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«Depakine - Trockenstechampullen mit Lösungsmittel»

Depakine - Trockenstechampullen mit Lösungsmittel


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Depakine Trockenstechampullen ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Anfallsleiden (Antiepileptikum), wenn eine orale Gabe von Natriumvalproat/Valproinsäure vorübergehend nicht möglich ist. Die Wirkung von Depakine beruht auf einer direkten Beeinflussung von Botenstoffen im Gehirn.

Depakine wird angewendet zur Behandlung von:

  • Epilepsie

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Depakine darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Natriumvalproat oder einen der sonstigen Bestandteile von Depakine sind,
  • wenn Sie eine Leberentzündung haben (akut oder chronisch),
  • wenn Sie oder Ihre Verwandten bereits früher eine schwere Lebererkrankung hatten, besonders wenn diese durch Arzneimittel (v. a. Natriumvalproat/Valproinsäure) ausgelöst wurde,
  • wenn Sie an einer Erkrankung leiden, die auf einer Störung der Bildung von rotem Blutfarbstoff beruht (sog. „hepatische Porphyrie“).

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Depakine ist erforderlich

  • um eine Schädigung der Leber und/oder Bauchspeicheldrüse zu vermeiden:

wenn Depakine Säuglingen und Kleinkindern unter 3 Jahren mit schwerer Epilepsie gegeben wird (insbesondere Kinder mit Schädigungen des Großhirns, geistiger Behinderung oder angeborenen Stoffwechselstörungen), besteht ein erhöhtes Risiko einer Schädigung der Leber oder Bauchspeicheldrüse. Dieses Risiko steigt zusätzlich, wenn gleichzeitig mehrere Arzneimittel gegen Epilepsie angewendet werden.

Leberschäden wurden meist während der ersten 6 Behandlungsmonate beobachtet. Der Verlauf dieser Erkrankungen kann letal sein. Ein gemeinsames Auftreten von Leber- und Bauchspeicheldrüsenentzündung erhöht das Risiko eines letalen Verlaufs.

Bei Kindern über 3 Jahren sinkt das Risiko eines Leberschadens deutlich. Ebenso verringert sich das Risiko eines letalen Verlaufs der Bauchspeicheldrüsen-Entzündung mit zunehmendem Alter des Kindes.

Um eine Schädigung der Leber oder Bauchspeicheldrüse zu vermeiden, wird der Arzt entsprechende Laboruntersuchungen verordnen:

  • vor Beginn der Behandlung
  • bei Bedarf regelmäßig während der ersten 6 Behandlungsmonate.

Eine Schädigung der Leber geht mit z.B. folgenden Beschwerden einher:

  • Kraftlosigkeit, Appetitverlust, Schläfrigkeit, Benommenheit, manchmal kombiniert mit häufigem Erbrechen und starken Bauchschmerzen;
  • epileptische Anfälle bei zuvor erfolgreicher Behandlung.

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse geht mit z.B. folgenden Beschwerden einher:

  • Oberbauchschmerzen (akut und ohne Anlass), Übelkeit, Erbrechen.

Um eine Schädigung der Leber oder der Bauchspeicheldrüse während der Behandlung rechtzeitig erkennen zu können, müssen Sie sofort Ihren Arzt informieren, wenn derartige Beschwerden auftreten. Der Arzt wird dann entsprechende Untersuchungen der Leber und/oder Bauchspeicheldrüse veranlassen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie bereits eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse hatten. In diesem Fall wird er während der Behandlung mit Depakine streng auf Anzeichen einer neuerlichen Erkrankung der Bauchspeicheldrüse achten.

Vorübergehend können zu Beginn der Behandlung veränderte Leberenzymwerte unabhängig von einer Leberstörung auftreten. Ihr Arzt wird diese Veränderungen entsprechend überwachen.

  • wenn Sie an einem sog. „Lupus erythematodes“ (LE; auch Schmetterlingserythem genannt) leiden: LE ist eine seltene entzündliche Erkrankung der Haut und/oder innerer Organe. Ihr Arzt wird den Nutzen der Behandlung gegen das Risiko einer möglichen Verschlechterung dieser Autoimmunerkrankung abwägen. Selten kann LE während der Behandlung entstehen.
  • wenn während der Behandlung folgende Umstände eintreten:
  • Teilnahmslosigkeit, starke Müdigkeit, wiederholtes Erbrechen, deutlicherBlutdruckabfall, Wiederauftreten oder Verschlechterung epileptischer Anfälle. Diese Beschwerden können Anzeichen eines zu hohen Ammoniumspiegels im Blut sein. Der Arzt wird entsprechende Laboruntersuchungen anordnen. Bei Patienten mit Verdacht auf eine bestimmte Stoffwechselstörung (Enzymstörung des Harnstoffzyklus) wird der Arzt vor Beginn der Behandlung eine entsprechende

Stoffwechseluntersuchung durchführen, um das Auftreten eines zu hohen Ammoniumspiegels zu vermeiden.

  • Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Depakine behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.
  • bei einer Langzeitbehandlung zusammen mit anderen Arzneimitteln gegen Epilepsie: Wenn Sie längere Zeit gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln gegen Epilepsie (v.a. dem Wirkstoff Phenytoin) behandelt werden, kann es zu einer Schädigung des Gehirns kommen. Diese kann sich durch folgende Beschwerden äußern: vermehrte Krampfanfälle, Antriebslosigkeit, körperliche Reglosigkeit, Muskelschwäche, Bewegungsstörungen. Auch schwere Veränderungen bei der Hirnstrommessung (EEG) können auftreten.
  • wenn Sie früher eine Schädigung des Knochenmarks hatten: Der Arzt wird die Behandlung streng überwachen.
  • wenn Ihr Gewicht während der Behandlung steigt: Besonders bei Behandlungsbeginn kann vermehrter Appetit auftreten. Kontrollieren Sie Ihr Gewicht regelmäßig und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um eine mögliche Gewichtszunahme auf ein Minimum zu beschränken. Bei Frauen stellt die Gewichtszunahme möglicherweise einen Risikofaktor für eine Veränderung der weiblichen Eierstöcke und Veränderungen der Regelblutung (sog. „polyzystisches Ovarialsyndrom“) dar.
  • wenn Ihre Nierenfunktion beeinträchtigt ist: Basierend auf der Kontrolle Ihrer Behandlung kann der Arzt die Dosis gegebenenfalls verringern.
  • wenn Sie eine kochsalzarme Diät benötigen: Dieses Arzneimittel enthält 55,4 mg Natrium pro Durchstechflasche. Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

Weitere Hinweise
Untersuchungen während der Behandlung mit Depakine Überprüfung der Leberfunktion: siehe weiter oben „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Depakine ist erforderlich“.
Überprüfung des Blutbildes: Ihr Arzt kann eine Kontrolle des Blutbildes verordnen:

  • vor Beginn der Depakine-Behandlung,
  • vor Operationen,
  • wenn es bei Ihnen zu Blutergüssen oder Blutungen kommt.

Bei Anwendung von Depakine mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Depakine beeinflusst die Wirkung und/oder Nebenwirkungen anderer Arzneimittel und von Alkohol:

  • Arzneimittel gegen psychische Störungen (sog. „Neuroleptika“, „MAO-Hemmer“, „Antidepressiva“ und „Benzodiazepine“, inkl. Diazepam und Lorazepam): Die Wirkung dieser Mittel kann verstärkt werden.
  • Phenobarbital (Wirkstoff gegen Epilepsie): die Konzentration von Phenobarbital im Blut kann erhöht sein. Dadurch können sich die Nebenwirkungen von Phenobarbital verstärken.
  • Primidon (Wirkstoff gegen Epilepsie): die Konzentration von Primidon im Blut kann erhöht sein. Dadurch können sich die Nebenwirkungen von Primidon verstärken.
  • Phenytoin (Wirkstoff gegen Epilepsie): die Konzentration von Phenytoin im Blut kann erhöht sein. Dadurch kann es zu Beschwerden einer Überdosierung kommen.
  • Carbamazepin (Wirkstoff gegen Epilepsie und psychische Störungen): die Nebenwirkungen von Carbamazepin können verstärkt werden.
  • Lamotrigin(Wirkstoff gegen Epilepsie): insbesondere bei Kindern besteht ein erhöhtes Risiko von schweren Hautreaktionen (besonders wenn Lamotrigin zu einer Depakine-Behandlung hinzugefügt wird).
  • Felbamat: (Wirkstoff gegen Epilepsie): die Konzentration von Felbamat im Blut kann stark erhöht sein. Dadurch können sich die Nebenwirkungen von Felbamat verstärken.
  • Cumarinderivate (bestimmte Wirkstoffe gegen Blutgerinnung): erhöhtes Risiko für Blutungen.
  • Zidovudin (gegen HIV-Infektionen): durch eine mögliche Erhöhung des Blutspiegels können die Nebenwirkungen verstärkt werden.
  • Acetylsalicylsäure (ASS; Wirkstoff gegen Schmerzen/Fieber oder bestimmte Herzerkrankungen): Die Wirkung der ASS kann durch Valproinsäure verstärkt werden. Kindern unter 12 Jahren sollten nicht gleichzeitig mit ASS und Depakine behandelt werden. Bei Jugendlichen entscheidet der Arzt ob eine gemeinsame Anwendung erfolgen kann.
  • Alkohol: Die Wirkung von Alkohol kann durch die Behandlung verstärkt werden.

Depakine hat KEINEN Einfluss auf die Wirksamkeit der empfängnisverhütenden „Pille“.

Andere Arzneimittel beeinflussen die Wirkung und/oder Nebenwirkungen von Depakine:

  • andere Arzneimittel gegen Epilepsie (Wirkstoffe z.B. Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin): die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann verringert werden.
  • Felbamat (Wirkstoff gegen Epilepsie): die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann erhöht sein.
  • Mefloquin und Chloroquin (Wirkstoffe gegen Malaria): eine gleichzeitige Anwendung kann zu epileptischen Anfällen führen. Acetylsalicylsäure (ASS; Wirkstoff gegen Schmerzen/Fieber oder bestimmte Herzerkrankungen): ASS kann die Konzentration von Valproinsäure im Blut erhöhen. Kindern unter 12 Jahren sollten nicht gleichzeitig mit ASS und Depakine behandelt werden. Bei Jugendlichen entscheidet der Arzt ob eine gemeinsame Anwendung erfolgen kann.
  • Arzneimittel, die bestimmte Leberenzyme hemmen (Wirkstoffe z.B.: Cimetidin, Erythromycin): die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann erhöht sein.
  • bestimmte Arzneimittel gegen bakterielle Infektionen (Rifampicin): die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann verringert sein.
  • Cholestyramin (Arzneimittel zur Senkung der Blutfettwerte): die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann verringert sein.
  • Fluoxetin (Arzneimittel gegen Depressionen): die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann erhöht aber auch verringert sein.

Wenn nicht anders erforderlich, wird der Arzt ggf. die Dosis von Depakine oder dem anderen Arzneimittel entsprechend anpassen.

  • Informieren Sie Ihren Arzt oder das Pflegepersonal insbesondere, wenn Sie eines der folgenden Medikamente einnehmen:

Carbapeneme (Antibiotika, die zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden). Die Kombination von Valproinsäure/Natriumvalproat und Carbapenemen soll vermieden werden, weil die Wirksamkeit der Valproinsäure herabgesetzt sein kann.

Beeinflussung von Labortests:

  • Valproinsäure kann u.U. den Schilddrüsenfunktionstest verfälschen und zu einem Verdacht auf eine Unterfunktion der Schilddrüse führen.
  • bei Diabetikern kann der Test auf sog. „Ketonkörper“ falsch positiv ausfallen. Informieren Sie den Laborarzt vor diesen Tests, dass Sie Depakine anwenden.

Sonstige Wechselwirkungen:

  • Potentiell leberschädigende Mittel, auch Alkohol, können mögliche Nebenwirkungen von Valproinsäure an der Leber verstärken.
  • Topiramat (Wirkstoff gegen Epilepsie): Bei einer gemeinsamen Anwendung wird der Arzt Ihre Behandlung streng überwachen, um ggf. Anzeichen einer Gehirnerkrankung und/oder einer sog. „Hyperammonämie“ (Störung der Harnstoff- bzw. Aminosäurebildung) zu erkennen.

Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft Es ist bekannt, dass bei Frauen, die mit Arzneimittel gegen Epilepsie behandelt werden, ein erhöhtes Risiko besteht, ein missgebildetes Kind auf die Welt zu bringen. Es kann auch zu einer verzögerten geistigen Entwicklung, oder zu „Autismus“ (verschiedene Formen von Kontaktstörungen) bei diesen Kindern kommen. Der Arzt wird daher Frauen im gebährfähigen Alter vor Beginn der Epilepsiebehandlung über den Nutzen und das Risiko dieser Behandlung beraten.
Eine nicht geplante Schwangerschaft während der Epilepsiebehandlung muss dem Arzt umgehend mitgeteilt werden.

  • Vorgangsweise bei geplanter oder eingetretener Schwangerschaft Im Rahmen der Schwangerschaftsberatung wird der Arzt über die weitere Behandlung entscheiden. Eine notwendige antiepileptische Behandlung mit Depakine soll während der Schwangerschaft nicht abgebrochen werden. Um mögliche Missbildungen des Ungeborenen auszuschließen, wird der Arzt zusätzliche Untersuchungen anordnen (Ultraschall und α-Fetoproteinbestimmung).

Eine begleitende Behandlung mit Folsäure sollte bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft in Erwägung gezogen werden, da dadurch das Risiko von Missbildungen beim Ungeborenen minimiert werden kann.

  • Risiko in Verbindung mit Anfällen Während der Schwangerschaft stellen epileptische Anfälle ein besonderes Risiko für die Schwangere und das Ungeborene dar. Das Risiko einer Fehlbildung ist bei Kindern epilepsiekranker Mütter, die mit Arzneimitteln gegen Epilepsie behandelt werden, zwei- bis dreimal so groß wie in der Normalbevölkerung (ca. 3 %). Eine erhöhte Anzahl von Kindern mit Missbildungen wurde insbesondere bei gleichzeitiger Behandlung mit mehreren Arzneimitteln gegen Epilepsie berichtet. Lippenspalten und Missbildungen am Herz stellten die am häufigsten beobachteten Fehlbildungen dar. Sehr selten wurde bei Kindern epilepsiekranker Mütter über eine verzögerte Entwicklung berichtet. Dabei ist nicht geklärt, ob diese Entwicklungsverzögerung auf genetische, soziale oder andere Faktoren, die mütterliche Epilepsie oder die antiepileptische Behandlung der Mutter zurückzuführen ist.
  • Risiko bei Neugeborenen Sehr selten weisen Neugeborene von Müttern, die in der Schwangerschaft mit Natriumvalproat/Valproinsäure behandelt wurden, eine Störung der Blutgerinnung auf (Einzelfälle mit letalen Folgen wurden beschrieben). Der Arzt wird in so einem Fall entsprechende Bluttests durchführen.

Stillzeit
Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Valproinsäure geht in die Muttermilch über. Die Mengen sind jedoch sehr gering und stellen in der Regel kein Risiko für das Kind dar. Abstillen ist daher normalerweise nicht notwendig.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

! Achtung! Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.
Zu Beginn einer Therapie mit Valproinsäure/Natriumvalpoat, bei höherer Dosierung und/oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln können Nebenwirkungen wie z. B. Schläfrigkeit oder Verwirrtheit das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird.

Eine erfolgreiche Behandlung der Epilepsie ist aber auch die Basis für eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Depakine Eine Durchstechflasche Depakine enthält 55,4 mg Natrium. Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

Wie wird es angewendet?

Depakine Trockenstechampullen werden Ihnen von Ihrem Arzt verabreicht.

Dosierung bei Erwachsenen Bei langsamer intravenöser Injektion beträgt die Richtdosis 5 bis 10 mg Natriumvalproat/kg Körpergewicht. Dies entspricht bei Erwachsenen ca. 400 – 800 mg Natriumvalproat (1 – 2 Durchstechflaschen).
Bei einer Infusionstherapie beträgt die Richtdosis 0,5 – 1 mg Natriumvalproat/kg KG/h.

Bei Patienten, die bereits auf eine orale Form von Natriumvalproat oder Valproinsäure eingestellt sind: Eine Umstellung auf Depakine Trockenstechampullen kann unter Beibehaltung der bisherigen oralen Dosis erfolgen. In der Regel werden Depakine Trockenstechampullen 4 – 6 Stunden nach der letzten oralen Gabe in Form von Einzelinjektionen oder als Infusion verabreicht.

In Fällen, wo eine schnelle Aufsättigung und ein Aufrechterhalten der höheren Plasmakonzentration notwendig ist, wird folgendes Vorgehen empfohlen:
Intravenöse Injektion von 15 mg Natriumvalproat/kg KG innerhalb von 5 Minuten. Nach 30 Minuten Beginn einer Infusion mit 1 mg/kg KG/h – mit progressivem Monitoring bis eine Plasmakonzentration von ca. 75 µg/ml erreicht wird. Zur optimalen Einstellung kann die Dosis je nach klinischem Zustand des Patienten angepasst werden.

Bei wiederholter Injektion bzw. bei kontinuierlicher Infusion von Depakine
Trockenstechampullen darf eine maximale Tagesdosis von 2500 mg Natriumvalproat nicht überschritten werden.

Dosierung bei Kindern Bei Kindern (über 2 Monate) kann die bisherige orale Dosierung (meist 30 mg Natriumvalproat/kg KG/Tag) beibehalten werden. Die intravenöse Injektion oder Infusion wird mit ca. 0,8 – 1,35 mg/kg KG/Stunde verabreicht.

Die mittlere Tagesdosis beträgt im Allgemeinen:
– bei Erwachsenen und älteren Patienten 20 mg Natriumvalproat/kg Körpergewicht – bei Jugendlichen 25 mg Natriumvalproat/kg Körpergewicht
– bei Kindern 30 mg Natriumvalproat/kg Körpergewicht.

Dosierung bei Patienten mit Niereninsuffizienz und/oder
Leberfunktionsstörungen
Bei diesen Patienten kann eine Reduktion der Dosis notwendig sein. Da es keine relevante Korrelation zwischen Dosis und Serumspiegel gibt, wird der Arzt die Dosis in Abhängigkeit vom klinischen Bild anpassen.

Art der Anwendung Zur intravenösen Injektion oder Infusion.
Depakine Trockenstechampullen sollen langsam (in 3 – 5 Minuten) streng intravenös injiziert oder als Infusion (kontinuierlich oder in wiederholten Gaben) verabreicht werden. Eine versehentliche Verabreichung in eine Arterie oder neben eine Vene ist wegen möglicher Gewebeschäden zu vermeiden.

Infusionsgeschwindigkeit: Ausgehend von 1 Durchstechflasche (400 mg Natriumvalproat) in 500 ml Infusionslösung ergibt sich eine Infusionsgeschwindigkeit von 1,25 ml Infusionslösung/kg KG/h.

Hinweise zur Injektions- und Infusionsherstellung: Lösung unmittelbar vor der Verabreichung zubereiten. Nur klare und farblose bis schwach-gelbliche Lösung verwenden. Nicht verwendetes Arzneimittel ist zu verwerfen.

Zur Zubereitung der Injektionslösung ist das beigepackte Lösungsmittel (4 ml Wasser für Injektionszwecke) zu verwenden. Bei Lösung der Trockensubstanz ergibt sich aufgrund des Lösungsverhaltens des Natriumvalproats eine Konzentration der Lösung von 95 mg/ ml. Die Lösung wird unmittelbar vor der Verabreichung zubereitet. Nur klare und farblose bis schwach-gelbliche Lösung verwenden. Gebrauchsfertige Infusionslösungen sind innerhalb von 24 Stunden zu verwenden und bis zum Gebrauch bei 2 – 8° C zu lagern. Nicht verwendetes Arzneimittel ist zu verwerfen.

Für die Zubereitung der Infusionslösung können folgende Lösungen verwendet werden: – Isotone Natriumchloridlösung,
– Glucose-Lösung 5%.

Bei gleichzeitiger intravenöser Gabe anderer Arzneimittel ist die Depakine-Infusionslösung über einen gesonderten Zugang zu verabreichen.

Dauer der Anwendung Über die Dauer Ihrer Behandlung entscheidet der Arzt.

Depakine Trockenstechampullen sollen, sobald es der Gesundheitszustand des Patienten zulässt, durch eine orale Darreichungsform ersetzt werden. In der Regel beginnt der Arzt mit der oralen Gabe 12 Stunden nach dem Ende der Infusion.

Wenn Sie eine größere Menge von Depakine angewendet haben, als Sie sollten Wenn Sie versehentlich eine zu hohe Dosis Depakine erhalten haben haben kann es zu unterschiedlichen Beschwerden kommen:
Pupillenverengung, eingeschränkte Atemfunktion, Übersäuerung des Blutes, verminderte Reflexe, eventuell auch Koma.
Sehr hohe Valproinsäurespiegel im Serum können auch eine erhöhte Anfallsneigung zur Folge haben. Erhöhter Hirndruck wurde beobachtet. Eine massive Überdosierung kann auch letal enden.

Informationen für den Arzt befinden sich am Ende dieser Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Anwendung von Depakine vergessen haben
Der Arzt wird nicht die doppelte Dosis anwenden, wenn die vorherige Injektion/Infusion vergessen wurde. Stattdessen wird er die Behandlung mit der nächsten Dosis wie gewohnt fortsetzen.

Wenn Sie die Anwendung von Depakine abbrechen
Für den Behandlungserfolg ist die regelmäßige Anwendung von Depakine in der von Ihrem Arzt vorgeschriebenen Dosierung erforderlich. Wenn Sie die Behandlung vorzeitig abbrechen, können die ursprünglichen Beschwerden wiederum auftreten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Fehlbildungen beim Neugeborenen Häufigkeit nicht bekannt: Frauen, die mit Antiepileptika behandelt werden haben ein leicht erhöhtes Risiko, ein missgebildetes Kind auf die Welt zu bringen (siehe Abschnitt Schwangerschft und Stillzeit).

Blut Häufig: Mangel an Blutplättchen (Neigung zu Blutergüssen bzw. Blutungen).
Selten:

Blutarmut, vorübergehende Verminderung der weißen Blutkörperchen oder starke Verminderung aller Blutzellen, Störung des Knochenmarks (unreife rote Blutzellen, mit starker Verminderung bestimmter weißer Blutzellen, erhöht die Anfälligkeit auf Infektionen, Fieber).
Häufigkeit nicht bekannt: Verminderung der Proteinkonzentration (Fibrinogen) im Blut, Verlängerung der Blutungszeit (meist ohne äußere Anzeichen und vor allem bei hoher Dosierung).

Nervensystem Häufig: Kribbeln oder brennendes Gefühl. Vorübergehend und/oder dosisabhängig kann Zittern der Hände und Schläfrigkeit auftreten.
Gelegentlich: Kopfschmerzen, erhöhte Muskelspannung, Bewegungsstörungen (besonders bei Behandlungsbeginn).
Kurz nach Anwendung valproinsäurehaltiger Arzneimittel kann eine vorübergehende Hirnschädigung in Form von Koma auftreten (nach Ende der Behandlung verschwindet diese Nebenwirkung).
Nach Gabe von Depakine Trockenstechampullen kannn wenige Minuten nach der Anwendung Benommenheit auftreten, die sich innerhalb weniger Minuten spontan zurückbildet.

Selten: v.a. bei höherer Dosierung oder bei Behandlung mit mehreren Arzneimitteln gegen Epilepsie: chronische Erkrankung/Schädigung des Gehirns.
Sehr selten: Vorübergehender geistiger Abbau, verbunden mit einem vorübergehenden Schrumpfen des Großhirns (die Beschwerden verschwinden nach Ende der Behandlung).
Häufigkeit nicht bekannt: Benommenheit, extrapyramidale Störungen (Bewegungsstörungen, die die Steuerung der Muskeltätigkeit durch das Gehirn betreffen).
Vorübergehende Parkinson-Erkrankung (Muskelzittern, Maskengesicht,
eingeschränkte Bewegungen). Einzelfälle von Regungslosigkeit bis hin zu
vorübergehendem Koma - zum Teil mit epileptischen Anfällen verbunden. Diese Beschwerden verschwinden bei Verringerung der Dosis oder Beendigung der Behandlung. Die Mehrzahl dieser Fälle trat bei gleichzeitiger Behandlung mit mehreren Arzneimitteln gegen Epilepsie (v.a. mit Phenobarbital oder Topiramat) oder nach einer raschen Dosiserhöhung auf.

Ohr Selten: Vorübergehender oder bleibender Hörverlust. Ein Zusammenhang mit der Depakine Behandlung ist nicht gesichert.

Magen-Darm-Trakt Häufig:
Übelkeit, Magenschmerzen, Durchfall (besonders bei Behandlungsbeginn). Diese Nebenwirkungen bilden sich gewöhnlich nach wenigen Behandlungstagen zurück. Gelegentlich:
Vermehrte Speichelbildung (besonders bei Behandlungsbeginn).
Nach Gabe von Depakine Trockenstechampullen kann wenige Minuten nach der Anwendung Übelkeit auftreten, die sich innerhalb weniger Minuten spontan zurückbildet.

Sehr selten:
Entzündung der Bauchspeicheldrüse (in schwersten Fällen mit letalem Ausgang). Ein besonderes Risiko besteht bei Kindern, die zugleich mit mehreren Arzneimitteln gegen Epilepsie behandelt werden.

Nieren und Harnwege Sehr selten: Bettnässen (bei Kindern).
Häufigkeit nicht bekannt: Einzelfälle einer vorübergehenden Nierenerkrankung („Fanconi-Syndrom“) wurden berichtet (Beschwerden: zu niedriger pH-Wert im Blut, Harntrübung durch Calcium- oder Magnesiumphosphat, Ausscheidung von Aminosäuren oder Traubenzucker im Harn).

Haut Häufig: vorübergehender und/oder dosisabhängiger Haarausfall.
Sehr selten: entzündlicher Hautausschlag oder schwere blasenförmige/schälende Hautreaktionen (sog. „Stevens-Johnson-Syndrom“, „toxische epidermale Nekrolyse“, „Erythema multiforme“).

Stoffwechselstörungen Häufig:
mäßig veränderte Ammoniumwerte im Blut bei normalen Leberfunktionstests; Gewichtszunahme; Appetitlosigkeit oder erhöhter Appetit.
Sehr selten:
Verminderung der Natriumkonzentration im Blut, vermehrte Bildung des
„antidiuretischen“ Hormons (erhöhter Wassergehalt im Gewebe).

Allgemeine Beschwerden Sehr selten: leichte Gewebeschwellungen in Armen und/oder Beinen.

Immunsystem Selten: Allergische Reaktionen; Gefäßentzündungen.
Häufigkeit nicht bekannt: Allergische schmerzhafte Schwellung von Haut und Schleimhaut v.a. im
Gesichtsbereich, Arzneimittelausschlag

Leber Selten: Leberfunktionsstörungen.

Geschlechtsorgane Selten: ausbleibende und/oder schmerzhafte Regelblutung.
Häufigkeit nicht bekannt: Vergrößerung der Eierstöcke.

Psychische Beschwerden Gelegentlich: Reizbarkeit, Verwirrtheit, gesteigerte Aktivität (v.a. bei Behandlungsbeginn).

Reaktionen an der Einstichstelle Gelegentlich: lokalen Reaktionen, wie z.B. Entzündungen.
Bei versehentlicher in eine Arterie oder neben eine Vene ist mit Gewebeschäden zu rechnen.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25°C lagern.
Zubereitete Depakine-Infusionslösungen sind innerhalb von 24h zu verbrauchen und bis zum Gebrauch im Kühlschrank zu lagern (2°C – 8°C).

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Verpackung nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.


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