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«Niaspan® 500/750/1000»

Niaspan® 500/750/1000
Niaspan® 500/750/1000


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Niaspan enthält den Wirkstoff Nikotinsäure, einen in geringer Menge natürlich im Körper vorkommenden Vitamin-B-Komplex. Er wird in höheren Dosen, z.B. in Niaspan zur Regulierung von abnormen Werten der Blutfette (Cholesterin, Triglyzeride) alleine oder in Kombination mit anderen Mitteln angewendet. Dabei senkt Niaspan das «schlechte» LDL-Cholesterin sowie die Triglyzeride und erhöht gleichzeitig das «gute» HDL-Cholesterin.

Blutuntersuchungen haben ergeben, dass Ihr Cholesterin-Wert ausserhalb der Norm liegt. Ihr Arzt/Ihre Ärztin hat Ihnen Niaspan verordnet, weil bei Ihnen der Cholesterin-Wert durch Diät und andere Massnahmen nicht genügend verbessert werden konnte. In manchen Fällen können abnorme Blutfettwerte zur Entwicklung von Herzkrankheiten beitragen.

Frauen können auf geringere Dosen Niaspan ansprechen als Männer.

Niaspan darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin und unter dessen bzw. deren sorgfältiger Aufsicht angewendet werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Niaspan kann eine gesunde Lebensweise nicht ersetzen. Während einer Niaspan-Therapie sind Diät und andere Massnahmen (z.B. körperliches Training, Gewichtsreduktion) weiterzuführen. Auch ist während der Behandlung mit Niaspan auf eine übermässige Einnahme von alkoholischen Getränken möglichst zu verzichten. Die vom Arzt oder der Ärztin in regelmässigen Abständen verordneten Kontrolltests der Blutwerte sind konsequent durchzuführen.

Vermeiden Sie bei der Einnahme von Niaspan den gleichzeitigen Genuss von Alkohol oder heissen Getränken, da diese Getränke Nebenwirkungen wie Flush (darunter versteht man ein Wärmegefühl, Hautrötung, Kribbeln) und Juckreiz verstärken können.

Niaspan darf nicht eingenommen werden bei:

Überempfindlichkeit gegen Nikotinsäure oder einem der Hilfsstoffe;

deutlich eingeschränkter Leberfunktion;

einem akuten Magengeschwür;

arteriellen Blutungen.


Sollten Nebenwirkungen auftreten, so kann Niaspan die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen beeinflussen.

Niaspan darf nur unter bestimmten Bedingungen und mit Vorsicht eingenommen werden:

Wenn Sie an einer Einschränkung der Leberfunktion leiden oder gelitten haben, weil Nikotinsäurepräparate mit abnormalen Leberwerten in Verbindung gebracht wurden.

Schwere Leberschäden sind bei Patienten aufgetreten, die schnell freisetzende Nikotinsäure durch Nikotinsäurepräparate mit verzögerter Wirkstofffreisetzung ersetzt haben. Da sich Niaspan von anderen Nikotinsäurepräparaten in seiner Freisetzung unterscheidet, darf Niaspan nicht durch andere Präparate ersetzt werden. Bei der Einnahme von Niaspan wurden gelegentlich (1–10 von 1000 Behandelten) erhöhte Leberwerte beobachtet, die sich nach Absetzen von Niaspan wieder normalisiert haben. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird deshalb in regelmässigen Abständen Ihre Leberwerte kontrollieren. Beim Auftreten von Anzeichen einer Lebererkrankung, wie z.B. Gelbsucht (Gelbverfärbung von Augen und Haut), Übelkeit, Fieber und/oder Krankheitsgefühl sollten Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin aufsuchen.

Vermeiden Sie den Konsum von erheblichen Mengen von Alkohol.

Falls Sie Niaspan zusammen mit bestimmten Cholesterinsenkern (Statinen) einnehmen:

Unter der Kombinationstherapie von Niaspan mit Statinen wurden Einzelfälle von Muskelzerfall beobachtet. Regelmässige Blutuntersuchungen können erforderlich sein. Ihr Arzt wird Ihre Muskelwerte vor Beginn einer Kombinationstherapie bestimmen, wenn folgende Risikofaktoren bei Ihnen vorliegen: eingeschränkte Nieren- oder Schilddrüsenfunktion, Alkoholabhängigkeit, Alter über 70 Jahre, aufgetretene Muskelbeschwerden unter einer früheren Therapie mit Fibraten oder Statinen, das Vorliegen einer erblichen Muskelerkrankung oder einer erblichen Muskelerkrankung in der Familie.

Sollten während der kombinierten Behandlung von Niaspan mit Statinen Muskelbeschwerden (z.B. Muskelschmerz, Berührungsempfindlichkeit, Muskelschwäche) auftreten, konsultieren Sie bitte sofort Ihren Arzt/Ihre Ärztin. Er bzw. sie wird über das weitere Vorgehen entscheiden.

Bei der kombinierten Einnahme von Niaspan und einem Statin ist die Packungsbeilage des Statins ebenfalls zu beachten.

Wenn Sie Diabetes oder eine Vorstufe zu Diabetes haben, kann eine Anpassung Ihrer Diät und/oder der blutzuckersenkenden Arzneimitteln erforderlich werden.

Wenn Sie Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefässe (instabile Angina pectoris mit Brustschmerzen) haben oder Sie vor kurzem einen Herzinfarkt erlitten haben, insbesondere, wenn Sie gleichzeitig blutdrucksenkende Arzneimittel einnehmen.

Wenn Sie unter Gicht leiden oder ein Gichtrisiko besteht, weil bei der Therapie mit Niaspan selten (0,1–1 von 1000

Wie wird es angewendet?

Allgemeine Dosierungshinweise

Niaspan soll vor dem Zubettgehen nach einem kleinen fettarmen Imbiss (z.B. einem Apfel, einem fettarmen Joghurt, einer Scheibe Brot) eingenommen werden. Um die Kontrolle der Einnahme zu erleichtern, ist auf der Rückseite der Packung für jede Retardtablette der entsprechende Wochentag vermerkt.

Die Retardtabletten müssen unzerteilt eingenommen werden. Sie dürfen nicht zerbrochen, zerdrückt oder gekaut werden.

Es ist wichtig, dass Sie Niaspan immer genau nach Anweisung Ihres Arztes/Ihrer Ärztin einnehmen. Bei Unklarheiten fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Spezielle Dosierungshinweise

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihre Behandlung mit einer niedrigen Dosierung von Niaspan beginnen und dann die Dosis abhängig von Ihrem Ansprechen auf die Therapie steigern.

Die Anfangsdosierung beträgt während 4 Wochen täglich eine Retardtablette Niaspan 500, gefolgt von täglich 2 Retardtabletten Niaspan 500 während weiterer 4 Wochen.

Danach entscheidet Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin über die für Sie am besten geeignete Dosierung. Die maximale Tagesdosierung beträgt 2000 mg.

Was ist zu tun, falls Sie eine grössere Menge Niaspan eingenommen haben, als Sie sollten?

Kontaktieren Sie bitte sofort Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker/Ihre Apothekerin.

Was ist zu tun, falls Sie die Einnahme von Niaspan vergessen haben?

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern lassen Sie die vergessene Dosis weg und setzen die Einnahme am nächsten Tag wie vom Arzt/von der Ärztin verordnet fort.

Sonstige Hinweise

Wenn Sie von einer Behandlung mit einem anderen Nikotinsäurepräparat auf Niaspan umgestellt werden oder die Niaspan-Behandlung nach einem Unterbruch wieder aufnehmen, muss mit einer niedrigen Dosis begonnen werden. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird Sie entsprechend beraten.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Niaspan auftreten. Im Allgemeinen war die Häufigkeit von Nebenwirkungen bei Frauen höher als bei Männern.

Flush

Die häufigste Nebenwirkung ist Flush. Normalerweise tritt diese Nebenwirkung zu Behandlungsbeginn und bei Dosissteigerung auf. Unter Flush versteht man kurzzeitig auftretendes Wärmegefühl, Hautrötung, Kribbeln und Juckreiz. Diese Beschwerden treten typischerweise im Gesicht, am Hals, auf Brust und Rücken auf. Bei den meisten Patienten tritt Flush nach einigen Behandlungswochen weniger häufig auf und schwächt sich ab oder verschwindet völlig. In seltenen Fällen können stärkere Flushreaktionen auftreten und mit Schwindel, erhöhter Pulsfrequenz, Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Schwitzen, Kältegefühl, Ödemen (Wasseransammlungen im Gewebe) und in seltenen Fällen mit kurzzeitigem Bewusstseinsverlust einhergehen. Falls notwendig ist der Arzt resp. die Ärztin zu kontaktieren.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Überempfindlichkeitsreaktionen wurden sehr selten (bei weniger als 1 von 10’000 Behandelten) beobachtet. Beschwerden wie ausgedehnte Hautreaktionen, Flush, Nesselfieber (Urtikaria), Hautausschläge (flecken-, knötchenförmig oder blasenbildend), Angioödem (Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, tritt bevorzugt an Lippen, Augenlidern, Zunge oder Rachen auf), Atembeschwerden, Kurzatmigkeit, niedriger Blutdruck, Kreislaufkollaps können Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion sein. Wenn die Nebenwirkungen auftreten, muss sofort der Arzt resp. die Ärztin kontaktiert werden.

Ausserdem können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Häufig (1–10%): Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Juckreiz, Hautausschlag.

Gelegentlich (0,1–1%): Kopfschmerzen, Schwindel, erhöhte Pulsfrequenz, Herzklopfen, Atemnot und Kurzatmigkeit, Nesselfieber (Urtikaria), trockene Haut, Schmerzen, Schwäche, Kältegefühl, Schwitzen, Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe), Erhöhungen von gewissen Blutwerten (u.a. Leberwerte, Muskelenzymen, Nüchtern­blutzucker und Harnsäure), Verminderung der Blutplättchenzahl, Verlängerung der Blutgerinnungszeit, Absenkung des Phosphatspiegels.

Selten (0,01–0,1%): Verminderte Glukosetoleranz, Schlaflosigkeit, Nervosität, Empfindungsstörungen wie z.B. Kribbeln oder Taubheitsgefühl, Sehstörungen, niedriger Blutdruck, absinkender Blutdruck beim Aufstehen/Aufrichten, Blähungen, Aufstossen, Flüssigkeitsansammlung im Gesicht (Ödem), Hautausschläge, Beinkrämpfe, kurzzeitiger Bewusstseinsverlust, Schnupfen, Muskelschmerzen, Muskelerkrankungen, Muskelschwäche, Brustschmerzen.

Sehr selten (weniger als 0,01%): Überempfindlichkeitsreaktionen, Appetitlosigkeit, Gicht, Migräne, Sehstörungen wie arzneimittelbedingte Sehschwäche, Veränderungen der Netzhaut (zystisches Makulaödem), Vorhofflimmern und andere Herzrhythmusstörungen, Kreislaufkollaps, Aktivierung von bestehenden Magengeschwüren, Bildung von Magengeschwüren, Gelbsucht (Gelbverfärbung von Haut und Augen), vermehrte Pigmentbildung der Haut (Hyperpigmentierung), dunkle Hautverfärbungen (Acanthosis nigricans) sowie in Kombination mit Statinen Rhabdomyolyse.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren. Bei schwerwiegenden, plötzlich aufgetretenen oder sich rasch verschlimmernden Nebenwirkungen sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Dieses Arzneimittel kann die Ergebnisse bestimmter Blut- und Urintests (Katecholamine) sowie Glukose-Bestimmungen im Urin verfälschen.

Das Arzneimittel soll in der Originalverpackung (Schutz vor Feuchtigkeit), nicht über 25 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Es sind jeweils Packungen zu 28 und 98 Retardtabletten erhältlich.


Bewertungen «Niaspan® 500/750/1000»