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«Fostimon®»

Fostimon®
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Was ist es und wofür wird es verwendet?

Fostimon enthält ein hochgereinigtes, follikelstimulierendes Hormon, abgekürzt FSH (auch Urofollitropin genannt), das aus dem Urin von in der Menopause befindlichen Frauen gewonnen wird. FSH gehört der Gruppe der Sexualhormone an, die Gonadotropine genannt werden. Seine physiologische Hauptwirkung bei der Frau ist die Entwicklung von reifen Follikeln in den Eierstöcken. In einem Follikel wächst die Eizelle, die unter Einwirkung eines anderen Hormons (hCG, siehe «Was sollte dazu beachtet werden?») beim Eisprung aus dem Follikel entlassen wird und danach befruchtet werden kann.

Die Behandlung mit Fostimon wird bei Fertilitätsstörungen bei Frauen angewendet, die wegen eines FSH-Mangels keine oder seltene Regelblutungen haben und bei welchen erwünscht ist, einen einzigen Follikel im Eierstock heranreifen zu lassen.

Fostimon wird ebenfalls bei Frauen eingesetzt, die sich einem reproduktionsmedizinischen Programm unterziehen. Für diese Technik werden gleichzeitig mehrere Follikel zur Reifung angeregt.

Fostimon darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin und unter strengster ärztlicher Kontrolle angewendet werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Ihr Arzt/Ihre Ärztin passt Ihnen die Behandlung ganz genau an und kontrolliert dessen Wirkung streng nach. Im Bereich von Kontrolluntersuchungen sind auch regelmässig, mindestens jeden zweiten Tag während der ganzen Behandlungsdauer und bis zu zwei Wochen danach, Blut­entnahmen (zur Konzentrationsmessung der Hormone, die Östrogene genannt werden) und klinische Untersuchungen (Untersuchungen der Eierstöcke und Ultraschallmessung der Follikel-Grösse) vorgesehen. Das Ziel dieser Untersuchungen ist es, die Reaktion der Eierstöcke auf die Behandlung zu überwachen, den richtigen Moment zu ergreifen, um den Eisprung mit Hilfe eines anderen Hormons auszulösen und eine eventuelle Eierstocküberstimulation frühzeitig zu entdecken.

Fostimon darf bei Überempfindlichkeit gegen einen seiner Bestandteile nicht angewendet werden, bei vermuteter oder gesicherter Schwangerschaft, während der Stillzeit oder bei vorzeitiger Menopause. Ausserdem darf Fostimon nicht verabreicht werden, wenn Sie an einer der folgenden Krankheiten leiden:

bei Infertilität, die nicht auf hormonelle Gründe zurückzuführen ist (es sei denn, im Rahmen eines reproduktionsmedizinischen Programms);

bei gewissen Eierstockzysten;

bei gynäkologischen Blutungen unbekannter Ursache;

bei Eierstock-, Gebärmutter- oder Brustkrebs;

bei Gehirn-Tumoren;

bei Funktionsstörungen der Schilddrüse oder der Nebennierendrüsen;

alle Zustände, die keine Schwangerschaft gestatten, z.B. bei einer Krankheit der Gebärmutter, die Fibrom genannt wird, oder bei angeborenen Anomalien der Eierstöcke oder Missbildungen der Sexualorgane.

Ihr Arzt/Ihre Ärztin weiss, was unter diesen Umständen zu tun ist.


Vor der Behandlung müssen Sie sich allen Untersuchungen unterzogen haben, die alle möglichen Ausschlussgründe für eine Schwangerschaft abklären und um zu beweisen, dass es keine Kontraindikationen für eine Schwangerschaft gibt. Vor Beginn der Behandlung mit Fostimon muss auch der Fertilitätsstatus des Partners abgeklärt werden.

Sollten Sie eines oder mehrere folgender Symptome beobachten, so müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt/Ihre Ärztin informieren: Schmerzen oder Spannung des Unterleibs, Übelkeit, Durchfall, plötzliche Gewichtszunahme oder schmerzhafte Brüste. Diese Symptome können Anzeichen einer Überstimulation der Eierstöcke, die ovarielles Überstimulationsyndrom genannt wird, sein. Das ovarielle Überstimulationssyndrom ist eine zu starke Stimulation der Eierstöcke, die durch die Vergrösserung des Volumens der Eierstöcke charakterisiert ist. Diese Komplikation, die im Allgemeinen ein bis zwei Wochen nach der hCG-Injektion auftritt, ist nicht häufig und deren Schweregrad kann sehr stark variieren; in seltenen Fällen ist sie so ernst, dass die Patientin ins Krankenhaus eingeliefert werden muss.

Um das Risiko einer Überstimulation der Eierstöcke auf das Minimum zu senken, müssen Sie während der Behandlung und bis zwei Wochen danach regelmässig, aber mindestens jeden zweiten Tag, an den von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin verschriebenen Kontrolluntersuchungen teilnehmen. (siehe «Was sollte dazu beachtet werden?»).

Das Risiko einer Überstimulation ist grösser bei Frauen, die sich einer Superovulation im Rahmen einer in vitro Fertilisation (IVF) oder anderen reproduktionsmedizinischen Programmen unterziehen, um mehrere Follikel heranreifen zu lassen. In solchen Fällen kann das Risiko durch Absaugen der Follikel vor dem Eisprung verringert werden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie genau die von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin vorgeschriebene Dosierung und Vorsichtsmassnahmen befolgen und regelmässig an den Kontrolluntersuchungen teilnehmen.

Wenn Sie an einer Laktose Intoleranz leiden, beachten Sie, dass Fostimon Laktose enthält.

Informieren Sie Ihren Arzt/Apotheker oder Ihre Ärztin/Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.


Fostimon darf bei vermuteter oder gesicherter Schwangerschaft oder während der Stillzeit nicht verabreicht werden.

Wie wird es angewendet?

Die Behandlung mit Fostimon darf nur unter Kontrolle eines mit Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Fertilitätsstörungen vertrauten Facharztes/Fachärztin begonnen werden.

Es wird empfohlen, sich genau an die Anweisungen Ihres Facharztes/Ihrer Fachärztin zu halten, weil er/sie Ihnen die Therapie individuell anpasst und dessen Wirkung genau nachprüft.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem/r Facharzt/Fachärztin.

Therapieschema

Es gibt zwei Behandlungsmethoden, die sich in der Anzahl der Follikel, die mit Hilfe von Fostimon zur Reifung gebracht werden, unterscheiden.

) Behandlung bei Monatsblutungsbeschwerden

Das Ziel der Behandlung ist es, einen einzigen Graafschen Follikel in wenigen Tagen mit Hilfe von individuell angepasster FSH-Dosierung (Fostimon) zur Reife zu bringen und danach den Eisprung mit einer hCG-Injektion (Choriongonadotropin) auszulösen. Wenn Sie regelmässige Blutungen haben, sollten Sie mit der Behandlung im Laufe der ersten sieben Tage des Menstruationszyklus beginnen. In der Follikelreifungsphase (erste Phase), wird normalerweise täglich der Inhalt von ein bis zwei Fläschchen Fostimon zu 75 I.E. (Internationale Einheiten) intramuskulär oder subkutan injiziert und das Wachstum der Follikel mit Hilfe von hormonellen und klinischen Prüfungen verfolgt (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Fostimon Vorsicht geboten?»). Die Verabreichung von Fostimon wird mit einer Dosierung weitergeführt, die jeden Tag den Untersuchungsergebnissen angepasst wird, bis diese zeigen, dass Sie sich kurz vor dem Eisprung befinden.

Im Allgemeinen genügt eine Behandlung von 7–12 Tagen, um ein Follikel zur Reifung zu bringen. Bei ungenügender Reaktion der Eierstöcke, kann der Arzt/die Ärztin die Dosis erhöhen. Falls aber keine angemessene Antwort nach 4

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Fostimon auftreten:

In seltenen Fällen wurden Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Gelenkschmerzen, Hautausschläge, Brustspannungsgefühl und lokale Reaktionen an der Injektionsstelle beobachtet.

Schwere Komplikationen einer Gonadotropinbehandlung sind immer auf eine Überstimulation der Eierstöcke zurückzuführen (siehe «Wann ist bei der Anwendung von Fostimon Vorsicht geboten?»).

Die Möglichkeit von Mehrlingsschwangerschaften nach der Behandlung mit Fostimon ist höher als im Fall einer normalen Schwangerschaft, aber sie ist mit anderen Behandlungen zur Eisprungsauslösung (d.h. etwa 20%) vergleichbar. Meistens handelt es sich um Zwillingsschwangerschaften.

Die Möglichkeit von Mehrlingsschwangerschaften bei Anwendung eines reproduktionsmedizinischen Programms hängt hingegen von der Anzahl eingesetzter Embryonen ab. Je höher die Anzahl der eingepflanzten Embryonen, desto grösser ist die Möglichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft.

Die Anzahl Fehlgeburten ist vergleichbar mit derjenigen von Frauen mit anderen Fertilitätsstörungen.

In seltenen Fällen können Venen- oder Arterien-Verschlüsse (Thromboembolie, Hirnschlag), auch ausserhalb eines ovariellen Überstimulationssyndroms entstehen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Facharzt/Ihre Fachärztin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Bewahren Sie Fostimon bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern auf.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Vor Licht schützen.

Die Injektionslösung ist mit dem in der Packung mitgelieferten Lösungsmittel kurz vor der Injektion zuzubereiten (siehe «Wie verwenden Sie Fostimon?»).

Obwohl keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt sind, darf Fostimon nicht mit anderen Arzneimitteln in der selben Spritze vermischt werden.

Soweit bekannt, hat Fostimon keine Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit, die das Bedienen von Fahrzeugen und Maschinen einschränken würde.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, die über die ausführliche Fachinformation verfügen.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken gegen ärztliches Rezept, das nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Fostimon 75 I.E.: Packungen zu 1, bzw. 10 Durchstechflasche(n) mit Pulver und 1, bzw. 10 mit Lösungsmittel vorgefüllten Spritze(n), mit entsprechenden Zubereitungsnadel(n) und Injektionsnadel(n).

Fostimon 150 I.E.: Packungen zu 1, bzw. 10 Durchstech­flasche(n) mit Pulver und 1, bzw. 10 mit Lösungsmittel vorgefüllten Spritze(n), mit entsprechenden Zubereitungsnadel(n) und Injektionsnadel(n).


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