Medikamente Online-Informationen
Medikamente und Krankheiten Referenzindex

Drugs and diseases reference index
Suche
DE


Medikamente A-Z

Krankheiten & Heilung List

Medizin-Lexikon

Vollständiger Artikel

Beliebte Medikamente

Popular Krankheiten & Heilung

«Fentanyl-ratiopharm 50 Mikrogramm/ml Injektionslösung»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Was ist Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml und wofür wird es angewendet?
Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml ist ein Arzneimittel gegen starke Schmerzen, ein Opioidagonist.
Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml ist ein kurz wirksames Opioid und wird angewendet
- zur Neuroleptanalgesie und Neuroleptanästhesie
- als analgetische Komponente bei der Allgemeinanästhesie bei intubierten und beatmeten Patienten
- zur Schmerzbehandlung in der Intensivmedizin bei Patienten mit Beatmung
Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml darf nicht angewendet werden bei
- bekannter Überempfindlichkeit gegen Fentanyl, andere Opioide oder einen der sonstigen Bestandteile
- Patienten mit Atemdepression ohne Beatmung
- gleichzeitiger Behandlung mit MAO-Hemmern oder innerhalb von zwei Wochen nach Beendigung der Anwendung von MAO-Hemmern
- erhöhtem intracranialen Druck, Schädelhirntrauma
- Hypovolämie und Hypotension
- Myasthenia gravis

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml ist erforderlich
Fentanyl intravenös darf nur von Ärzten, die die endotracheale Intubation beherrschen, in Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen mit der Möglichkeit zur Intubation und Beatmung verwendet werden.
Die Vitalfunktionen des Patienten sind routinemäßig zu überwachen. Dies gilt auch postoperativ. Fentanyl hat eine starke dosisabhängige atemdepressive Wirkung, die speziell bei älteren Patienten verlängert sein kann. Bei Neugeborenen ist schon nach niedrigen Dosen mit einer Atemdepression zu rechnen. Generell muss das Risiko einer verzögert auftretenden Atemdepression berücksichtigt werden. In Notfällen müssen die geeigneten Instrumente und Arzneimittel verfügbar sein.
In Einzelfällen kann es bei Epileptikern während einer schnellen, hochdosierten Fentanyl-Gabe ( Mikrogramm/kg) von Minuten Dauer auch in gesunden Hirnarealen zu einer elektrokortikographisch erfassbaren elektrischen Anfallsaktivität kommen. Eine Beeinflussung der intraoperativen elektrokortikographischen Herdlokalisation bei niedrigeren Fentanyl-Dosierungen ist bisher nicht bekannt geworden.
Muskuläre Rigidität kann auftreten und ebenfalls zu Atemdepression führen. Die Häufigkeit dieser Rigidität kann durch langsame intravenöse Injektion reduziert werden. Eine solche Reaktion kann durch kontrollierte Beatmung und, wenn nötig, durch Verabreichung eines Muskelrelaxans behandelt werden.
Nicht-epileptische (myo)klonische Reaktionen können auftreten.
Nach Fentanyl-Gabe kann es kurzfristig zu einer Erhöhung des Gallengangdrucks und in Einzelfällen zu einem Spasmus des Sphinkter Oddi kommen: Dies ist bei intraoperativen diagnostischen Maßnahmen in der Gallenwegschirurgie und bei der Schmerzbehandlung in der Intensivmedizin zu beachten.
Fentanyl kann, wie alle Opioide, einen hemmenden Einfluss auf die Darmmotorik ausüben. Dies ist bei der Schmerzbehandlung in der Intensivmedizin von Patienten mit entzündlichen oder obstruktiven Darmerkrankungen zu beachten.
Bradykardie und Asystolie können auftreten, wenn dem Patienten eine zu niedrige Menge eines Anticholinergikums verabreicht wurde, oder wenn Fentanyl mit nicht-vagolytischen Muskelrelaxantien kombiniert wird. Die Bradykardie kann mit Atropin behandelt werden.
Opioide können, vor allem bei hypovolämischen Patienten und Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz, Hypotension verursachen. Induktionsdosen sollten angepasst und langsam appliziert werden, um einer kardiovaskulären Depression vorzubeugen.
Adäquate Maßnahmen zum Erhalt eines stabilen arteriellen Drucks müssen getroffen werden.
Bei Neugeborenen besteht eine hinreichende Wahrscheinlichkeit der Entwicklung eines Abstinenzsyndroms nach einer mehr als 5 Tage dauernden Behandlung mit Fentanyl bzw. einer Gesamtdosis von > 1,6 mg/kg.
Schnelle Bolusinjektionen von Fentanyl sollten vermieden werden.
Wenn Fentanyl zusammen mit Droperidol verabreicht wird, muss der Arzt die spezifischen Eigenschaften und Nebenwirkungen beider Arzneimittel berücksichtigen.
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen soll wegen des möglicherweise beeinträchtigten Metabolismus vorsichtig dosiert werden.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Bei Patienten mit Niereninsuffizienz sollte sorgfältig auf mögliche unerwünschte Überdosierungserscheinungen geachtet werden. Infolge der Dialyse kann das Verteilungsvolumen von Fentanyl sich ändern, was die Serumkonzentration beeinflussen kann.
Bei Anwendung von Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Arzneimittel wie Barbiturate, Benzodiazepine, Neuroleptika, halogenierte Inhalationsanästhetika oder andere Substanzen, die eine nicht-selektive dämpfende Wirkung auf das Zentralnervensystem ausüben (unter anderem Alkohol), können eine durch Opioide verursachte Atemdepression verstärken. Wenn Patienten solche Arzneimittel einnehmen müssen, ist die erforderliche Dosis Fentanyl niedriger als normal. Dies hat auch zur Folge, dass die Dosierung anderer Arzneimittel, die eine depressive Wirkung auf das Zentralnervensystem haben, reduziert werden muss, wenn diese Arzneimittel nach Anwendung von Fentanyl verabreicht werden.
Unter höheren Dosen Fentanyl kann die gleichzeitige Gabe von Lachgas und auch schon kleinerer Dosen Diazepam zu einer Beeinträchtigung der Herz-Kreislauf-Funktion führen.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Fentanyl und Midazolam kann es zu Blutdruckabfall kommen.
Die gleichzeitige Anwendung von Droperidol kann zu Blutdruckabfall führen, es ist aber auch Blutdruckanstieg beobachtet worden. Der Pulmonalarteriendruck kann vermindert sein. Außerdem können Zittern, Ruhelosigkeit und postoperative Episoden mit Halluzinationen auftreten.
Bei Vormedikation von Patienten mit MAO-Hemmern innerhalb der letzten 14 Tage vor der Opioid-Applikation sind lebensbedrohende Wechselwirkungen auf das Zentralnervensystem (z. B. Agitiertheit, Muskelrigidität, hohes Fieber, Krämpfe), Atmungs- und Kreislauffunktionen (z. B. Kreislaufdepression, Hypotension, hämodynamische Instabilität, Koma) mit Pethidin beobachtet worden und mit Fentanyl nicht auszuschließen.
MAO-Hemmer blockieren dieselben Enzyme, die zentralwirksame Substanzen (Sedativa, Antihistamine, Opioide etc.) metabolisieren. Als Konsequenz kann die Wirkung von Fentanyl, einschließlich Atemdepression, intensiver und verlängert sein.
Die vorherige Anwendung von Cimetidin kann zu erhöhten Fentanyl-Plasmaspiegeln führen.
Die gleichzeitige Verabreichung von Clonidin kann die Wirkungen von Fentanyl, und speziell die Fentanyl-induzierte Atemdepression, verlängern.
Vecuronium kann eine hämodynamische Depression verursachen, wenn es mit Fentanyl kombiniert wird. Ein signifikanter Abfall der Herzfrequenz, des durchschnittlichen arteriellen Drucks und des Herzschlagvolumens, die nicht abhängig von der applizierten Vecuronium-Dosis sind, können auftreten.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Atracurium und Fentanyl kann sich eine Bradykardie entwickeln.
Bei Kombination mit Baclofen ist die Wirkung von Fentanyl verstärkt und verlängert.
Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenytoin und Primidon sind starke Enzyminduktoren, die den Metabolismus von Fentanyl in der Leber erhöhen, so dass Fentanyl schneller aus dem Körper ausgeschieden wird.
Bei allen Patienten unter Langzeitbehandlung mit diesen Antiepileptika sollte eine deutliche Erhöhung des Fentanyl-Bedarfs erwartet werden, allerdings nicht bei Natriumvalproat.
Schwangerschaft und Stillzeit
Über die Anwendung dieses Arzneimittels während der Schwangerschaft beim Menschen liegen keine ausreichenden klinischen Daten vor, um eventuell mögliche schädliche Wirkungen zu beurteilen. Deshalb sollte Fentanyl in dieser Zeit nicht angewendet werden.
Von der Anwendung von Fentanyl während der Geburt wird abgeraten, da Fentanyl die Plazenta passiert und beim Neugeborenen zu einer Atemdepression führen kann. In der Geburtshilfe darf Fentanyl erst nach dem Abklemmen der Nabelschnur appliziert werden. Der plazentare Transfer beträgt 0,44 (Verhältnis fetal : maternal = 1,00 : 2,27).
Fentanyl geht in die Muttermilch über. Daher sollte nach der Anwendung von Fentanyl für mindestens 24 Stunden nicht gestillt werden.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Die Anwendung von Fentanyl kann zu reduziertem Reaktions- und Konzentrationsvermögen führen.
Der Patient sollte darüber informiert werden, dass die Ausführung von Tätigkeiten, die eine gewisse Geschicklichkeit verlangen, wie Fahren oder Maschinen bedienen, für eine beträchtliche Zeit nach der Anwendung von Fentanyl gestört sein kann.
Der Patient sollte sich nur in Begleitung nach Hause begeben und keinen Alkohol zu sich nehmen.

Wie wird es angewendet?

WIE IST Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml ANZUWENDEN?
Wenden Sie Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml immer genau nach der Anweisung des Arztes an. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie nicht ganz sicher sind.
Art der Anwendung
Zur intravenösen Anwendung.
Fentanyl sollte langsam (über Minuten) intravenös appliziert werden (siehe 2. unter „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml ist erforderlich), gegebenenfalls in Kombination mit einem Neuroleptikum (vorzugsweise Droperidol).
Hinweise für die Handhabung
- Beim Öffnen der Ampullen Fingerschutz verwenden.
- Die Injektionslösung ist für Anwendung bei einem einzelnen Patienten gedacht und sollte sofort nach dem Öffnen verbraucht werden. Nicht verbrauchte Lösung ist zu verwerfen.
- Das Produkt kann verdünnt oder unverdünnt angewendet werden. Die getesteten Verdünnungsstufen mit 0,9 % Natriumchlorid- und 5 % Glucoselösung sind 1 : 1 und 1 : 25. Somit sollte die maximale Verdünnung 1 Teil Fentanyl mit 25 Teilen 0,9 % Natriumchlorid- oder 5 % Glucoselösung nicht überschreiten.
Inkompatibilitäten
Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Lösungen zum parenteralen Gebrauch als den oben angegeben Lösungen verdünnt werden.
Falls das Arzneimittel mit anderen Arzneimittel gemischt werden soll, muss die Kompatibilität vor der Anwendung überprüft werden.
Fentanylcitrat ist physikalisch inkompatibel mit Pentobarbital-Natrium, Methohexital-Natrium, Thiopental-Natrium und Nafcillin.
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis
Die Dosierung von Fentanyl muss aufgrund von Alter, Körpergewicht, physischem Zustand, zugrunde liegender pathologischer Verfassung, Begleitmedikation und Art des Eingriffs und der Anästhesie individuell bestimmt werden.
Zur Orientierung werden die folgenden Dosierungen genannt. ür andere spezielle Dosierungsempfehlungen wird auf die allgemeine Literatur verwiesen:
Neuroleptanalgesie und Neuroleptanästhesie
Zur Neuroleptanalgesie erhalten Erwachsene in der Regel initial Mikrogramm (0,,4 Mikrogramm/kg) Fentanyl in Kombination mit einem Neuroleptikum (vorzugsweise Droperidol) langsam intravenös injiziert. Soweit notwendig kann eine zweite Einzelgabe von Mikrogramm (0,,4 Mikrogramm/kg) Fentanyl nach Minuten gegeben werden.
Zur Neuroleptanästhesie unter Beatmung erhalten Erwachsene in der Regel initial Mikrogramm (2,,4 Mikrogramm/kg) Fentanyl in Kombination mit einem Neuroleptikum (vorzugsweise Droperidol) langsam intravenös injiziert. Die Dosierung hängt von der Dauer und der Schwere der Operation und der anästhetischen Komedikation ab. Zur Aufrechterhaltung der Anästhesie können nach Minuten zusätzliche Dosen von Mikrogramm (0,,4 Mikrogramm/kg) Fentanyl nachinjiziert werden. Zeitlicher Abstand und Dosis sind dem Operationsverlauf anzupassen.
Analgetische Komponente bei Allgemeinanästhesie
Erwachsene
- Zur Einleitung: Wird Fentanyl als analgetische Komponente in der Allgemeinanästhesie mit Intubation und Beatmung des Patienten eingesetzt, können bei Erwachsenen initiale Dosen von 70–600 Mikrogramm (,4 Mikrogramm/kg) als Bestandteil der Allgemeinanästhesie angewendet werden.
- Zur Aufrechterhaltung der Analgesie während der Allgemeinanästhesie können zusätzliche Dosen von Mikrogramm (0,,4 Mikrogramm/kg) Fentanyl nachinjiziert werden. Zeitlicher Abstand und Dosis sind dem Operationsverlauf anzupassen.
Kinder
- Bei Kindern von Jahren wird eine analgetische Einzeldosis von Mikrogramm Fentanyl/kg Körpergewicht empfohlen, z. B. in Kombination mit einer Inhalationsanästhesie. Bei alleiniger zusätzlicher Verwendung von Lachgas kann die Initialdosis bei Mikrogramm Fentanyl/kg Körpergewicht liegen.
- Zur Aufrechterhaltung der Analgesie während der Allgemeinanästhesie können in Abhängigkeit vom Operationsverlauf zusätzliche Dosen von 1,25 Mikrogramm/kg Fentanyl nachinjiziert werden.
Schmerzbehandlung in der Intensivmedizin
Bei der Anwendung in der intensivmedizinischen Schmerztherapie von beatmeten Patienten muss die Dosierung von Fentanyl in Abhängigkeit des Schmerzverlaufes und der verabreichten Komedikation individuell eingestellt werden.
Die initialen Dosierungen liegen dabei in der Regel in einem Bereich von Mikrogramm i.v. (0,,4 Mikrogramm/kg), können im Bedarfsfalle aber auch höher titriert werden. Daran anschließend erfolgen im Regelfall wiederholte Injektionen in einer Dosierung von insgesamt Mikrogramm Fentanyl pro Stunde (0,,8 Mikrogramm/kg/h).
Dosierung bei älteren und geschwächten Patienten
Die initiale Dosis sollte bei älteren sowie bei geschwächten Patienten reduziert werden. Die Wirkung dieser Initialdosis sollte in die Berechnung der weiteren Einzeldosen eingehen.
Dosierung bei Patienten mit chronischer Opioideinnahme
Bei Patienten mit chronischer Opioidmedikation oder mit einem anamnestisch bekannten Opiatmissbrauch kann eine Erhöhung der Dosis erforderlich sein.
Dosierung bei Patienten mit Begleiterkrankungen
Bei Patienten mit einer der folgenden Erkrankungen sollte die beabsichtigte Gesamtdosis sehr vorsichtig titrierend gegeben werden:
- nicht kompensierte Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
- Lungenerkrankungen, vor allem solche mit verminderter Vitalkapazität
- Alkoholkrankheit
- eingeschränkte Leberfunktion
- eingeschränkte Nierenfunktion
Vorsicht ist außerdem geboten, wenn Fentanyl bei Patienten mit Nebenniereninsuffizienz, Prostatahypertrophie, Porphyrie und Bradyarrhythmie angewendet werden soll.
Bei allen diesen Erkrankungen, mit Ausnahme des Alkohol-Abusus, kann es notwendig sein, die Dosis zu reduzieren. Bei Alkohol-Abusus kann es notwendig sein, die benötigte Dosis entweder zu reduzieren oder zu erhöhen.
Bei diesen Patienten ist auch eine länger andauernde postoperative Überwachung angezeigt.
Dauer der Anwendung
Die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem Operationsverlauf. Bei der intensivmedizinischen Schmerztherapie hat der behandelnde Arzt in Abhängigkeit vom Schmerzverlauf über die Dauer der Anwendung zu entscheiden.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge von Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml angewendet haben, als Sie sollten
Symptome
Eine Überdosierung von Fentanyl äußert sich durch die Verlängerung der Dauer der pharmakologischen Wirkungen.
Abhängig von der individuellen Empfindlichkeit zeigt das klinische Bild Atemdepression, die alle Grade von Bradypnoe bis Apnoe annehmen kann, Bradykardie bis hin zur Asystolie, Blutdruckabfall, Kreislaufversagen, Koma, krampfähnliche Anfälle, Muskelrigidität des Brustbereiches, des Körperstammes und der Extremitäten sowie Lungenödem.
Behandlung
Bei Hypoventilation muss Sauerstoff zugeführt werden, und der Patient sollte künstlich beatmet werden. Bei Ateminsuffizienz sollte ein Opioid-Antagonist (Naloxon) gegeben werden. Die übliche Initialdosis von Naloxon beträgt 0, mg. Wenn damit keine Wirkung zu erzielen ist, kann diese Dosis alle Minuten wiederholt werden, bis zur Beendigung der Atemdepression oder bis zum Erwachen des Patienten. Da die Atemdepression durch Fentanyl länger anhalten kann als die Wirkung des Antagonisten, kann die wiederholte Gabe von Naloxon erforderlich werden.
Durch Muskelrigidität bedingte Beatmungsprobleme lassen sich durch Injektion von peripher wirkenden Muskelrelaxantien vermindern bzw. beseitigen. Der Patient sollte unter intensiver Beobachtung bleiben. Auf normale Körpertemperatur und ausgeglichene Flüssigkeitsbilanz ist zu achten. Bei schwerer oder anhaltender Hypotonie besteht die Möglichkeit einer Hypovolämie, die durch parenterale Flüssigkeitszufuhr ausgeglichen werden kann.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml Nebenwirkungen haben
Bei der Bewertung der Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

sehr häufigmehr als 1 von 10 Behandelten
häufigweniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
gelegentlichweniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten
seltenweniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten
sehr seltenweniger als 1 von 10.000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Selten: Methämoglobinämie
Erkrankungen des Immunsystems
Selten: Anaphylaxie
Psychiatrische Erkrankungen
Sehr selten: Wenn Fentanyl über einen längeren Zeitraum gegeben wird, kann sich eine Toleranz bilden. Die Entwicklung einer Medikamentenabhängigkeit kann nicht ausgeschlossen werden.
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr häufig: Sedierung
Häufig: Schwindel, Euphorie, Übelkeit, Erbrechen
Selten: Zerebrale Krampfanfälle. Bei Kindern nach länger dauernden Infusionen von Fentanyl Bewegungsstörungen und erhöhte Reizempfindlichkeit.
Augenerkrankungen
Selten: Miosis, Sehstörungen
Herzerkrankungen
Häufig: Bradykardie
Sehr selten: Herzstillstand
Gefäßerkrankungen
Häufig: Hypotonie, besonders bei hypovolämischen Patienten
Selten: Orthostatische Regulationsstörungen
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Sehr häufig: Atemdepression
Fentanyl führt dosisabhängig zur Atemdepression bis hin zur Apnoe. Die Atemdepression kann bei niedrigen Dosen üblicherweise nur einige Minuten, bei hohen Dosen aber viele Stunden anhalten. Sie kann länger anhalten als die analgetische Wirkung, und kann postoperativ erneut auftreten. Ein postoperatives Monitoring ist daher zwingend notwendig.
Häufig: Thoraxsteife, die möglicherweise eine beeinträchtigte Atmung zur Folge hat.
Selten: Laryngospasmus
Sehr selten: Lungenödem, Bronchospasmus
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Selten: Obstipation, Schluckauf
Affektionen der Leber und Gallenblase
Selten: Krämpfe des Sphincter Oddi.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Selten: Pruritus, Urtikaria
Skelettmuskulatur- und Bindegewebserkrankungen
Häufig: Muskelsteifheit, Myoklonien
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Selten: Tonuserhöhung des Ureters, Harnverhalt, insbesondere bei Patienten mit Prostatahypertrophie.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Selten: Symptome des Opiatentzugs, Schwitzen
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

WIE IST Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml AUFZUBEWAHREN?
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Ampulle und dem Umkarton angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Die Ampulle im Umkarton lagern, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Haltbarkeit nach Zubereitung
Die chemische und physikalische Stabilität der Verdünnungen im Gebrauch wurde für 24 Stunden bei 25 °C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht sollten die Verdünnungen sofort verbraucht werden. Erfolgt die Anwendung nicht sofort, liegt die Einhaltung der Aufbewahrungszeiten und -bedingungen vor der Anwendung in der Verantwortlichkeit des Anwenders und sollten normalerweise 24 Stunden bei 28 °C nicht überschreiten, außer wenn die Verdünnung unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgte.
Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung
Sie dürfen Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml nicht verwenden, wenn Sie folgendes bemerken: Die Injektionslösung sollte nicht verwendet werden, wenn Partikel vorhanden sind.

Zusätzliche Informationen

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben
Gebrauchsinformation: Information für den Anwender
Fentanyl-ratiopharm® 50 Mikrogramm/ml Injektionslösung
Wirkstoff: Fentanylcitrat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.
- Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:


Bewertungen «Fentanyl-ratiopharm 50 Mikrogramm/ml Injektionslösung»