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«Depakine®»

Depakine®


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Depakine ist ein Arzneimittel gegen Epilepsie; diese Krankheit beruht auf einer zeitweise gesteigerten Erregbarkeit gewisser Nervenzellen im Gehirn, was zu sogenannten epileptischen «Anfall» führt.

Um das plötzliche Auftreten solcher Anfälle zu verhindern, verschreibt Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Depakine.

Dieses Präparat erlaubt eine normale schulische und berufliche Entwicklung sowie eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Um eine wirksame Behandlung sicherzustellen, ist es äusserst wichtig, dass Sie Depakine regelmässig einnehmen.

Eine nicht geplante Schwangerschaft ist bei Frauen, die antiepileptische Arzneimittel einnehmen, nicht wünschenswert. Benutzen Sie eine sichere Empfängnisverhütung, wenn Sie im gebärfähigen Alter sind. Depakine beeinflusst die Wirkung der Antibabypille nicht, welche ihre Wirksamkeit behält.

Nehmen Sie Depakine nicht ein, wenn Sie:

an einer Krankheit der Leber oder an Störungen der Leber- oder Bauchspeicheldrüsenfunktion leiden,

in früherer Zeit selbst und/oder im Familienkreis eine arzneimittelbedingte Leberentzündung hatten,

an hepatischer Porphyrie (eine seltene Stoffwechselkrankheit) leiden,

eine Überempfindlichkeit auf Depakine haben.


Depakine kann die Wirkung anderer Medikamente verstärken; es sind dies z.B.

gewisse Arzneimittel, die auf das Nervensystem und auf die Psyche wirken (Neuroleptika zur Behandlung von psychischen Beschwerden, Antidepressiva oder Benzodiazepine zur Behandlung von Schlaflosigkeit oder Angst),

gewisse Arzneimittel gegen Epilepsie wie Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Carbamazepin, Lamotrigin, Felbamat und Topiramat.

Andererseits können gleichzeitig verabreichte Arzneimittel, wie zum Beispiel Zidovudin, Blutverdünner, Cimetidin (zur Behandlung von Magen-Darmgeschwüren) oder die Antibiotika Erythromycin, Rifampicin, Panipenem oder Meropenem, die Wirkung von Depakine herabsetzen oder verstärken.

Während der Behandlung mit Depakine ist der Genuss von Alkohol zu vermeiden.

Depakine ist jedoch ohne Einfluss auf die empfängnisverhütende Wirkung der «Pille».

Wenn Sie an Malaria erkrankt sind oder eine Reise in ein malariaverseuchtes Gebiet planen, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, ob Sie Mefloquin zur Behandlung bzw. Vorbeugung von Malaria einnehmen können, da dieses Arzneimittel ein erneutes Auftreten der epileptischen Anfälle hervorrufen kann.

Während der Behandlung mit Depakine dürfen bei Schmerzen, Erkältungen u.a. vor allem bei Kindern unter 3 Jahren keine acetylsalicylsäurehaltigen Mittel (Aspirin u.a.) eingenommen werden; diese sollten z.B. mit paracetamolhaltigen Arzneimitteln ersetzt werden.

Depakine muss bei folgenden Fällen mit Vorsicht angewendet werden:

bei Kindern unter 3 Jahren, die andere Antiepileptika einnehmen oder an anderen neurologischen oder stoffwechselbedingten Krankheiten leiden und im Falle einer schweren Epilepsieform,

im Falle eines systemischen Lupus erythematodes,

bei Nierenfunktionsstörungen,

bei Patienten mit Störungen des Stoffwechsels, vor allem mit erblich bedingtem Enzymmangel, wie zum Beispiel eine Störung des Harnstoff-Stoffwechsels aufgrund des Risikos einer Hyperammoniämie.

Eine kleine Zahl Patienten unter Behandlung mit Antiepileptika entwickelte Gedanken von Selbstschädigung oder Selbstmord. Nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin auf, wenn Sie derartige Gedanken haben.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Da das Reaktionsvermögen besonders zu Therapiebeginn herabgesetzt sein kann (Müdigkeit), ist im Strassenverkehr und bei Tätigkeiten, die besondere Konzentration erfordern, Vorsicht geboten.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.


Falls Sie eine Schwangerschaft planen oder während der Behandlung mit Depakine eine Schwangerschaft eintritt, müssen Sie dies unbedingt sofort Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mitteilen.

Es ist wichtig, über Schwangerschaft und Epilepsie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin und gegebenenfalls mit Ihrem Spezialisten zu sprechen. Das Ziel ist zu gewährleisten, dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin und Sie selbst sich darauf abgestimmt haben, dass Sie Ihre Behandlung mit Depakine bei Schwangerschaft erhalten sollten.

Es ist bekannt, dass Frauen, die antiepileptische Arzneimittel erhalten, gegenüber anderen Frauen ein leicht erhöhtes Risiko haben, ein anormales Kind zur Welt zu bringen. Die Wahrscheinlichkeit von Anormalitäten ist auch im Falle einer antiepileptischen Polytherapie erhöht. Autistische Störungen können bei Kinder, deren Mutter Depakine während der Schwangerschaft eingenommen haben, auftreten.

Depakine, während den ersten 3 Monaten einer Schwangerschaft eingenommen, kann das Risiko von angeborenen Missbildungen, wie zum Beispiel Missbildungen des Neuralrohrs (Spina bifida), Lippenmissbildungen, kardiovaskuläre Missbildungen, beim ungeborenen Kind erhöhen.

Brechen Sie die Behandlung nicht selbständig ab, da sich eine Verschlimmerung der Krankheit auf das ungeborene Kind negativ auswirken könnte. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen über den weiteren Verlauf der Behandlung unerlässliche Informationen vermitteln oder eventuell Ihre Behandlung anpassen und/oder Ihnen zusätzliche diätetische Zusatzstoffe mit Folat verschreiben. Die Schwangerschaft muss streng kontrolliert werden.

Da der Wirkstoff von Depakine in die Muttermilch übergeht, wird empfohlen, Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat zu fragen wenn Sie stillen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden, ob Sie die Behandlung während der Stillzeit fortsetzen sollten oder nicht.

Wie wird es angewendet?

Halten Sie sich immer an die Anweisungen Ihres Arztes, der die Dosis auf Ihr persönliches Bedürfnis abgestimmt hat.

Die verschriebene Tagesdosis wird vorzugsweise vor den Mahlzeiten eingenommen, je nach Darreichungsform und Anweisungen des Arztes bzw. der Ärztin.

Es gibt verschiedene Arzneiformen von Depakine: Sirup und Lösung.

Die Lösung soll mit einem halben Glas Leitungswasser, mit Milch oder einem alkoholfreien Getränk eingenommen werden.

Die von Ihrem Arzt bzw. Ärztin vorgeschriebene Menge Trinklösung kann mit der Dosierungsspritze, welche der Trinklösung beigelegt ist, entnommen werden, sofern die Menge grösser als 0,5 ml ist. Für die Entnahme von Mengen kleiner als 0,5 ml (150 mg) halten Sie sich an die Anweisungen Ihres Arztes oder Apothekers bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Depakine wird vom Arzt bzw. von der Ärztin in gewissen Fällen in Kombination mit anderen Arzneimitteln verschrieben. Halten Sie sich auch bei diesen genau an die Einnahmevorschriften. Nehmen Sie keine anderen Arzneimittel ohne Befragen des Arztes bzw. der Ärztin ein!

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Die Einnahme von Depakine kann unerwünschte Wirkungen verursachen, die unter Umständen in den ersten Behandlungsmonaten vorübergehend auftreten.

In folgenden Fällen müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin benachrichtigen:

wenn Zahnfleisch- oder Nasenblutungen auftreten,

wenn punktförmige Hautblutungen auftreten oder sich eine erhöhte Neigung zur Bildung von blauen Flecken einstellt,

wenn Ihr Harn plötzlich eine rote bis dunkelbraune Farbe hat,

wenn ein chirurgischer oder zahnärztlicher Eingriff bevorsteht,

wenn eine Verminderung des Hörvermögens eintritt,

Auftreten von intensiven Bauchschmerzen, ungewöhnlichen Bauchschmerzen oder Erbrechen: solche Beschwerden können Zeichen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) sein, welche selten unter Depakine auftreten kann,

plötzliches Wiederauftreten von Anfällen nach langer Anfallsfreiheit, trotz regelmässiger Einnahme von Depakine,

rasches Verschlechtern des Allgemeinzustandes (Müdigkeit, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit), gefolgt von Erbrechen und Bauchschmerzen, eventuell Gelbsucht,

wenn Sie plötzlich frieren und/oder einen Abfall in der Körpertemperatur verspüren.

Andere unerwünschte Nebenwirkungen, meistens harmlos und normalerweise reversibel, können auftreten und eventuell einer Therapie benötigen.

Die häufigsten sind:

Veränderungen des Appetits mit Gewichtszunahme, vor allem bei Jugendlichen und jungen Frauen,

Schläfrigkeit,

Übelkeit, Magenschmerzen oder Durchfall, vor allem zu Beginn der Behandlung.

Die folgende Nebenwirkungen wurden seltener beobachtet:

allergische Reaktionen,

Nervensystemsstörungen wie Benommenheit; stuporähnliche Zuständen, geistige Verwirrungszustände, Lethargie, transitorisches Koma; Hyperaktivität oder Irritabilität; Haltetremor, vor allem der Hände,

geschwollene Füsse und Beine (Ödeme),

Hautreaktionen,

leichter, vorübergehender Haarausfall,

Nierenbeschwerden,

Menstruationsbeschwerden,

Koordinationsstörungen der freiwilligen Bewegungen,

unwillkürliches und unbewusstes nächtliches Urinieren.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Alle Arzneiformen von Depakine sollten ausserhalb der Reichweite von Kindern und in der Originalverpackung unterhalb 25 °C aufbewahrt werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Sollten Sie Packungen besitzen, deren Haltbarkeit abgelaufen ist, so bringen Sie diese bitte in Ihre Apotheke zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Sirup zu 60 mg/ml: 300 ml (mit Messlöffel von 300 mg/5


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