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«Fortecortin 8 mg - Tabletten»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Fortecortin - Tabletten enthalten ein Glukokortikoid. Das ist eine Substanz, die den in der Nebennierenrinde erzeugten Hormonen nachgebildet wurde. Sie hat eine günstige Wirkung auf entzündliche Prozesse und greift in wesentliche Stoffwechselvorgänge ein.

Fortecortin ist in entsprechender Dosierung bei allen Krankheiten angezeigt, die auf eine Behandlung mit Glukokortikoiden ansprechen, wie z.B.:

  • Entzündungen, Verletzungen und Erkrankungen des Gehirnes, die zum Teil mit einer Ansammlung von Flüssigkeit im Gehirn verbunden sind;
  • akuter Asthmaanfall;
  • Anfangsbehandlung bestimmter Hautkrankheiten (akute Erythrodermie, Pemphigus vulgaris, akute Ekzeme);
  • entzündliche Erkrankungen verschiedener Organsysteme (z.B. Lunge, Darm);
  • schwere Infektionskrankheiten (in Verbindung mit Antibiotika);
  • Vorbeugung und Behandlung von Erbrechen, das durch Medikamente gegen Krebs (Zytostatika) hervorgerufen wird;
  • Symptom-lindernde Behandlung bösartiger Tumoren.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Fortecortin darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Dexamethason oder einen der sonstigen Bestandteile von Fortecortin sind.
  • wenn Sie an Pilzerkrankungen der inneren Organe leiden.

Fortecortin darf bei länger dauernder Anwendung bei den folgenden Erkrankungen nicht eingenommen werden, außer es handelt sich um eine Notfalltherapie:

  • akute Magen- und/oder Zwölffingerdarmgeschwüre;
  • höhergradige Osteoporose (Schwund des Knochengewebes);
  • schwere nicht entzündliche Muskelerkrankungen (ausgenommen Myasthenia gravis);
  • Virusinfektionen;
  • HBsAG-positive chronisch aktive Leberentzündung;
  • bestimmte Hauterkrankungen (Rosazea);
  • ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen;
  • Lymphdrüsenvergrößerung nach Tuberkuloseimpfung (BCG);
  • gesteigerter Augeninnendruck (grüner Star).

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Fortecortin ist erforderlich, wenn Sie an einer der folgenden Erkrankungen leiden: Zuckerkrankheit, Tuberkulose, akuten und chronischen bakteriellen Infekten, Amöben-Infektionen, Bluthochdruck, Prozessen mit Thrombose- oder Emboliegeschehen (Blutpfropfenbildung in Venen oder Arterien), Herz- oder Nierenfunktionsstörung, erniedrigtem Blutalbumingehalt (Bluteiweißgehalt). In diesen Fällen ist eine Glukokortikoidbehandlung nur angezeigt, wenn gleichzeitig eine wirksame Behandlung der Grunderkrankung möglich ist. Ihr Arzt wird die Behandlung mit Fortecortin unter strengen Vorsichtsmaßnahmen durchführen.

Bei Diabetikern ist ein erhöhter Bedarf an Insulin oder Antidiabetika zu berücksichtigen.

Bei Psychosen in der Vergangenheit sollte eine Behandlung mit Fortecortin nur in lebensbedrohlichen Fällen und unter nervenärztlicher Kontrolle erfolgen.

Vor Beginn der Behandlung mit Fortecortin wird Ihr Arzt eine genaue Untersuchung durchführen, um mögliche Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre auszuschließen. Bei entsprechend gefährdeten Personen wird der Arzt gegebenenfalls vorbeugend Arzneimittel verordnen und regelmäßige Kontrollen durchführen.

Viruserkrankungen können bei Personen, die mit Fortecortin behandelt werden, besonders schwer verlaufen. Besonders gefährdet sind abwehrgeschwächte Kinder sowie Personen, die bisher noch keine Masern oder Windpocken hatten. Wenn Sie in diesem Fall während der Behandlung mit Fortecortin in Kontakt mit masern- oder windpockenerkrankten Personen haben, informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt. Dieser wird gegebenenfalls eine vorbeugende Behandlung einleiten.

Bitte halten Sie vom Arzt angeordnete Kontrolluntersuchungen unbedingt ein! Liegen Gegenanzeigen vor oder sollten während der Behandlung Anzeichen von Nebenwirkungen (insbesondere Magenbeschwerden, Vollmondgesicht, Gewichtszunahme, Veränderungen der Haut) auftreten, so teilen Sie diese umgehend dem behandelnden Arzt mit.

Die Anwendung bei Kindern erfolgt unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen.

Bei älteren Patienten wird der Arzt eine sorgfältige Nutzen/Risiko-Abwägung durchführen und auf Nebenwirkungen wie Osteoporose achten.

Bitte teilen Sie den Eintritt einer Schwangerschaft sofort Ihrem Arzt mit!

Während einer Behandlung mit Fortecortin soll die zugeführte Nahrung reich an Kalium (besonders reichlich in getrockneten Früchten und Bananen), Eiweiß und Vitaminen, aber arm an Fetten, Kohlenhydraten (Mehl, Zucker) und Kochsalz sein.

Dopingwarnhinweis:
Die Anwendung des Arzneimittels Fortecortin kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Bei Einnahme von Fortecortin mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Wechselwirkungen sind möglich zwischen Fortecortin und

  • Arzneimitteln zur Behandlung von Herzerkrankungen (Digitalisglykoside, ACE-Hemmer)
  • Entwässerungsmitteln
  • blutzuckersenkenden Arzneimitteln (Antidiabetika)
  • blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (Cumarin-Derivate)
  • Ephedrin,
  • Arzneimitteln zur Behandlung von Tuberkulose (Rifampicin), Krampfanfällen (Phenytoin, Carbamazepin), Barbituraten (bestimmte Schlafmittel) und anderen Arzneimitteln, die ein bestimmtes arzneimittelabbauendes Enzymsystem anregen
  • Ketoconazol, sogenannten Makrolid-Antibiotika und anderen Arzneimitteln, die ein bestimmtes arzneimittelabbauendes Enzymsystem hemmen
  • schmerz- und entzündungshemmenden Arzneimitteln (Antirheumatika, nichtsteroidale Antiphlogistika, Salizylate) - östrogen-hältigen Empfängnisverhütungsmitteln (Pille)
  • einem Arzneimittel gegen Wurmbefall (Praziquantel)
  • Malariamitteln (Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin)
  • Somatropin (ein Wachstumshormon)
  • einem Schilddrüsendiagnostikum (Protirelin)
  • Abführmitteln
  • Atropin und anderen Anticholinergika (die Wirkung eines bestimmten Gehirnbotenstoffes hemmende Arzneimittel)

Erfolgt 8 Wochen vor und bis 2 Wochen nach einer aktiven Schutzimpfung eine Behandlung mit Fortecortin, so ist mit einer Verminderung oder einem Fehlen der Wirksamkeit der Impfung zu rechnen.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fortecortin soll in der Schwangerschaft nur bei lebensbedrohlichen Fällen nach Entscheidung des Arztes eingenommen werden.

Nach einer Einnahme von Fortecortin soll für 2 - 3 Tage nicht gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Fortecortin Dieses Arzneimittel enthält Saccharose und Lactose. Bitte nehmen Sie Fortecortin daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Fortecortin immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Nehmen Sie Fortecortin - Tabletten nach einer Mahlzeit, vornehmlich nach dem Frühstück, mit etwas Flüssigkeit unzerkaut ein.

Die Tabletten können in gleiche Hälften geteilt werden. Die Bruchkerbe zur Viertelung dient nur zum Teilen der Tabletten für ein erleichtertes Schlucken und nicht zum Aufteilen in gleiche Dosen.

Die vom Arzt angeordnete Dosierung, Verteilung der Einzeldosen über den Tag und Behandlungsdauer wird individuell angepasst und ist exakt einzuhalten.

Im Allgemeinen liegt die tägliche Dosis am Behandlungsbeginn zwischen 4 und 16 mg Dexamethason bis zum deutlichen Rückgang der klinischen Erscheinungen. Der Arzt wird, abhängig vom jeweiligen Krankheitsverlauf, eine schnellere oder langsamere Reduktion der Dosierung anordnen.

Glukokortikoide sollen nur so lange und nur in so niedriger Dosierung angewendet werden, wie es zur Erzielung und Erhaltung der gewünschten Wirkung unbedingt erforderlich ist. Die Dauer der Anwendung richtet sich nach der Indikation. Eine längerdauernde Anwendung mit Fortecortin darf nicht plötzlich abgebrochen werden, sondern die Dosis muss stufenweise, nach Anordnung des behandelnden Arztes, reduziert werden.

Bei Kindern bis 14 Jahren sollte wegen der Gefahr von Wachstumsstörungen jeweils nach 3tägiger Behandlung ein 4tägiges behandlungsfreies Intervall eingelegt werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Fortecortin eingenommen haben, als Sie sollten Akute Intoxikationen mit Dexamethason sind nicht bekannt. Bei Überdosierungen ist mit verstärkten Nebenwirkungen zu rechnen. Informieren Sie im Falle einer Überdosierung bitte sofort Ihren Arzt, der die weitere Vorgehensweise festlegen wird.

Wenn Sie die Einnahme von Fortecortin vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Setzen Sie die Einnahme der verordneten Dosis zum nächsten vorgesehen Zeitpunkt fort.

Wenn Sie die Einnahme von Fortecortin abbrechen
Eine längerdauernde Anwendung mit Fortecortin darf nicht plötzlich abgebrochen werden, sondern die Dosis muss stufenweise, nach Anordnung des behandelnden Arztes, reduziert werden. Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Fortecortin daher bitte nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Fortecortin Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Bei einer kurzfristigen Behandlung mit Fortecortin ist die Gefahr von Nebenwirkungen gering. Die folgenden Nebenwirkungen sind möglich:

  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre;
  • Herabsetzung der Abwehrkräfte des Körpers gegen Infektionen;
  • Herabsetzung der Glucosetoleranz.

Als Nebenwirkungen bei länger dauernder Behandlung können auftreten:

  • Blutbildveränderungen (mäßige Leukozytose, Lymphopenie, Eosinopenie, Polyglobulie).
  • Erhöhung des Infektionsrisikos, Begünstigung der Entstehung bzw. Aktivierung von Pilz-, Virus- und anderen Infekten, Abschwächung der Immunvorgänge.
  • Pseudo-Cushing-Syndrom (erkennbar am Auftreten von Vollmondgesicht, Stiernacken, allgemeiner Schwäche, blauroten Streifen auf der Haut, punktförmigen Hautblutungen), Vollmondgesicht, erhöhter Blutzuckerspiegel (verminderte Glucosetoleranz,

Zuckerkrankheit), Inaktivität bzw. Schwund der Nebennierenrinde,
Wachstumsverzögerung bei Kindern, Störungen der Sexualhormonsekretion (unregelmäßige oder ausbleibende Menstruationsblutung, abnormer Haarwuchs, Impotenz).

  • Natriumretention mit Ödembildung (Wassereinlagerungen), vermehrte Kaliumausscheidung, abbauende Wirkung auf den Eiweißstoffwechsel.
  • Depressionen, Gereiztheit, Euphorie, Appetit- und Antriebssteigerung.
  • Pseudotumor cerebri (Scheingeschwulst im Gehirn), Manifestation einer latenten (bisher „schlafenden“) Epilepsie.
  • Steigerung des Augeninnendrucks, Linsentrübung.
  • Anstieg des Blutdrucks, erhöhtes Risiko für Veränderungen der Gefäßwand und Blutgerinnsel, Gefäßentzündung (auch als Entzugssyndrom nach Langzeittherapie).
  • Magenbeschwerden, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Durchbruchsgefahr bei chronischer Dickdarmentzündung.
  • blaurote Streifen der Haut, Dünnwerden der Haut, punktförmige Hautblutungen, Bluterguss, Steroidakne, verzögerte Wundheilung, entzündliche Hautreaktion um den Mund.
  • Muskelschwäche, Osteoporose, aseptische Knochennekrosen (lokalisiertes Absterben von Knochengewebe besonders im Kopf des Oberarm- und Oberschenkelknochens).

Wie soll es aufbewahrt werden?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Blister und dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden.


Bewertungen «Fortecortin 8 mg - Tabletten»