen (Gelenkschwellungen, Quincke-Ödem) und Arzneimittelfieber. In Einzelfällen kann es zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen (Kreislaufversagen im Rahmen einer Überempfindlichkeit). Diese Reaktionen treten teilweise schon nach Erstanwendung auf.

Erkrankungen des Nervensystems Gelegentlich tritt eine neuromuskulär-blockierende Wirkung (Blockade der Übertragung von Nervenreizen auf den Muskel) auf.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Häufig bis sehr häufig können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Reizung der Speiseröhre, sowie Entzündung von Speiseröhre und Mundschleimhaut bei Anwendung von Präparaten zum Einnehmen, auftreten.

Leber- und Gallenerkrankungen Häufig kann eine leichte, vorübergehende Erhöhung der Serumtransaminasen (Leberenzyme, deren Labormesswerte bestimmte Leberfunktionen anzeigen) auftreten.
Sehr selten bzw. in Einzelfällen kann es zu einer vorübergehenden Leberentzündung mit einer durch einen Gallestau verursachten Gelbsucht kommen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Selten sind Juckreiz, Scheidenkatarrh (Ausfluss) sowie abschilfernde und bläschenbildende Hautentzündung. Sehr selten flüchtiger Hautausschlag und Blasensucht der Haut und der Schleimhäute (Überempfindlichkeitsreaktionen).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Sehr selten können Gelenkentzündungen auftreten.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton bzw. Blister angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


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