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«Vimpat 10 mg/ml Infusionslösung»

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Vimpat wird zur Behandlung bestimmter Formen von Epilepsie (siehe unten) bei Patienten ab 16 Jahren angewendet. Vimpat wird zusätzlich zu anderen Antiepileptika angewendet. Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der Patienten wiederholt auftretende Krampfanfälle bekommen. Vimpat wird gegen jene Form der Epilepsie angewendet, bei der die Anfälle zunächst nur von einer Gehirnhälfte ausgehen, sich später aber auf größere Bereiche beider Gehirnhälften ausdehnen können (fokale Krampfanfälle mit oder ohne nachfolgende Generalisierung).

Die Vimpat Infusionslösung ist eine alternative Form der Behandlung, die vorübergehend angewendet werden kann, wenn eine Einnahme (durch den Mund) nicht möglich ist.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Vimpat darf NICHT angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Lacosamid oder einen der sonstigen Bestandteile von Vimpat sind (diese sind in Abschnitt 6 aufgeführt). Wenn Sie nicht wissen, ob Sie eine Allergie haben, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.
  • wenn Sie an einem bestimmten Typ einer Herzrhythmusstörung leiden (AV Block 2. oder 3. Grades).

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Vimpat ist erforderlich
Bitte informieren Sie Ihren Arzt:

  • wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die eine bestimmte Anomalie im EKG (Elektrokardiogramm) hervorrufen können (sogenannte PR-Intervall-Verlängerung), wie zum Beispiel Arzneimittel gegen bestimmte Arten von Herzrhythmusstörungen oder gegen Herzschwäche. Wenn Sie nicht wissen, ob die Arzneimittel, die Sie einnehmen, diese Wirkung haben können, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
  • wenn Sie an Beeinträchtigungen der elektrischen Erregungsleitung des Herzens oder an einer schweren Herzkrankheit wie Herzschwäche oder Herzinfarkt leiden.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Lacosamid behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Vimpat kann Schwindelgefühl verursachen, wodurch sich die Gefahr versehentlicher Verletzungen und Stürze erhöhen kann. Deshalb sollten Sie vorsichtig sein, bis Sie sich an die möglichen Wirkungen des Arzneimittels gewöhnt haben.

Bei Anwendung von Vimpat mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden bzw. vor kurzem angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Dies gilt besonders für Arzneimittel gegen Herzkrankheiten (siehe vorheriger Abschnitt „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Vimpat ist erforderlich“).

Bei Anwendung von Vimpat zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Sie können Vimpat mit oder ohne Nahrung einnehmen.
Während der Behandlung mit Vimpat ist es nicht ratsam, Alkohol zu trinken, da Vimpat zu Müdigkeit und Schwindelgefühl führen kann. Alkohol kann diese Wirkungen verstärken.

Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind, wird die Behandlung mit Vimpat nicht empfohlen, da nicht bekannt ist, welche Auswirkungen Vimpat auf den Verlauf der Schwangerschaft und das Ungeborene haben kann. Informieren Sie sofort Ihren Arzt, falls Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen; er wird dann entscheiden, ob Sie Vimpat erhalten sollten.

Während der Behandlung mit Vimpat sollten Sie nicht stillen, da nicht bekannt ist, ob Vimpat in die Muttermilch übertritt. Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie stillen; er wird dann entscheiden, ob Sie Vimpat erhalten sollten.

Untersuchungen haben ein erhöhtes Risiko von Fehlbildungen bei Kindern von Frauen gezeigt, die mit Antiepileptika behandelt wurden. Andererseits darf eine effektive Therapie mit Antiepileptika nicht unterbrochen werden, da eine Verschlechterung der Erkrankung sowohl der Mutter als auch dem ungeborenen Kind schadet.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Vimpat kann möglicherweise zu Schwindelgefühl und verschwommenem Sehen führen. Dies könnte Ihre Fähigkeit beeinträchtigen, am Straßenverkehr teilzunehmen oder Werkzeuge und Maschinen zu bedienen. Sie sollten daher auf beides verzichten, bis Sie wissen, ob das Arzneimittel bei Ihnen die Durchführung solcher Aktivitäten einschränkt.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Vimpat
Dieses Arzneimittel enthält pro Durchstechflasche 2,6 mmol Natrium (entsprechend 59,8 mg). Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

Wie wird es angewendet?

Die Infusionslösung ist eine alternative Form der Behandlung, die vorübergehend angewendet werden kann, wenn Sie Vimpat nicht einnehmen können. Die Infusion wird Ihnen von medizinischem Fachpersonal in eine Vene verabreicht.
Die Umstellung von der Einnahme auf die Infusion und umgekehrt ist direkt möglich. Ihre Tagesdosis und die Häufigkeit der Anwendung bleiben dabei unverändert.

Dosierung
Vimpat muss zweimal täglich gegeben werden, einmal morgens und einmal abends, jeden Tag ungefähr zur selben Uhrzeit.

Die übliche Anfangsdosis Vimpat beträgt 100 mg pro Tag: eine Hälfte (50 mg) morgens und eine Hälfte (50 mg) abends. Die später angewendete Erhaltungsdosis beträgt zwischen 200 mg und 400 mg pro Tag.

Wenn Sie Nierenprobleme haben, ist es möglich, dass der Arzt eine andere Dosis verabreicht.

Wie wird Vimpat angewendet?
Vimpat wird Ihnen von medizinischem Fachpersonal als Infusion in eine Vene (intravenös) verabreicht. Die Infusion dauert 15 bis 60 Minuten.

Dauer der Behandlung mit Vimpat Infusionslösung
Ihr Arzt entscheidet, über wie viele Tage Sie die Infusionen erhalten. Es gibt Erfahrungen mit der zweimal täglichen Infusion von Vimpat bis zu 5 Tage. Für die Langzeittherapie stehen Vimpat Tabletten und Sirup zur Verfügung.

Wenn Sie die Anwendung von Vimpat abbrechen
Wenn Ihr Arzt beschließt, Ihre Behandlung mit Vimpat zu beenden, wird er die Dosis Schritt für Schritt verringern. So wird verhindert, dass Ihre Beschwerden wieder auftreten oder sich verschlechtern.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Vimpat Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10

  • Schwindelgefühl, Kopfschmerzen • Übelkeit
  • Doppeltsehen (Diplopie)

Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100

  • Gleichgewichtsstörungen, Koordinationsstörungen, Gedächtnisstörungen (Vergesslichkeit), Schläfrigkeit, Zittern (Tremor), Denk- oder Wortfindungsstörungen, schnelle und unwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus)
  • Verschwommenes Sehen
  • Gefühl, dass sich alles dreht (Drehschwindel)
  • Erbrechen, Verstopfung, übermäßige Gase im Magen oder in den Gedärmen
  • Juckreiz
  • Stürze
  • Müdigkeit, Gehstörungen, ungewöhnliche Müdigkeit mit Schwächegefühl (Asthenie)
  • Depression
  • Verwirrtheit
  • Vermindertes Sensitivitätsgefühl, Schwierigkeiten Wörter zu artikulieren, Aufmerksamkeitsstörungen
  • Ohrgeräusche wie Summen, Klingeln oder Pfeifen
  • Verdauungsstörungen, trockener Mund
  • Reizbarkeit
  • Muskelkrämpfe
  • Hautausschlag
  • Schlafstörung

Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000

  • Verlangsamter Herzschlag
  • Störungen in der Erregungsleitung des Herzens (Herzrhythmusstörugen)
  • Glücksgefühl (Euphorische Stimmung) • Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das Arzneimittel
  • Auffällige Ergebnisse in Leberfunktionstests
  • Selbstmordversuch
  • Selbstmordgedanken oder Selbstverletzung
  • Unregelmäßiger Herzschlag und/oder schneller oder unregelmäßiger Puls
  • Aggression
  • Motorische Unruhe
  • Abnorme Gedanken und/oder Realitätsverlust
  • Schwere allergische Reaktion, die Schwellungen des Gesichts, Hals, Hände, Füße, Knöchel oder Unterschenkel verursachen
  • Nesselausschlag

Intravenöse Verabreichung
Die intravenöse Verabreichung war verbunden mit lokalen Nebenwirkungen wie:
Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100

  • Schmerzen oder Beschwerden an der Injektionsstelle
  • Reizungen

Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000

  • Rötungen

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen Vimpat nach dem auf dem Umkarton und der Durchstechflasche angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats. Nicht über 25°C lagern.
Jede Durchstechflasche Vimpat Infusionslösung darf nur einmal verwendet werden (einmaliger Gebrauch). Nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen.
Es dürfen nur klare Lösungen ohne sichtbare Schwebstoffe oder Verfärbungen verwendet werden. Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.


Bewertungen «Vimpat 10 mg/ml Infusionslösung»