Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

«Etoposid "Ebewe" 20 mg/ml - Konzentrat zur Infusionsbereitung»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Etoposid „Ebewe“ ist ein Arzeimittel gegen Krebs und hat dabei eine antigeschwulstbildende Wirkung.

Etoposid „Ebewe“ wird für die Behandlung folgender Krebserkrankungen angewendet:
Lungenkrebs
Blutkrebs (akute myeloische Leukämie)
Lymphknotenkrebs
Hodenkrebs
Tumore der Gebärmutterschleimhaut (malignes Chorionkarzinom)

Etoposid „Ebewe“ wird alleine (Monotherapie) oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegen Krebs angewendet.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Etoposid „Ebewe“ darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Etoposid bzw. Podophyllin ähnlichen Substanzen oder einen der sonstigen Bestandteile von Etopsid „Ebewe“ sind.
  • wenn Sie stillen.
  • wenn die Anzahl an Blutkörperchen in Ihrem Blut zu niedrig ist (Ihr Arzt wird dieses überprüfen)
  • wenn Sie schwerwiegende Leber- oder Nierenprobleme haben.
  • als Injektion in eine Körperhöhle (intrakavitär) oder in Arterien

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Etoposid „Ebewe“ ist erforderlich,

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, falls Sie an einer Nieren- oder Leberfunktionsstörung leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt außerdem, falls Sie zur Zeit an einer Infektion (auch wenn nur an einer bestimmten Stelle des Körpers) leiden oder vor kurzem eine Impfung mit einem sog. „Lebendimpfstoff“ (z.B. gegen Masern, Mumps u.a) erhalten haben oder erwägen.

Die Behandlung mit Etoposid bedarf einer strengen ärztlichen Kontrolle und Überwachung.
Ihr Arzt wird Ihnen Laboruntersuchungen (Blutabnahme) anordnen. Bitte befolgen Sie seine Anordnungen. Das Blutbild und andere Laborwerte müssen vor jedem Behandlungszyklus und während der Therapie kontrolliert werden, gehen Sie daher regelmäßig zu den angeordneten Kontrolluntersuchungen.

Da der Wirkstoff Etoposid möglicherweise das Erbgut schädigt, sollten sowohl weibliche als auch männliche Patienten im geschlechtsreifen Alter während sowie bis zu 6 Monate nach Therapiebeendigung eine zuverlässige empfängnisverhütende Methode anwenden (siehe Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“).

Bei Anwendung von Etoposid „Ebewe“ mit anderen Arzneimitteln Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Durch zusätzliche Verabreichung von knochenmarkshemmend wirkenden Substanzen kann die Wirkung von Etoposid auf das Knochenmark verstärkt werden.

Die gleichzeitige Einnahme von bestimmten Arzneimitteln gegen Schmerzen oder Entzündungen (Phenylbutazon, Natriumsalicylat, und Acetylsalicylsäure) oder gegen die Unterdrückung der Immunabwehr (Ciclosporin) kann vermehrt zu Nebenwirkungen durch Etoposid führen.

Etoposid kann die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten verstärken.

Impfungen, im Besonderen Impfungen mit Lebendimpfstoffen (z.B. Masern, Mumps), sollen während der Behandlung mit Etoposid nicht vorgenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft
Es besteht der Verdacht, dass Etoposid bei Verabreichung während der Schwangerschaft zu schwerwiegenden Geburtsfehlern führt. Sie dürfen während der Behandlung mit Etoposid nicht schwanger werden und müssen eine wirksame Verhütungsmethode anwenden. Wenn Sie während der Behandlung mit Etoposid schwanger werden, müssen Sie sofort Ihren Arzt informieren. Er wird mit Ihnen die Alternativen ausführlich besprechen.

Stillzeit
Sie dürfen während der Behandlung mit Etoposid nicht stillen. Sollte Ihr behandelnder Arzt eine Behandlung mit Etoposid in der Stillzeit für unbedingt erforderlich halten, müssen Sie abstillen.

Falls Kinderwunsch besteht, sollten sich Paare vor Therapiebeginn beraten lassen, da Etoposid möglicherweise das Erbgut schädigt
Männer, die mit Etoposid behandelt werden, sollten vor Therapiebeginn eine Spermakonservierung erwägen. Fragen Sie Ihren Arzt.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeuges setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen, da es unmittelbar nach einer Behandlung mit Etoposid zu Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, starker Müdigkeit und einem vorübergehenden Verlust des Sehvermögens kommen kann.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Etoposid „Ebewe“

Benzylalkohol kann bei Säuglingen und Kindern bis zu 3 Jahren toxische und allergische Reaktionen hervorrufen.

Dieses Arzneimittel enthält pro ml 260,6 mg Ethanol. Bei einer Dosis von 120 mg/m² Etoposid
werden einem Patienten mit 1,6 m² Körperoberfläche bis zu 2,5 g Alkohol zugeführt. Ein
gesundheitliches Risiko besteht u.a. bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Patienten mit
organischen Erkrankungen des Gehirns, Schwangeren, Stillenden und Kindern. Die Wirkung anderer
Arzneimittel kann beeinträchtigt oder verstärkt werden.

Wie wird es angewendet?

Dosierung

  • Etoposid „Ebewe“ darf nur an Erwachsenen verabreicht werden.
  • Etoposid „Ebewe“ wird Ihnen von einem Arzt, der Erfahrung in der Krebstherapie hat, verabreicht.

Etoposid „Ebewe“ wird nach vorgeschriebener Verdünnung als Injektion in eine Vene (intravenöse Infusion) über einen Zeitraum von 0,5 bis 2 Stunden gegeben.

  • Die Dosierung wird für jeden Patienten individuell durch den behandelden Arzt festgelegt und orientiert sich an der Körperoberfläche, am Therapieerfolg und an den Laborwerten.
  • Die Anwendung von Etoposid erfolgt in sogenannten Therapiezyklen; das heißt das Medikament wird eine bestimmte Zeit lang verabreicht, danach erfolgt jeweils eine Pause (Intervall). Die Länge dieser Pause ist von den Laborwerten abhängig.

Dauer der Behandlung
Ihr Arzt entscheidet darüber, wie lange die Behandlung dauern wird.
Die therapiefreien Intervalle liegen zwischen 3 und 4 Wochen und richten sich vor allem nach den Ergebnissen Ihrer Bluttests.

Kinder und Jugendliche
Die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen wurde nicht ausreichend untersucht, weswegen Etoposid in dieser Altersgruppe nicht empfohlen werden kann.

Wenn eine größere Menge von Etoposid „Ebewe“ angewendet wurde, als vorgesehen

Nach intravenöser Verabreichung einer Gesamtdosis von 2,4 bis 3,5 g/müber 3 Tage kam es zu schwerer Mukositis und Myelotoxizität. Bei Patienten, denen Etoposid in einer höheren als der empfohlenen Dosierung verabreicht wurde, traten metabolische Azidose und Fälle von schwerer Hepatotoxizität auf.

Es sind keine wirksamen Antidote nach Verabreichung einer Überdosis Etoposid bekannt. Eine symptomatische und unterstützende Therapie ist angezeigt.

Wenn Sie noch weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittel haben, fragen Sie Ihren Arzt.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Etoposid Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in der Gebrauchsinformation angegeben sind.

Sehr häufig:

  • Verminderung der weißen Blutkörperchen (eventuell erhöhte Infektanfälligkeit), Verminderung der Blutplättchen (eventuell Hautblutungen, Neigung zu Blutergüssen, häufiges Nasen- oder Zahnfleischbluten), Blutarmut (verminderte Anzahl der roten Blutkörperchen, eventuell Schwächegefühl) - Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Durchfall
  • Haarausfall, der bis zur völligen Kahlköpfigkeit führen kann; nach Ende der Therapie wächst das Haar jedoch wieder nach

Häufig:

  • Infektionen
  • Blutungen
  • Ermüdung, Schläfrigkeit
  • Periphere Nervenerkrankungen(z.B. Störungen des Heiß/Kalt Empfindens, Kribbeln, Taubheit an Händen und Füßen)
  • Abfall des Blutdrucks durch zu schnelle Infusion
  • Entzündungen der Mundschleimhaut

Selten:

  • Fieber, Sepsis (Blutvergiftung)
  • Leukämie (Blutkrebs).
  • Anstieg der Harnsäure
  • Verwirrtheit
  • Stark erhöhte oder verminderte Muskeltätigkeit (unwillkürliche Bewegungen, Starrheit)
  • Schwindel, Müdigkeit, Benommenheit
  • Geschmacksbeeinträchtigung
  • vorübergehender Verlust des Sehvermögens.
  • Infektiöse Lungenentzündung
  • Leibschmerzen, Verstopfung und Entzündung der Speiseröhre
  • Anreicherung von Etoposid in der Leber
  • Hautreizungen und Juckreiz

Sehr selten:

  • Großflächiges Ablösen der Haut mit Todesfolge (toxische epidermale Nekrolyse)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzinfarkt
  • Steven Johnson Syndrom: schwere Hauterkrankung mit Störung des Allgemeinbefindens (Rötungen, schmerzhafte Blasenbildung an Haut und/oder Schleimhäuten, z.B. im Mund-, Augen- und Genitalbereich, Fieber).
  • Strahlendermatitis: Entzündliche, juckende Hautrötung im Bestrahlungsfeld nach zusätzlicher Strahlentherapie.

Nicht bekannt:

  • Keine oder sehr schwache Regelblutung
  • Kein Eisprung während des Zyklus
  • Verminderte Fruchtbarkeit

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Nicht über 25°C lagern.

Arzneimittel in der Außenverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Infusionslösung nach dem Verdünnen:
Nach vorgeschriebener Verdünnung des Konzentrates in physiologischer Kochsalzlösung oder 5%iger Glucoselösung sollte die Anwendung der fertigen Infusionslösung unmittelbar nach der Zubereitung erfolgen.
Die chemische und physikalische Stabilität von 0,2 mg/ml-, 0,3 mg/ml- und 0,4 mg/ml-Lösungen konnte bei Raum- und Kühlschranktemperatur über einen Zeitraum von 24 Stunden gezeigt werden.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die gebrauchsfertige Infusionslösung sofort verwendet werden.
Wenn die Infusionslösung nicht sofort verwendet wird, liegt die Verantwortlichkeit für die Aufbewahrung beim Anwender.


Bewertungen «Etoposid "Ebewe" 20 mg/ml - Konzentrat zur Infusionsbereitung»