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«Salazopyrin® EN»

Salazopyrin® EN
Salazopyrin® EN


Was ist es und wofür wird es verwendet?

Salazopyrin EN ist ein Arzneimittel mit entzündungshem­menden, immunsuppressiven (= Reaktionen des Abwehrsystems unterdrückenden) und antibakteriellen Wirkungen.

Auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin wird Salazopyrin EN angewendet bei entzündlichen Erkrankungen im Dickdarm sowie bei chronischer Polyarthritis (= chronische Entzündungen mehrerer Gelenke).

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Zur Behandlung der entzündlichen Erkrankungen des Dickdarms gehören in den meisten Fällen auch Ernährungsmassnahmen, die genau eingehalten werden müssen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie darüber informieren.

Da Salazopyrin EN eine farbige Substanz enthält, kann es zu einer Gelbfärbung des Urins und in ganz seltenen Fällen auch zu einer vorübergehenden harmlosen Gelbfärbung der Haut kommen. Gelbe Verfärbungen von weichen Kontaktlinsen wurden ebenfalls beobachtet.

Salazopyrin EN darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, Sulfonamiden (= bestimmte Antibiotika) und/oder Salicylaten (= u.a. Wirkstoff in einzelnen Schmerzmitteln), bei akuter intermittierender Porphyrie, einer seltenen Stoffwechselkrankheit sowie bei Kindern unter 2 Jahren.

Bei Männern mit Kinderwunsch sollte Salazopyrin EN nach Beratung mit dem Arzt bzw. der Ärztin vorübergehend abgesetzt werden. Salazopyrin EN kann die Samenzellbildung (Spermiogenese) beeinträchtigen. Sie normalisiert sich in der Regel innerhalb von 3 Monaten nach Absetzen des Arzneimittels.


Salazopyrin EN sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und bei Blutbildveränderungen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin muss davon Kenntnis haben, wenn Sie bereits Arzneimittel wie Digoxin (zur Behandlung von gewissen Herzkrankheiten) oder Folsäure (z.B. zur Behandlung von Blutarmut) einnehmen, da diese bei gleichzeitiger Einnahme mit Salazopyrin EN vermindert vom Körper aufgenommen werden. Auch wenn Sie gleichzeitig Antibiotika oder Arzneimittel einnehmen, welche die Wirkstoffe Colestipol, Colestyramin, Mercaptopurin oder Azathioprin enthalten, kann es zu Wechselwirkungen kommen.

Informieren Sie daher Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.


Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie schwanger werden möchten, schwanger sind oder Ihr Kind stillen möchten. Frauen mit Kinderwunsch sollten nach Möglichkeit für den Beginn der Schwangerschaft eine Phase abwarten, in der keine oder möglichst wenige Arzneimittel erforderlich sind. Salazopyrin EN sollte während der Schwangerschaft nur auf ausdrückliche Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Das Arzneimittel geht in die Muttermilch über. Während der Anwendung von Salazopyrin EN soll nicht gestillt werden.

Wie wird es angewendet?

Die für Sie erforderliche Dosierung wird von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin festgesetzt. Die nachfolgenden Angaben sind nur als Hinweise zu betrachten.

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Die Dosis soll gleichmässig über den Tag verteilt und vorzugsweise zu den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden. Bei Patienten, die Salazopyrin EN zum erstenmal erhalten, wird die Dosis üblicherweise während der ersten Wochen erhöht.

Therapie bei Auftreten eines Krankheitsschubes

Erwachsene: bei schweren Schüben 2–4 Dragées 3–4× täglich, bei mittelschweren und leichten Schüben 2 Dragées 3–4× täglich.

Kinder ab 2 Jahren: Tagesdosis von 40–60 mg/kg Körpergewicht, aufgeteilt in 3–6 Einzeldosen.

Erhaltungstherapie (Vorbeugen eines neuen Schubes) bei Colitis ulcerosa

Erwachsene: 2 Dragées 2(–3)× täglich für unbegrenzte Dauer (ausser beim Auftreten von Nebenwirkungen) während des schubfreien Intervalls. Im Falle einer Verschlechterung des Krankheitsbildes wird die Dosis auf 2(–4) Dragées 3–4× täglich erhöht.

Kinder ab 2 Jahren: Tagesdosis von 20–30 mg/kg Körpergewicht, aufgeteilt in 3–6 Einzeldosen.

Chronische Polyarthritis

Die Dragées sind jeweils zu den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit unzerbrochen einzunehmen.

1. Woche: abends 1 Dragée. 2. Woche: morgens und abends jeweils 1 Dragée. 3. Woche: morgens 1 Dragée und abends 2 Dragées. 4. Woche: morgens und abends jeweils 2 Dragées.

Bei Patienten, die nach 3 Monaten nicht zufriedenstellend auf 2× 2 Dragées pro Tag ansprechen, kann die Tagesdosis auf 3× 2 Dragées gesteigert werden.

Erfahrungsgemäss tritt eine spürbare Wirkung von Salazopyrin EN nach 6–10 Therapiewochen ein. Eine Zusatzbehandlung mit schmerzstillenden oder entzündungshemmenden Mitteln kann notwendig sein und muss unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Salazopyrin EN wird im allgemeinen zur Langzeitbehandlung eingesetzt. Bei guter Wirkung und Verträglichkeit kann es jahrelang genommen werden. Bei älteren Patienten kann die Ausscheidungsfunktion von Leber und Nieren vermindert sein. In diesem Fall sollte die Tagesdosis für die Dauertherapie 3 Dragées nicht überschreiten.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Salazopyrin EN auftreten:

Nach der Einnahme von Salazopyrin EN wurden häufig Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Magenbeschwerden, Durchfall, Erbrechen, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Ohrenklingen, seelische Verstimmungen, Fieber sowie bestimmte Blutbildveränderungen und Veränderungen der Leberwerte (in beiden Fällen Abklärung durch den Arzt/die Ärztin erforderlich!) beobachtet. Selten wurden Atemnot, Husten, Entzündungen der Leber oder Bauchspeicheldrüse sowie das Auftreten von Kristallen im Urin gemeldet.

Diese Erscheinungen können meistens durch eine Verringerung der Tagesdosis (nur unter ärztlicher Kontrolle!) gemildert werden. Die meisten Nebenwirkungen treten in den ersten drei Monaten der Behandlung auf.

Zu den wahrscheinlich nicht dosisabhängigen Nebenwirkungen zählen Hautjucken, Hautausschlag, Rötungen, Nesselsucht und Gesichtsschwellung.

Bei Männern, die mit Salazopyrin EN behandelt wurden, wurde häufig eine Verminderung der Spermienanzahl bzw. Sterilität (Zeugungsunfähigkeit) festgestellt; nach Absetzen des Arzneimittels verschwanden diese Effekte wieder.

Sehr selten sind bei Patienten mit Polyarthritis nach der Einnahme von Salazopyrin EN starke Kopfschmerzen, verbunden mit Übelkeit, Erbrechen und Nackensteifigkeit aufgetreten; in dieser Situation ist das Arzneimittel abzusetzen und sofort der Arzt bzw. die Ärztin aufzusuchen.

Falls eines der obengenannten oder irgendein anderes Krankheitszeichen auftritt, von dem Sie einen Zusammenhang mit der Arzneimitteleinnahme vermuten, sollten Sie Ihren Arzt benachrichtigen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» (= Verfall: Monat/Jahr) bezeichneten Datum verwendet werden.

Das Arzneimittel bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Dragées zu 500 mg: 100 Stück.


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